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Volltext: Alte und Moderne Kunst VI (1961 / Heft 49)

8 Mörser. Niederlande, 14.-15. jh., 
Bronze, Kunsrhandel, München. 
9 Mörser, Norddeutschland. 
14._]h., Bronze, Slg. Brauer, Elmshurn. 
 
 
Somit ist der hurizontal mit Wülsten verzierte Typus 
des Mörsers für das gesamte rheinische Gebiet gesi- 
chert. Aber auch für Norddeutschland und den Osten 
läßt sich der Typus im 14. jahrhundert belegen. Die 
Sammlung Dr. Breuer, Elmshorn, enthält einen dünn- 
wandigen Mörser aus Bronze (Abb. 9). der durch 
seine eigenartige Beschriftung am Rand, seinen ein- 
eckigen Henkel und seine tellerförmige Basis von he- 
sonderem Interesse und Wichtigkeit ist. Der Rand 
zeigt folgende Buchstaben und Zeichen: also ein 
A, ein auf einem seiner Querhalken stehendes Tau- 
Kreuz des Heiligen Antonius, ein Kreuz und ein spie- 
gelvcrkehrtes N, vielleicht zu lesen als „Sanctus An- 
tonius". Der Mörser hat mehr den Charakter eines ro- 
manischen, als eines gotischen Gefäßes. Da aber in 
Norddeutschland sich die Formen im Handwerk sehr 
lange halten, muß das Stück in das 14. jahrhundert ge- 
setzt werden. Der Mörser ist ein norddeutscher Boden- 
iund. 
Dem Breuer-Mörser am nächsten verwandt ist der Gelb- 
guiimörser im Museum für Kunsthandwerk, Frankfurt 
am Main, der früher in den Sammlungen Benario 
(Kat. Lepke, Berlin 1927, Nr. 469) und Mulert, Berlin. 
war (Abb. 10). Dieses Stück ist 20,5 cm hoch und hat 
zwei kleine, abgerundete, annähernd ein-eckige Henkel 
und eine tellerförmige Basis. Er wurde fraglos im 
14. jahrhundert gearbeitet. Liin weiterer, aus Nord- 
deutschland stammender Mörser aus Gelbguß mit zu- 
gehörigem Pistill, der ebenfalls horizontale Wülste und 
eine tellerförmige Basis hat, wurde oben in Ahh. 3 ge- 
bracht. Das Stück ist 15 cm hoch. Die ausgeprägtere Hen- 
kelform beweist, daß dieser Mörser jünger ist als der 
Frankfurter. 
Schließlich wird in Abb. 11 ein prachtvoller, 20,5 em 
hoher Mörser im Museum für Kunst und Gewerbe, Ham- 
burg, gezeigt? Das Stück ist aus Bronze und hat zwei 
eckige Henkel. Am oberen Drittel der Wandung läuft 
ein Fries. Auf beiden Seiten sind in der Mitte ein Spitz- 
schild mit dem böhmischen, doppelscl-iwänzigen, stei- 
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