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Volltext: Alte und Moderne Kunst VIII (1963 / Heft 66)

 
r. Bandcrspitzc (frühes Stadium). 11. Jahrhundert. Österreichisches Museum fur angewandte Kunst, Wien 
7 Gcwcbtc Spitze, n. Jahrhundert. Österreichisches Museum n" axlgcwandte Kunst, Wien 
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man ohne weiteres manche Darstellungen auf einem 
Gewande mehrmals anbrachte. Diese Bildwebereien 
hören im 17. Jahrhundert wieder auf, da man dann 
die kostbaren Brokate der Gewänder für sich wirken 
ließ. 
Als die Samtweberei aufkam, behalf man sich in 
den Gegenden, die Samte nicht herstellen konnten, 
mit dem Aufblasen von Wollfasern auf ein geleimtes 
Gewebe. Aber auch in den Samtgebieten kam man 
bald darauf, wie vorteilhaft es war, glatte Samte zu 
weben und das Muster einzupressen (Abb. S) (das, 
was heute die Handelsbezeichnung Velour gaufre 
trägt). Um bunte Samtgewebe herzustellen, bedurfte 
es der Verwendung mehrfarbiger Kettfatlen neben- 
einander; die Farbe der Kettfädengruppen und ihre 
Anordnung mußte auf das gewünschte Muster 
genauestens abgestimmt werden. Um diesen tech- 
nischen Schwierigkeiten auszuweichen, begann man 
das farbige Muster auf die Kette aufzudrucken, das 
heißt in dem Ausmaße in der Länge verzerrt, daß 
der Florhöhe Rechnung getragen wird. 
Auch in der Geschichte der Spitze spielt das Surrogat 
eine bedeutende Rolle, besonders nachdem die 
Spitze über die Leistungen des llausHeißes weit 
hinaus gediehen war. Der Point gros de Venise 
war eine ebenso kunstvolle wie kostspielige Ange- 
legenheit, kein Wunder, daß man in immer größerem 
Ausmaß die glatten Partien dieser Spitzenart durch 
gewebte schmale Bänder (Abb. 6) ersetzt, bis eine 
meist recht häßliche Sache daraus wird. Und so war 
es nur natürlich, daß man bei den kostbaren Spitzen 
des 18. Jahrhunderts sehr bald die abwechslungs- 
reichen geklöppelten Grundnetze durch Tüll er? 
setzte, in den man das Muster einhängte oder, noch 
einfacher, auf den man es applizierte. Überdies hat 
man schon im 17. Jahrhundert eine besonders dicht 
gemusterte Spitzenart durch gewebte Spitzen (Abb. 7) 
zu ersetzen versucht. 
Der Knüpfteppich blieb von solchen Entwicklungen 
nicht verschont; England hat dabei die Initiative 
ergriEen, auf mancherlei Art dafür Ersatz zu schaden; 
der Weg führte von der Verwehung bunter Chenille- 
streifen über das Weben von Florteppichen zum 
maschinellen Knüpfen. In kleineren Ausmaßen 
wurden mit der Kurbelstickmaschine im Moos- oder 
Plüschstich teppichartige Gebilde hergestellt. 
 
 
 
 
 

	        

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