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Volltext: Alte und Moderne Kunst V (1960 / Heft 11 und 12)

 
l Marktplatz in Kairouan. 
2 Unterhaltung im Grünen. 
3 Sommerlandschaft in Keiermarkt. 
4 Salzburger Wintcrlandschaft. 
Fahrt nach Nordamerika. So trat auch das Fremde und das Exotische 
in den Blickkreis Hubers. l)ie Helligkeit des Südens heilte seine Farben 
auf, die in Herbst- und Winterbildern häufig nur aus Grau, Braun und 
Weiß bestanden, und bereicherte die Palette durch starkfarbiges Weiß 
und Blau, Gelb und Rot. Nordafrikanische Landschaften aus der Oase 
Sfax, die Huber noch im Jahre 1959 besuchte, erreichten die größte 
Leuchtkraft. Aber auch in ihren starkfarbigen Kontrasten lebt das ver- 
bindliche Wesen des Malers, das die Härten mildert und in einem glän- 
zenden Licht aufgehen läßt. Es sind mcist Architekturlandschaften, wie 
die Bilder aus den amerikanischen Großstädten, die trotz der modernen 
Nüchternheit ihrer Gestalt durch das Licht ein phantastisches Element 
erhalten. Zum "Frager der farbigen Stimmung geworden, verklärt das 
atmosphärische Licht auch das pocsielosestc Motiv, sodaß der Umfang 
des Darstellbaren keine Grenzen zu kennen scheint, um so mehr als 
Huber immer wieder Phantasiclandschaften mit Figuren malte, gleich- 
sam paradiesische Gcfilde, die keine Härten des Wirklichen kennen. 
Gerade in diesen freien lmprovisationen lebt eine Vorstellungskraft 
von blühendster Farbigkeit, die nur sich selber zu leben scheint. Die 
duftigen und zärtlichen Töne offenbaren eine schwebende Welt, mit be- 
weglichen Formen vorgetragen, die mit Wirklichkeitsbildern von kraft- 
vollster und männlichstcr Handschrift kontrastieren. Gerade die 
Differenzierung des malerischen llandwerkes ist außerordentlich: von 
den schwebendsten Aquarcllfarben, die gerade die Eindrücke auf Reisen 
verewigen, bis zur dichten, mit temperamentvollcm, ja fast ungestümem 
Strich vorgetragenen Farbe, beherrscht Huber die reichste Skala der 
technischen Ausdrucksmöglichkeiten. Natürlich und gewinnend wirkt 
seine künstlerische Handschrift vor allem in den stillen mit einer 
fast versonnenen Freude gemalten Bildern der heimatlichen Dorf- 
landschaft. 
Nun ruht des Künstlers Pinsel. Lir erhebt ihn nicht mehr vor der ge- 
liebten Landschaft, wie cr es, durch sie immer wieder neu erregt, seit 
seiner Jugend getan hat. Durch viele Jahre. Die Bilder aber bewahren 
das Glück seines Erlebens und die Kraft seiner malerischen Gestaltung, 
die ihren persönlichen Zauber nicht verlieren wird. 

	        

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