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Volltext: Alte und Moderne Kunst V (1960 / Heft 6 und 7)

KÜNSTLERISCHES SCHAFFEN UND SERIENPRODUKTION 
Zur Aussiellung der AB Gusiavslwelgs Fabrilxer, Schweden, im Üsleneichischen Museum für angewandie Kuns! 
Das Österreichische Museum für angewandte Kunst betrachtet es als seine vornehmste 
Aufgabe, immer wieder Ausstellungen zu zeigen, die einem wesentlichen Problem unserer 
Zeit gewidmet sind: Gestaltung der dem Alltag dienenden Geräte im Sinne der Gegen- 
wart. 
Bei der Lösung der mit dieser Aufgabe verbundenen Probleme sind die skandinavischen 
Länder bereits sehr weit gekommen, allen voran Schweden. Dafür hat es in aller Welt 
Anerkennung gefunden. Auch Österreich wird sich immer mehr mit diesen Problemen 
befassen müssen, um den zur Zeit der Wiener Werkstätte erworbenen Ruf von neuem 
zu gewinnen. 
Um nach dieser Richtung hin Anregungen und Impulse zu geben, wurde das führende 
schwedische Unternehmen AB Gustavsbergs Fabriker veranlaßt, seine gesamte Produktion 
in Wien zu zeigen. Schon 1873 war Gustavsberg auf der Wiener Weltausstellung vertreten. 
Und zu Ende des 19. Jahrhunderts arbeiteten Wiener Porzellanmaler in Gustavsberg. 
Die Guslavsberger Werke blicken auf eine alte Tradition zurück. Im 17. Jahrhundert 
befand sich auf dem heutigen Gelände eine keramische Fabrik. Vom Jahre 1827 an stellte 
man hier in erster Linie Porzellan her, das zunächst ganz von englischen Vorbildern be- 
einflußt war. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts findet Gustavsberg einen 
 
eigenen Stil, der in einem Rückgriff auf alte nordische Motive aus der Mythologie und 
der Wikingerkunst bestand. Im 19. Jahrhundert wurde Gustavsberg immer wieder von 
schweren finanziellen Krisen bedroht. Dennoch konnte es sich bis 1937 als ein privates 
Familienunternehmen halten. 
Im Jahre 1917 wurde Wilhelm Käge über Vermittlung des schwedischen Werkbundcs mit 
der künstlerischen Leitung der Fabrik betraut. Unter seiner Ägide setzte in Gustavsberg 
jene Bewegung ein, die die Grundlage zur „schwedischen Moderne" auf dem Gebiete der 
Keramik legen sollte. Aus einer profunden Materialkcnntnis und reichen künstlerischen 
Phantasie schuf er neue Formen und entwickelte er neue Techniken, die die Gustavs- 
berger Erzeugnisse bekannt und berühmt machten. Gegenwärtig arbeiten neben Wilhelm 
Küge die Künstler Stig Lindberg und Berndt Fryberg und ein Dutzend jüngere Mit- 
arbeiter in den Ateliers von Gustavsberg. In diesen Ateliers werden nicht nur Unikate 
geschaffen, sondern auch die Modelle für die Serienproduktion. Sie stehen in engster Ver- 
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