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Volltext: Alte und Moderne Kunst VIII (1963 / Heft 66)

 
Wärmcapfc 
1. Französisch 
x. MusL-e de ( 
l", U G E, N P H 1 L I P P () V I C H LVä y y; e äpfg] Als im vergangenen Jahrhundert die Gründung de: 
Kunstgewerbemuseen aktuell zu werden begann, ha 
dies zu langen Erörterungen hinsichtlich einei 
Typenbezeichnung für diese Art der Kunstmuseer 
geführt. Das Wiener Museum, traditionsreich aui 
diesem Gebiet, führt heute den Namen „Museun 
für angewandte Kunst". Es wäre ein Irrtum, dies 
als krampfhafte XVurtbildung anzusehen, und al: 
Beispiel der gut durchdachten Überlegung, die diesei 
Museumsbezeichnung zugrunde liegt, sei hier aul 
ein ganz überraschendes Werk der Kleinkunst ver 
wiesen, das angewandte Kunst aus dem 13. Jahr? 
hundert zeigt. [n der Schatzkammer der Peterskirche 
in Rom befindet sich ein Wärmeapfel, der zun" 
deutschen Krönungsschatz gehört. Die Wärmequellc 
ist ringgelagert, die beiden Halbkugeln, aus denen 
der Wärrneapfel besteht, sind aus Rotkupfer, das 
stark feuetvergoldet ist. Der Wärmeapfel ist mit 
zahlreichen feinen Bohröffnungen versehen. Das 
Pfannchen, das die Wärmequelle aufnehmen soll. 
ist eine kleine Halbkugel. Von Villard stammt die 
Skizze zu einem Wärmeapfel, nämlich der Schnit1 
durch einen Wärmeapfel. Die Zeichnung ist un' 
1235 anzusetzen, zeitlich also dem Wärmeapfellj 
aus dem deutschen Krönungsschatz nahestehend. 
Als Wärmequelle wird ein glühendes Metallstück 
in verschiedenen Fällen jedoch eine brennende 
Flamme angenummen. Die Form dieser lland- 
wärmer ändert sich im Verlaufe der Jahrhunderte 
wie auch das Material, aus dem sie gefertigt werden 
Ursprünglich scheint Kupfer vorzuherrschen, den" 
sich Brnnzeexemplare beigesellen. Wesentlich späte: 
tauchen dann die Älessingexemplare auf. Die größerer 
Messingexemplare, hier ist die Rede von europäi- 
schen Stücken, werden zumeist rechteckig geformi 
und sind wohl mit Hnlzkohlestücken gefüllt vsnrden 
Fußwätmer haben zumeist ein Gitter aus kräftigen" 
Messingdraht über dem Kohlenbehälter, der mii 
einem perforierten Deckel nach oben abschließt 
Auf dieses grnbmaschige Gitter konnte man die 
Füße lagern. Zum 'l'ransport des Beckens dient eir 
umklappbarer Traggriff. 
Die Bezeichnung für solche llanrlwärmer läud 
sinngemäß in verschiedenen Varianten durch. St; 
z. B. Wärmekugel, XVärmeapfel oder auch aus den 
Französischen flandwärmer, Ilandwärmeäpfel. Die 
Bezeichnung, die solchen Kugeln gegeben wird, 
stützt sich jedoch im allgemeinen auf die persönliche 
 
l lnnenansiclit du Warmcaptcls zu Abb. 1 
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IN PHILIPPUVICH 
Wärmeäpfel
	        

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