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Volltext: Alte und Moderne Kunst VII (1962 / Heft 56 und 57)

ERNST KÖLLER 
Emil Jakob Schindler 
und sein Kreis 
in der Galerie 
Schebesta 
Diese verdienstvolle Ausstellung bringt 
neben wichtigen ausgemalten" Haupt- 
werken der in ihr vertretenen Kunstler 
eine Fülle köstlichster Ölskizzen, die zum 
Teil viel stärker als die „otiiziellen" 
Arbeiten geeignetsind, das Können ihrer 
Urheber im rechten Lichte erscheinen 
zu lassen. 
Emil Jakob Schindler (184271892), 
selbst ein Schüler von Albert Zimmer? 
mann. studierte gemeinsam mit Eugen 
Jettel (1845 1901) und Rudolf Ribarz 
(184871904) an der Wiener Akademie 
und war mit der nur wenig ' ngeren 
Malerin Tina BlaueLnng 084571916) 
eng befreundet; diese wichtige Künste 
lerin kann in gewisser Hinsicht bereits 
zu seinen Schülerinnen gezählt werden. 
ln noch stärkerem Maß gilt das für 
Olga WtSIHQBFeFlOFlUH (184471926) 
und vor allein von Carl Moll (1861 bis 
1945), mit welcher KÜnSlIEFPEFSÖFtIiChe 
keit die SchindlereSchule last bis in die 
unmittelbare Gegenwart heruberreicht. 
Auch Theodor v. Horrnanns Kunst ist 
obwohl dieser Maler an lahren der 
älteste der hier vertretenen Kunstler 
ist ohne die intensive Auseinander- 
setzung niit Schindler. bei dem er un- 
ermüdlich Rat und Hilfe suchte. kaum 
zu denken. Schließlich sind dem Kreis 
um Schindler noch die Malerinnen 
Marie Egner und Louise Parmentier 
zuzurechnen. 
Mit Schindler zieht der Hluminismus" 
in die österreichische Malerei ein, in 
ihm und den Malern um ihn werden 
die Pariser Strömungen virulent. han- 
delt es sich nun um den Realismus der 
Barbizan-Schule oder die lehren des 
lrnpressionisrnus die Dinggebundenheit 
der Biedermeiermalerei löst sich auf 
zugunsten des Bestrebens. die transi- 
torische, gleitende, ewig veränderliche 
Erscheinung der Welt festzuhalten. Das 
spezifisch Österreichische der SChIndlEt" 
Schule i:t aber immerhin in einer viel 
stärkeren Wahrung, ln einer viel 
hettigeren inneren Beziehung zurn Ge- 
genstand zu suchen dadurch ist eine 
organische Überleitung zu den mehr 
oder minder expressionistischen Ten- 
denzen iener Malergeneration zu su- 
chen. die in Kokaschka, Faistauer. 
Kolig, Wiegele und Boeckl ihre Haupte 
vertreter hat. 
In der Auseinandersetzung mit Paris 
wahrten die Maler um Schindler ihre 
Eigenständigkeit und werden dadurch 
über das Niveau bloßen Epigoncntums 
weit ernporgehoben. 
Dle Ausstellung in der Galerie Schebesta 
umfaßt 57 Exponate, CllC sämtlich in 
dem scliim , von UnlVrPFOl. Dr. Bruno 
Griinscliitz eingeleiteten Katalog für 
produziert sind. Eine sehr erhebliche 
Anzahl der Bilder stammt aus der 
Verlassenschaft der Künstler, von wo 
aus sie unmittelbar in den Besitz der 
Galerie Ubergingen. 
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