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Volltext: Alte und Moderne Kunst VII (1962 / Heft 60 und 61)

Paul Troger ist eine der zentralen Gestalten der österreichischen Malerei des 18 
hundetts. Seine Kunst steht an der Wende vom Barock zum Rokokt) und l 
zismus und läßt sich keinem dieser Stile reibungslos einordnen. Darum gab e: 
bisher keine geschlossene Würdigung des Problems Paul Troger. Die AllSStl 
in lnnsbruck versucht durch die Konfrontierung der wichtigsten erreicl 
Werke der Lösung dieses Problems nahezukommen. Tatsächlich zeigen die 2 
bilder und die 14 Farbdiapositive seiner bedeutendsten Fresken gewisse Leit 
zu einer neuen Bewertung und Einordnung des Künstlers auf. Daß trotzdem 
viele Fragen olTenbleiben, ist bei dem großen Umfang des Schaffens Troger 
der Fraglichkeit mancher Zuweisungen und bei der unvermeidlichen Beta 
heit eines Veranstalters nicht zu vermeiden. 
Entscheidend ist für Trogers Kunst die Tatsache, daß sie sich der Entwic 
der österreichischen Barockmalerei, die in der Endphase von Daniel Grar 
Bartolomeo Altomonte bestimmt wird, nicht einfügen läßt. Troger ist ein c 
reicher „Eindringling", der sich gegenüber der vom Hofkreis bestimmten XX 
Kunst durchsetzt und mit seinen zahlreichen Schülern auf diese österreicl 
Malerei dominierenden Einiiuß gewinnt. 
Troger War ungefähr ein Jahrzehnt (ca. 171771726) in Italien und das nicl' 
als Schüler, sondern auch als selbständiger Künstler, dem es an Aufträgen 
mangelte. Wir wissen, daß er in Venedig bei Piazzetta, in Neapel bei SOllHICI 
Rom bei Conca und Trevisani und in Bologna bei Crespi war. Das erste da 
XVerk Trogers, Christus am Kreuz in der Kalvarienkirche Kaltern 1722 (Südi 
zeigt ihn noch ganz im Banne seiner italienischen Eindrücke. Die für ihn s 
typische Verwendung von Licht und Dunkel ist kaum zu spüren. ln dieser 
hatte Troger auch die Verpflichtung, seinem Mäzen Jakob Maximilian Graf 'J 
Fürstbischof in Gurk, für ein großes Stipendium von 1000 Rcichstalern eine l
	        

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