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Volltext: Alte und Moderne Kunst VIII (1963 / Heft 67)

auf Grund der engen Verwandtschaft der Bildstruktur 
mit einem dasselbe Thema behandelnden Gemälde 
des Begründers der Bogotaner Schule, Gaspar de 
Figueroa, das sich im "Museo de Arte Colonial" in 
Bogota befindet, diesem Maler der ersten Hälfte des 
17. Jahrhunderts zugeschrieben werden kann W 
erscheint geHügelt, wie vnn oben kommend, in 
prunkvoller antiker Kriegstracht, die rechte lland 
wie verzeihend erhoben, einen Palrnzweig in der 
Linken, und tritt auf den Leib des hingestreckten, 
mit Schuppen bedeckten und mit geknickten Fleder- 
mausHügeln dargestellten Satans, der aus breit- 
knochigem Indianergesicht wie angstvoll zu dem 
vornehm-zarten, mitleidsvoll herabblickenden llrz- 
engel emporschaut (wobei daran zu erinnern ist, 
daß seit dem Inka Huiracocha das Hinwegschreiten 
des lnka über den Leib der besiegten Feinde als 
Sieges- und Triurnphzeichen galt) 6); der Hintergrund 
zeigt stilisierte, gleichmäßige Wolkenbildungen und 
erinnert in seinem gelblichen Ton an eine vergilbte 
Manuskriptseite. Das Bild verkörpert also ein M0- 
ment des mystischen Kampfes zwischen Gottes- und 
Teufelsstaat, wobei der letztere offenbar mit der 
indianischen Unterschicht der kolonialen Gesellschaft 
identiliziert wird: ein treuer Spiegel der zugleich 
theologischen und aristokratischen Geisteshaltung 
des spanischen Kolonialstaates. Besonders interessant 
sind die Bearbeitungen (xrtsfremder Bildkonzeptionen 
vom Standpunkte Bogntaner Geistigkeit. Eine 
wahrscheinlich von dem bedeutenden Schüler des 
erwähnten Figueroa, Gregorin Vasquez de Arce y 
Ceballos (1638W1711), stammende Holztafel stellt.
	        

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