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Volltext: Alte und Moderne Kunst VI (1961 / Heft 47)

 
Lamberl llailwöcle, Der Maler Carry 
llauser. Wien o. ]., Druck und Verlag 
der Österreichischen Staatsdruckerei, 16 
Seiten Text und 24 Bildtafeln, davon 
vier fürbige, kart. 
Diese kleine Schrift ist ein wertvoller 
Beitrag zur Kenntnis von Wesen und 
Entwicklung eines der bedeutendsten 
Maler-Dichter Österreichs. Hauser hält 
in seinem Schaffen die rechte Mitte zwi- 
schen Expression und monumentaler 
Geste, seine Kunst ist daher besonders 
zur Lösung monumentaler, fläehenglie- 
dernder Aufgaben (Hausfassadenl) ge- 
eignet. Unzweifelhaft stehen Hausers 
künstlerische Anfänge ganz unter dem 
Zeichen des deutschen Expressionis- 
mus, aber der Weg, der zur eigenen 
Form führte, war gerade und kon- 
sequent. 
Der Begleittext von Professor Dr. Lam- 
bert Haiböck, einem Schüler Hans 
Tietzes, entspricht in seiner Schlicht- 
heit und Klarheit durchaus der Persön- 
lichkeit des interpretierten Künstlers, 
der Abbildungsteil kann bei aller Kürze 
als durchaus repräsentativ angesehen 
werden. - DrK. 
Barockmaler in Böhmen. 
Ausstellung des Adnlbert-Stifter-Verei- 
ncs im Wallraf-Riehartzmuseum in 
Köln. 
Barockmaler in und aus Böhmen, in Ol- 
gemälden, Olentwürfen, Aquarellen, 
Handzeichnungen und Kupferstichen 
werden in dieser wie eine geglückte Im- 
provisation wirkenden Zusammenstel- 
lung zu einem echten Erlebnis des böh- 
mischen Barock. Wir ermessen daraus 
die untrcnnbare Verzahnung des Böh- 
mischen zum Bayrischen, zum Osterrei- 
chischen und zum Fränkischen. Kein 
Künstler, der nicht auch zugleich in 
einem der Nachbarländer tätig gewesen 
wäre und dort die Stilentwicklung mit 
beeinflusst hätte. Höhepunkte: Eine ein- 
drucksvolle Serie von Porträts Johann 
Kupctzkys, ein Karel Skreta, der den 
größten Niederländern ebenbürtig bleibt 
und eine Reihe bezaubernd-genialer 
Skizzen von Miiulbertsch. 
Die von Altgrnl Dr. Christian Salm und 
Dr. johnnnn von Herzogenberg geformte 
Ausstellung (vorzüglicher Katalog: 
Erich Huhala) wird anschließend im 
Germanischen Nationalmuseum und 
dann im Münchener Prinz Carl-Palais 
gezeigt werden. (Mai bis November 1961) 
Das Sommerprogramm der Galerie 
IWelz, Salzburg. 
[Maria Eilger, Kernmikerin und Tep- 
pichkünstlerin, hat sich einen Ruf er- 
obert, der weit über die Grenzen der 
engeren Heimat hinausreicht. Ihr Werk 
wird mit richtungsweisenden Beispielen 
bei Welz vom 10. juni bis zum 6. juli 
ausgestellt. 
Wilhelm Tböny gehört zu jenen früh- 
verstorbenen Malern Österreichs, deren 
Schaffen schon seit längerer Zeit von 
der Galerie Welz immer wieder zur Dis- 
kussion gestellt wurde. Diesmal wartet 
die Galerie zwischen 8. Juli und 3. 
August mit Gemälden und Aquarellen 
auf, die bis dato bei uns unbekannt oder 
wenig bekannt waren. Kleinplastileen der 
Wiener Schule werden zur gleichen Zeit 
im Kellerloknl der Galerie gezeigt. 
Mit großer Spannung kann man der 
Ausstellung von wichtigen Werken des 
italienischen Realisten Renate Guttuxo 
entgegensehen. Diese Schau - sie fin- 
det genau während der Festspielzeit, 
vom 5. August bis zum 7. September 
statt - hat die Bedeutung einer Pre- 
miere für Österreich wie für Deutsch- 
land. Im Keller der Galerie wird Welz 
eine Auswahl von Werken aus verschie- 
denen außereuropäischcn Kunstkreisen 
unter dem Motto „Exotische Kunst" 
präsentieren. 
Kunxtgalerien in Klagenfurt. 
In Klagenfurt eröffneten im Mai zwei 
Privatgalerien, die „Galerie 61" in der 
Bahnhofstraße 24 - im fünften Stock- 
werk eines Neubaus untergebracht - 
und die kleine Keller-„Galerie in der 
Wulfengasse" (Nr. H). Es sind Grün- 
dungen von zwei Architekten und wer- 
den von deren Gattinnen geleitet, die 
erstgenannte von josefine und (Dipl.- 
Ing. Rudolf) Nitseh, die zweite von Hei- 
de Hildebrand. Beide stellen sich die 
Aufgabe, neue Kunst des In- und Aus- 
landes ihren Besuchern zu bieten und 
zeigen etwa drciwöehentlieh wechselnde 
Ausstellungen. Die „Galerie 61" eröff- 
nete mit einer Verbeugung vor einem 
der Altmeister der Kiirntner Malerei, 
Arnold Clementsehitsch, indem Maie- 
rei aus Pi" atbesitz aus den Zwanziger- 
und Dreißiger Jahren zusammen mit 
Arbeiten des Künstlers aus der letzten 
Zeit nebeneinander zu sehen waren. Als 
zweite Ausstellung eröffnete man hier 
am 25. Mai eine Auswahl farbiger 
Graphik des Slowenen Riko Debenjak, 
dern 1908 geborenen und mehrfach in- 
ternational ausgezeichneten Künstler. 
Durch ein bewußtes Kultur-Austausch- 
programm der Kiirntnei" Landesregie- 
rung mit den Naehbarprovinzen Slo- 
wenien und Friaul, das nicht nur die bil- 
dende Kunst umfaßt, haben sich in den 
letzten acht Jahren vielfache Beziehun- 
gen zwischen Kiirntncr Künstlern und 
der im internationalen Ausstellungswe- 
sen überaus aktiven Modernen Galerie 
in Laibaeh ergehen. Es fanden nicht 
nur hüben und drüben Kollektiven ein- 
zelner Künstler statt (etwa Werner Berg 
in Laibach, Gojmir Anton Kos in Kla- 
genfurt und Villach), auch Querschnitte 
durch die neuere Malerei und Plastik, 
die etwa 1956 mit einer Auslese „Slo- 
wenischer Impressionisten" einsetzte, er- 
möglichten Information auf breiter Ba- 
sis. So wird nun am 2. Juni auch eine 
Ausstellung „Zeitgenössische Malerei 
 
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