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Volltext: Alte und Moderne Kunst VII (1962 / Heft 56 und 57)

raschend. Wir begegnen ihm 
aber auch in einem schreibenden 
livangclisten hlatthiius (zingeblich 
aus Toul, Xluseum Nancv) von 
großer Zartheit (.'Xbb.3). 'l"xpie 
scher im alten Sinne wirkt die 
Madonnenstatuette aus (Ihenie 
menil (Dep. Vosges) im Museum 
Nanev. lm stämmigen Volumen 
entspricht sie ganz der (irund- 
haltung vieler Werke der klassi? 
schen Zeit. Sehr seltsam das Aus- 
wuehten der Maße im rechten 
Arm, der sich abxxinkelt und vom 
Mantel umspannt wird. Die Bin- 
nenformen Zeigen aber viel Feine 
heit und Flüssigkeit; zierlich sind 
die SRLUTIPRTÜCH an Schleier und 
(Ähristusgewzintl. Hier vollzieht 
sich also die Hinneigting zur Ver- 
feinerung innerhalb der traditio- 
nellen lfmrissc. Diese Tendenz in 
der lothringischen Skulptur mag 
mit erklären, daß sich etwa zwi- 
schen 1370 und 1410 auch pur-Ini- 
xrlw Zuge aufspüren lassen. Leider 
ist der Bau der Coelestinerkirche 
von Metz (um 1375) verloren. 
Ihre Schlulästeine im Depot des 
Nletzer Museums hat Helga 
D. lrlofmann 3) in einem Aufsatz, 
behandelt, der die Nahe zur 
Parlerkunst aufzeigt. Vielleicht 
war der ganze Hallenbau das Werk 
einer Parlerhütte? 1) lfnter diesen 
Schlulisteinen sind besonders zxxei 
thematisch zusammenhiingenzle, 
die wohl dem (fhrxrgewtällwe an- 
gehorten, wichtig. Der eine zeigt 
den K1 ser Augustus mit der 
Tiburtin "chen Sybille an einem 
Altarstein (Abb.4). Die Sybille 
weist nach oben f in die Riche 
tung. wo einst der zweite Schlußr 
stein saß. Auf diesem ist die 
Himmel. scheinung der hluttere 
gottes mit dem an ihrer Brust 
saugenden Kinde dargestellt. Die 
weich-plastische Behandlung und 
der Typus der Figuren erinnern 
an die Reste der Parlerlvlastik am 
OlJCICH Ausbau des Straßburger 
Münsters (vur allem an die Gestalt 
des überlebensgrirßen Kaisersl). 
Vielleicht ging der XY eg der 
Metzer Pixrlerwerkstatt von Straß- 
burg aus, wo Parler das (ilmlkene 
gescholi zwischen den Türmen 
ausbauten. 
lm Äletzer Museumsdepot sind 
nach mehrere Fragmente, vor 
allem weibliche Köpfe, die dieser 
Strömung angehören. aber nicht 
xon der (Ioelestinerkirche stam- 
men. Aueh ein Bischofskopf im 
Museum zu Nancv vertritt eine 
lebendige Variante des parlerischen 
Typus mit den 
„Froschaugen" und dem prall- 
weichen Volumen der Gesamt- 
formF). Die etwa lcbensgroße 
Gruppe eines auf dem Pferd sitzen, 
den gepanzerten hl.(ieorg der 
den Drachen erlegt, in einer lurmr 
nische der Pfarrkirche zu Dum- 
iulien (Dep. Vusges) (siehe Anm. S) 
 
bezeichnenden 
 
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