MAK

Volltext: Alte und Moderne Kunst VI (1961 / Heft 53)

 
gentlich mit einem kleinen Relief 
verziert, im Wechsel der Formen 
wird auch die Ollampe herangezo- 
gen. Späterhin werden die Spar- 
büehsen bunt glasiert oder als Fa- 
yencen bemalt. Und immer häufiger 
erhalten sie, da sie ja für Kinder 
bestimmt waren, die Gestalt von 
Tieren und Früchten; die Glücks- 
tiere überwiegen. 
Aber auch dauerhalteres Material 
wird verwendet. Bei den Zünften 
gab es eiserne Spartöpfc, die mit 
mehreren Schlössern versehen wa- 
ren; diese Spartöpfe waren für das 
Einzahlen von Bußgeldern bestimmt; 
kleinere Formate solcher schmiede- 
eiserner Büchsen wurden dann für 
den Hausgebrauch nachgeahmt, der 
Deckel mußte mit einem Schloß ge- 
sichert werden. 
In der Biedermeierzeit war die 
Sparbüchse in den besseren Kreisen 
eine recht kostspielige Angelegen- 
heit; die Silberschmiede wetteifer- 
ten in der Erfindung immer neuer 
Behälterformen auf komplizierten 
Unterbauten; kleines Kuplergeld ist 
in solchen Sparbüchsen sicherlich 
nicht gespart worden. Dann folgen 
die protzenhalten Sparbehälter der 
Makartzeit und die mit verschiede- 
nen Mechanismen versehenen Ein- 
richtu-ngen. In exotischen Ländern 
wird auch exotisches Material für 
die Sparbüchsen verwendet, wie 
etwa die Kokosnuß oder die Kale- 
basse. Für die meisten Menschen je- 
doch bleibt die Erinnerung an die 
Anfänge des Sparens mit dem 
dicken Sparschwein verbunden, dem 
man mit Hilfe einer dünnen Mes- 
serklinge in unhewaehten Augen- 
blicken ein oder den anderen Spar- 
groschen wieder entlocken konnte. 
Ausführlich beantwortet wird auch 
die Frage, wie trugen die Menschen 
das Geld bei sich. Da gibt es köst- 
liche kleine Geldbeutelchen mit 
bunter Seidenstickerei aus dem 
18. jahrhu-ndert, und eine Fülle von 
kleinen Geldbehältern in Email, 
Lack, Leder usw., nicht viel größer 
als kleine Dosen, die an die glück- 
lieheren Zeiten erinnern, in denen 
man, mit wenig Geld beschwert. 
sein tägliches Leben abwickeln 
konnte. Für die Unterbringung des 
Papiergeldes war gleichfalls gesorgt, 
seidene Portefeuilles mit bunter 
Stickerei, meist Blumen und liebe- 
volle Sprüche. 
Daneben zeigen uns 'l"ausende von 
Münzen und Banknoten die Ent- 
wicklung des Geldes, das dem Le- 
hen und dem Sparen diente. 
Die Erste österreichische Spar- 
Casse durch Beisteuerung der nöti- 
gen Geldmittel und .Franz Lenk 
durch seinen Elan, Spürsinn und 
seine Kenntnisse haben so ein Mu- 
seum gesehallen, das einzig daste- 
hend die Geschichte e-iner Sparkasse 
und des Sparens illustriert. Es ist 
nur zu hoffen, daß dem Museum. 
nach der Erweiterung des Sparkas- 
sengebäudes Räume zur Verfügung 
stehen werden, die dieser Leistung 
würdig sind. 
 
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