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Volltext: Alte und Moderne Kunst VIII (1963 / Heft 67)

Jede an das Wort gebundene Schilderung der Werke Wulcntas wird in gewissem Grade unvollkommen bleiben, 
weil der Mensch eben von dem Wort eine gewisse, von altersher durch die gesellschaftliche Übereinkunft einer 
Sprachgemeinschaft bedingte prazisierte Vorstellung hat Die Schöpfungen Walentas und vieler anderer ähnlich 
schaffender Künstler iedacti sind so vollkommen neu, daß sie sich absolut in keine der vorhandenen Vorstellungs- 
normen einordnen lassen, 
Wir sehen hier Andre Malraiy-C Worte bestätigt: „Wir werden inne, daß bildende Kunst niemals aus einer be- 
stimmten Art besteht, die Welt zu sehen, sondern sie zu gestalten." Eine vollkommen neue Gestaltung ruft aber 
den Betrachter dieser Neuheiten auf, sich von unnotigen Vorstellungen frei zu machen. Das wird für den Men- 
schen. der mit einem Wusl von Begriffen beladen ist, seien sie nun gebildeter oder ungebildetcr Art, am Anfang 
sicher mit grellen Schwierigkeiten verbunden sein. Dem Kind, noch unbeschwert von den Namen der Dinge 
ibh stens den Hund schon „Hau, Hau", nennendi, werden moderne Plastiken aber gleichbedeutend mit ieder 
anderen sein, wenn diese auch von Michelangelo gemeitlell ist. 
Noch sind die Dinge nicht in eine Norm geordnet, nach sind sie fern von Gut und Böse, alle Erscheinungsformen 
gleich. die Hand der großen Mutter, der Baumstamm im Garten und die hüpfencte Amsel im Grase ebenso wie 
die ,.Flora mISl c , Erscheinungsformen eines einzigen Ursprungs, einer einzigen Eiinancitionsquelle, aus d r 
man auch selbst gekommen ist.
	        

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