MAK

Volltext: Alte und Moderne Kunst VII (1962 / Heft 62 und 63)

men niit einer wohlftiulttiimie- 
renden llllndßlSklfgzlfilßlltitH1 und 
tüchtigen Agenten wie dem in 
Salzburg mehrfach erwiihnten Bar 
tholomatis Fesenmayru) die Ver- 
breitung der Xr- 
beiten. 
Zeitgenössische Berichte schildern 
die Tafel der Salzburger Fürsten 
als eine der prunkvollsten ihrer 
Zeit. 
ln „Theatrtiixi 
laaeum" H!) wird sehr anschaulich 
berichtet, wie Erzbischof Guidw 
bald als Prinzipalkomniissar (Ver- 
treter des Kaisers) am Reichstag 
zu Regensburg in der Fastnacht 
1663 ein großes ikbendbankett 
für 130 Gäste im großen Saal zu 
Sankt limmeran gibt. Auf vier 
großen 'l'afcln stehen 30 vergule 
dete Leuchter und für alle Gäste 
ist reich in Silber gedeckt. Be- 
sonders hervorgehoben wird „das 
stattliche Confekt, so in 130 sil- 
bernen und verguldten Schalen 
dastund und denen Fratietizim- 
mern ausgetcilet wurde". 
Augsburger 
Älerians liuroa 
Margarete Costa aus Ferrara schil- 
dert in ihrer Reisebeschreibung 11), 
wie1628 Großherzog Ferdinand ll. 
von Toscana (Medici) mit fürste 
lichem Pomp in Salzburg empfan- 
gen wird. Er war Gast an der erze 
bischöflichen lloftafel, wobei sie 
allen Prunk ihrer goldenen Ge- 
schirre entfaltet hat: zweihundert 
Jahre später sollte sein Nach- 
folger und Namensvetter Fer- 
dinand lll. von 'I'uscana (llabs- 
burg-Lothringeri) die ganze 
Pracht nach Florenz entführen. 
Durch genauestes Heranziehen 
weiterer lnventare und durch das 
Flntgegenkommen der Direktion 
des degli Argcnti in 
Florenz ist es heute moglich, 
außer dem bekannten fünfteiligen 
Goldservicc weitere 61 Stück aus 
den Beständen des Palazzo Pitti 
als Teile von Wolf Dietrichs 
Tafelgerät zu beweisen. Die Salz- 
burger Prunkgeschirre des Palazzo 
Pitti ergeben ein großartiges Bild 
Hoftafel Erz- 
hluseo 
der des 
bischnfs. 
lis handelt sich um die Serie der 
54 silbervergoldetcn Kredenz- 
schalen, um drei große ebensolche 
Schenkkannen mit Becken und um 
einen (ilaskrug in 
Sillwermontierung. 
Der (ilaskrtig (Abb. 7) (Kat- 
Nr. 17) ist besonders charake 
teristisch für die (ieisteshaltting 
des Fürsten und llofes. 
Das kostbare Gefäß ist ein frühes 
Erzeugnis der 
(älasntzinufaktur 
trägt auf dem Deckel das limailw 
Wappen des Fürsten (Abb. 8). 
24 
V (in 
vergoldeter 
seines 
venezianischen 
Murano und 
Zwei lateinische Distivchen auf 
dem vergoldeten breiten Silber? 
Sockel zeigen uns den modernen 
römisclteii Geist des spaten 
16. Jahrhunderts, den XY olf Diet- 
rich als Schüler des (Äollcgituti 
(iermanicuni in Rom 
Nipotc des Kardinals Altcmps in 
sich aufgenommen hatte. Die 
Übersetzung lautet: 
und als 
„Dir brachten in dieser Schale 
die alten Liburtier ihr Opfer, 
(iefuittlcn sei sie erneut, Apoll, 
deinem Dienste geweiht! 
Weil w ir nun aber im llatise des 
Fürsten Thcoderich xx eilen, 
Will ich beiden (lottern 
dienen und auch den (lasten l" 
nun 
Beiden (Erörtern, dem heidnischen 
Apollo dem Christengott, 
möge der Krug im llatise des 
Fürsten und Erzbischofs von Salz- 
burg ldeen Neue 
platonismtis und die spielerische 
Gleichsetzung antiker Älvthtilogie 
mit dem Christentum 
päpstlichen Rom dieser Zeit als 
elegant und geistreich. Auch am 
Salzburger llofe gefiel man sich 
in dieser weltmännischen Pose. 
Originell ist auch die ldce, den 
eindeutig im 16. Jahrhundert ente 
standenen xenezianischen 
auf der Widmung als ehrwürdigen 
Fund aus der Zeit der Liburner 
(wie man die keltischen l'rein- 
wohner Salzburgs gerne nannte) 
auszugeb; . lm Inventar von 1612 
ist der Krug als (Iescheitk des 
. burger Xdeligcn Balthasarxon 
Gleinitz zu Gleinitzstettenll) bei 
zeichnet, der mit dieser kostbaren 
und so geistreich geformten (iabe 
wohl eine besondere Gunst des 
und 
des 
dienen! 
galt im 
Krug 
  
 
Fürsten erbeten hatte. 
Die 34 Krcdenzschaleit und die 
drei großen Becken mit Schenke 
des Pitti bilden 
eine geschlossene, stilistisch und 
l-zannen PfliGZZU 
zeitlich zusammenhängetide (irup- 
pe. Ihre ltünstlerische (Qualität ist 
herxorragetul. Die Punzen und 
der Stil weisen als Kleister zwei 
bedeutende 
burger Künstler aus. Sechs der 
Krcdenzschalen (Kap-Nr. (16 71) 
und ein Becken mit Kanne (Kai- 
Nr. 72, 73) tragen neben dem 
Augsburger Beschauzeichcit das 
Älonograinni BK 
unbekannten Augsburger Meisters 
(Abb. 9, 16, 17), das zweite runde 
Becken mit Kanne (Kat-Nr. 74 
und 75) und 48 Kredctizschalen 
(Abb. 18, 19, 10 15) (Kitt.- 
Nr. 18 65) tragen das Äionow 
gramm des Augsburger Meisters 
Paul lliibtier und die Augsburger 
Stadtmarke. 
Das Meistetzeichen 15K auf sechs 
Kredettzschalen und einer Kanne 
verschiedene Äugse 
eines bisher 
7 
kilhlkililßltti Ä-Lhlxlllg. wlliwlilitvlilhtä, um iswu. 
i -Xi.17 
kklltlhlillwtliti k-lxsklug. lkiul du Nloutatji" mit 
um lliriiiilis wiJWt-ii 
ini_c'.iti..t.iii- m mia am liimll XHH in". Kail. 
xilzhuiti MALI. I 
Htu lau-it- 
lxal im xi 
lrFwLFfPÄ 
 
in (mld und [und xiui llnlh lxdll.
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.