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Volltext: Alte und Moderne Kunst VII (1962 / Heft 58 und 59)

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cnklane". l.l 1h. (.rcgoi' Srhelik von Usrerull? 113W. 
 
14113; 
4 Nil!iillllrlicl-Üläfvpcltwiiha1. Lrzb. Ebvrhaitl Ill. von Neuhaus 1140347; 
a Slnllllirnchl lumvrhn 
1. s1r..11is1-n.-1.i i..,.,.. Ihm 
7 "mr-mk-nkiaut". Ems, Iulmntics 1. von 
 
 
 
k] s 1mm; um 14m 
Jlzlmu; um 14m 
clslwrß 1143m r 41a 
llorner des Nashornslri). Dieser 
lrrtum gibt einen Begriff von 
der gigantischen Grüße, die man 
diesem Sagentier zuschricb. In 
Fassungen aus Gold und Silber 
waren sie Aufnahme X011 
Reliquien und anderen l lciltürnern 
bestimmt. 
zur 
Die beiden Salzburger 1 lorner 
des Palazzo Pitti sind Meister- 
werke der (ioldschmiedekunst. 
Das kleinere trägt das Wappen 
Johann l. von Reisberg (1429 741) 
(Abb. 7). Eine silbervergoldete 
(Ihristustigur trägt das llorn, die 
Plastik ist stilistisch noch im 
llöbepunltt des weichen Stiles 
stehend, von erlesenster Quali- 
tät. f Das Adler 
getragene größere Horn (Abbß) 
wird von einem Pelikan bekrönt. 
Die Qualität und Strenge der 
plastischen Symbole, die Schöm 
heit der limailfriese 
als das bedeutendste der wieder? 
gefundenen Objekte erscheinen. 
lis wird in allen lnventaren von 
158571772 unverkennbar be- 
schrieben. 1585 weiß man noch, 
daß es aus dem Besitz des Erze 
bischofs (iregor Schenk von 
Osterwitz (139671403) stammt. 
lis gehört somit in die Frühzeit 
des weichen Stiles. 
Da" Holz der Libanonzeder und 
des Ölbaumcs aus dem Heiligen 
Land, aber auch der X1 urzelstock 
heimischer Hölzer hatten den 
Ruf, aus Trank die Gift- 
stotfc hcrausz ziehen. (iift spielte 
damals im Kampf um politische 
Macht eine große Rolle. So erfand 
das Mittelalter die phantastische 
(iefäßform der hölzernen Doppel- 
sclteuernlbi). Goldschmiede ere 
hoben sie durch kunstvolle Von? 
ticrungen zu Kleinodien. 
Unter den sechs Doppelscheuerit 
des Palazxci Pitti konnten fünf 
als salzburgisch gesichert werden 
(1Xbb.9,1O, 1 1,13). Auch Salzburgs 
Fürsten und Domherren schweb- 
ten dauernd in dieser zeitgemäßen 
Angst vor Vergiftungen. Die 
im Inventar von 1585 so zahlreich 
genannten "Natterriztingen" (Haie 
fischzähne in Silber gefaßr) muße 
tcn vor jeder Mahlzeit zur Gifte 
probe kredenzt werden 1"). 
von einem 
lassen es 
 
dem 
Die Chroniltl7) berichtet, daß 
liberharrl lV. von Starnberg 
(1427 4.9) durch (iift sterben 
mußte, weil er zu energisch gegen 
das Konkubinat der Kleriker vor- 
ging. 
Die formstrcnge Doppelscheuer 
lirzbischof Pilgrims von Puch- 
heim (1365 96) erinnert an das 
glanzvolle Leben am Hofe dieses 
Wleltmannes und Kunstfrctindes, 
in dessen Lustschloli "Freuden- 
saal" (Freisaal im Nonntale) der 
„Älonch von Salzburg" seine 
Liebeslieder sang. 
Wir l-(Önfitth uns diese 'I'rink' 
gefäße auf der Tafel des Fürsten 
vorstellen, deren Freuden der 
[Jichtermiänch Martinsfest 
besingt: 
ZLUTI 
„Geus aus, schenkh ein . . . 
dv gens solt du uns meren 
und auch den küelen Wein 
gesoten und gepraten 
s_v müessen all herein . . T13) 
Welchen Wert man den „Fladere 
köpfen" damals beimaß. geht 
aus dem Testament des llans 
Kuchler von Friedberg vom 
11. August 1436 hervor. lir 
vererbte dem Herzog Älbrecht 
von Österreich: „. . . mein hult- 
zcins Eribkopiwfel, das dann lange 
Zeit bev meinen Vodan ie von 
ainem zu dem andern unzt her 
auf mich ereribt komen 
ist . . ." 
Auch Erzbischof Burchards von 
Weißbriach (1461ee66) Fladerkopf 
ist gefunden (rkbb. 11). Für ihn 
arbeitete der Goldschmied XVolf- 
hart Faust stattlichen 
Preis von 961 Pfund Pferinigen 
einen Silberaltairlft). Die Klone 
und 
um den 
tierung seines Trinkbcchers ist 
einfach, aber geschmackvoll. 
xXuf gotischen Tafelbildern finden 
wir diese (äefaße als Attribute 
der heiligen Könige als Behälter 
fiir kostbare Gewürze. ln den 
lxiirchenschätzen dienten sie auch 
als Heiltuntsbehälteri"). jeden? 
falls war die kleine Scheuer, 
die kein Wappen tragt, dafür 
aber am (Griff das reizvolle gotie 
sche Sakramentshaus, kein Trink- 
gefziß, sondern ein Behälter 
(Abb. 13). Auch die beiden als 
"Meernüssc" bezeichneten Kokos- 
nuß-Doplwelbecher Heil- 
tums- und Reliquienbehälter, da 
ihre (jrifiie durch Ösen verschließ- 
bar sind und im Boden in Email 
der Pelikan, (Ihristi Leidenssvm- 
bol, dargestellt ist (Abb. 14). 
Zusammen den noch im 
Domschatz vorhandenen Objek- 
ten gehörten diese Behälter zu 
den Heiligtiimern des Ilochstiftes, 
bevor sie Ende des 16. _]ahre 
hunderts, der Zeit der Kunst- 
und Wunderkaininern, ihres kul- 
tischen entkleidet, 
schließlich unter den Raritäten 
der „Großen Galerie" aufgestellt 
wurdenll). ln den alten Heile 
tumsbüchlcin der Gotik finden 
wir diese (iefaßformen abgebil- 
det, wie im "Wiener lleiltums- 
buch" 150211) (Abb. 12). 
Neben llolzschnittdarstel- 
hingen stehen 
geni 
waren 
mit 
Zweckes 
von 
den 
die Beschreibune 
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