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Volltext: Alte und Moderne Kunst VII (1962 / Heft 60 und 61)

 
Ohne Zweifel ist Beloeil eines der juwele des Hennegaus, jenes 
an schönen Städten, prächtigen Schlössern, blühenden Klöstern 
und geschichtlichen Erinnerungen so reichen Landes. Aus dieser 
Landschaft der harten Köpfe und guten Soldaten holte das Haus 
Österreich stets seine besten Diener. Um nur bei den Feld- 
marschällen zu bleiben, brachte es neben vielen anderen den 
berühmten Clerfayt, Arenberg, zwei Ligne und schließlich den 
illustren Feldzeugmeister Beaulieu hervor. Drei dieser Großen 
ruhen in österreichischer Erde. 
Dieses so oft von Kriegen heimgesuchte Grenzland hatte sich 
im Verlaufe des 18. Jahrhunderts den Genius der französischen 
Kultur angeeignet und dabei doch seinen köstlichen Regionalis- 
mus und seine Treue zum Heiligen Römischen Reich bewahrt. 
All dies geschah im Zeichen seiner großen Familien, der Ligne, 
Arenberg, Gomegnies, die Nachbarn der mächtigen Häuser 
der Croy und der Chimay waren, welche im Dienste Frankreichs 
standen. Reisende und Kuriere verbreiteten hier binnen 48 Stunden 
den letzten Tratsch von Versailles, und die Landherren bemühten 
sich - wobei sie sich zugrunde richteten - nach diesem Vorbild 
zu leben. Es ist also weiters nicht erstaunlich, wenn man Beloeil 
das belgische Versailles nannte. Unweit von hier lag die Herrschaft 
 

	        

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