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Volltext: Alte und Moderne Kunst VI (1961 / Heft 44)

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alles Leben hervorgeht - mag ausreichen, um die my- 
thische Substanz dieser mißverstandencn Epoche zu be- 
legen. 
In der Welt des Mannes steht das Individuum an pro- 
minenter Stelle. Der Einzelne, der tätig die Welt be- 
zwingt, der Geschichtsheld und der Künstlcrgott zählen 
zu den Symbolen, in denen sich das aristokratische Aus- 
wahlprinzip der Geschichte zum leuchtenden Signal zu- 
sammenfaßt. Die Helclenverehrung ist eines der großen 
Themen des 19. Jahrhunderts: es reicht durch Bild- 
sehichten von unterschiedlicher Dichte. Man kann den 
Kult des großen Menschen im Sittengeschichtsbild, in 
der offiziellen Historie, aber auch bei den unabhängigen 
Malern antreffen. Die erhabenste Gestalt, die ihm das 
Jahrhundert zu setzen vermochte, ist l)aumiers Don Qui- 
jote - ein Einsamer, in dem die ganze Tragik des 
männlichen Weltentwurfes enthalten ist. Im großen Men- 
schen wohnt die Apotheose eng neben der Verlassenbeit. 
Je höher ihn sein Ruhm hebt, desto fragwürdiger wird 
seine Bindung an die Umwelt. Das 19. Jahrhundert hat 
diesen Konflikt zwischen dem Einzelnen und der Masse 
mit der Eindringlichkeit eines Stigmas erlebt und ihm in 
seiner Kunst adäquate Symbole erfunden. Es ist nicht 
nur das Jahrhundert des isolierten Genies, sondern auch 
das der vereinsamten Masse. Beide bedingen einander. 
Das Alleinsein inmitten einer Mcnschenwüste, das 
Stendhal als ein Symptom der Modernität beschrieb, ist 
vor allem Symptom der männlichen Welt, die nach Ver- 
einzelung, Absonderung und Individualisierung drängt. 
Dieser irdischen llölle antwortet, aus den Erlebnisticfen 
des Weiblichen genährt, die Sehnsucht nach dem Irdi- 
schen Paradies, das keine trennenden Schranken kennt. 
Auch die Natur sieht der Mann unter tragischen Vor- 
zeichen: entweder als Spiegelung seiner eigenen Ver- 
lassenheit, wie in den Landschaften C. D. Friedrichs, 
oder als bedrohenden Aufruhr kosmischer Kräfte, deren 
Entfesselung das Chaos ausruft, wie in den Seestücken 
Turners, die alle um das Thema der Sintflut kreisen. 
Der Mensch ist der Natur ausgeliefert, sie ist sein über- 
mächtiger Gegenspieler: beider Dialog zielt nicht auf 
Geborgenheit und Einverständnis, sondern auf gegensei- 
tige Unterwerfung. 
Hinter dieser grandiosen, tragisch gefärbten Welt, deren 
Merkmale Isolierung, Entfremdung und Verzweiflung 
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