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Volltext: Alte und Moderne Kunst VI (1961 / Heft 48)

 
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Gelegenheit vers.umt zu haben. 
nach dem Vorbild von Middelheim 
Plastiken mitten in die Natur. in 
Baum- und Wiesengrün hineinzu- 
stellen; dem jungen Architekten 
Alfred B. Brandstätter kreidet man 
eine viel zu marktschreierische, so- 
zusagen messepavillonartige Gestal- 
tung des Ge ndes an. Tatsächlich 
ist das Becken des Teiches an sich 
ein nüchternes. durch Grasbewuchs 
des Bodens in seiner geometrischen 
Härte nur wenig gedämpftes künst- 
liches Loch, dem poetisch-stim- 
mungsmällige Werte wahrhaft nicht 
angerechnet werden können. Die 
Kojen wiederum schneiden die in 
ihnen aufgestellten Objekte weit- 
gehend von der Kommunikation mit 
Lieht und Luft ab und machen so- 
mit eine „natürliehe" Betrachtungs- 
weise unmöglich. Noch dazu schlägt 
sich das schrille Gelb ihrer Wände 
schmerzlich mit dem Grün des 
immerhin nicht ganz ausgeschalte- 
ten Bewuchses . .. 
Wir gestatten uns hier, die persön- 
liche Meinung zu vertreten, daß die 
so kritisierte Lösung zumindest in 
einigen grundsätzlichen Gedanken- 
gängen „etwas für sich hat", ja, daß 
sie. über das bloß Ausstattungs- 
mäßige hinausgehend, wesentliche 
Aussagen über die Exponate liefert: 
sie kann in ihrer Art mit dazu bei- 
tragen, die Werke als solche und 
vor allem den Wandel der Zeit- 
läulte, die sie hervorbrachten, bes- 
ser zu verstehen. 
Teilt man die siebenundsechzig 
Plastiken der Schau - das Format 
reicht vom [llberlebensgroßen bis 
zur Konsolfigurendimension - in 
zwei Kategorien, so wird man fest- 
ACHT JAHRZEHNTE FRANZUSISCHER PLASTIK 
Zur großen Aussiellung im Garlen des Palais Schwarzenberg 
ERNST KOLLER 
l August: Rodin, Der Schatten, 1880, 
Bronze, H. 192cm, Musäe Rodin. Paris. 
Selten hat eine Ausstellung vom 
Augenblick ihrer Eröffnung an die 
Gemüter so erhitzt wie diese - 
grotcskerweise nicht wegen des dar- 
gebotenen Materials, sondern um 
ihrer Aufmachung willen. Die An- 
Würfe reichen von der Wahl des 
Platzes - es handelt sich bekannt- 
lich um das längst trockengelegte 
Wasscrbecken am oberen Ende des 
Schwnrzenhergparkes - bis zu sei- 
ner Ausstattung mit gelb loliierten 
Kojen an den beiden Liingsseiten 
stellen, daß eine Gruppe durch voll- 
runde, in ihrer Oberfläche geschlos- 
scnc Werke gebildet wird, deren 
inneres mit der Außenwelt nicht 
verbunden ist, die daher mehr oder 
minder „massiv" wirken. Zu dieser 
Gruppe gehören nicht nur die älte- 
ren Arbeiten von Rodin, Bourdellc. 
Maillol und Renoir, sondern auch 
radikale Schöpfungen, wie etwa die 
Torscn von Jean Arp oder die gänz- 
lich unfigurativcn Objekte von 
limilc Gilioli. All diese Gebilde sind 
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