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Volltext: Alte und Moderne Kunst VIII (1963 / Heft 68)

an aus dem Kunstleben und Kunsthandel 
M DES 20. JAHRHUNDERTS: HOFLEHNER 
asser machte die Bekanntschaft von Rudolf Hoflehner im Fruhiahr 1947. Damals lebte der Kuiistler mit Frau und Kind 
kleinen. aber äußerst ordentlichen und blitzsauberen Atelier in Urfahr. der russischen Besatzungszone von Linz, und 
er Lehrtatigkeit als Professor an der Kunstgewerbeschule der oberosterreichischen Landestiauptstodt nach. Ordentlich 
sauber: das ist hier nicht als eine der üblichen allzu banalen Lobpreisungen gemeint, die bemuht sind. aus Jedem 
wenn schon kein Genie, so doch ein Vorbild von einem Menschen zu machen es scheint sich in beiden Epitheta ein 
imrnencler Wesenszug einer Persönlichkeit zu spiegeln, die auch in ihrem Schaffen Schlamperei und genialistische 
ition nicht duldet. Dazu tritt ein zweites Moment. das damals bei Hoflehner schon klar ausgepragt war, nämlich die 
e Lust am Experimentieren. Hoflehner hatte in den Jahren unmittelbar nach dem Krieg noch nicht den Weg zur 
wtalen Eisenplastik gefunden. aber er bemühte sich unablassig, alle nur erdenklichen Materialien künstlerisch zu 
n: er bemalte Kieselsteine, schuf alraunenartige Gebilde aus Treib- und Wurzelholz und gestaltete aus textilen Ab- 
zvolle Wandbehänge. Er durfte in Österreich wohl zu den ersten zählen, die den Reiz des Hobiet trouve" erkannt und 
t hatten. Überhaupt spielte damals das Surreale eine gewisse Rolle in seinem Schatten, es mochte wohl von einem 
en Erleben des ,.Dinges" in der ganzen Rätselhaftigkeit seines So-Seins angeregt worden sein Daruber hinaus be- 
l-loflehner sich sehr stark mit MEÖITEFFOFtrKiGSSlSChEm. mit UFrFFUChlbOfKEllS- und Zeugungsmythen und ihrem Reflex 
ldenden Kunst. Von hier aus fuhrte der Weg wieder zuruck zu ienem Sinn fur Sauberkeit, Klarheit und Prazision, 
der Stupideste an seinen Arbeiten verspuren müßte: Hoflehners Denken ist der vollkommenen, restlos ausgesprochenen, 
elbst heraus evidenten Form zugetan, wie sie uns die klassische Antike als unvergängliches Erbe hinterlassen hat Vor 
Jahren betonte Hoflehner in einem Fernsehinterview seine Abneigung gegen alles Dunkle, Feuchte, Neblige, Nordische 
innte sich zur Klarheit des mediterranen Raumes. Wir möchten seine letzten Schöpfungen, die im Museum des 20. Jahr- 
während des Monats März gezeigt worden waren, um dann auf Tournee nach Deutschland zu gehen. als Bekenntnisse 
if gegen das Dunkle, Ungewisse, Unmenschliche verstanden wissen. Hoflehner steht auch insoferne in der Tradition 
sik, als seine zuweilen auch maßstdblich mächtigen, immer aber monumentalen Eisengebilde die Bindung an das 
durchaus nicht aufgegeben haben: gäbe es Menschen aus Eisen, sie konnten nicht anders aussehen als l-loflehners 
gen. Damit ist es ihm aber gelungen. das Material „Eisen", wohl das sprödeste der bildenden Kunst und das am 
w ausgeniitzte, gleichsam zu vermenschlichen durch Hingabe an das Stoffliche und dessen Bewältigung zugleich. 
ien Namen nennt. beschwört den Geist des Prametheus (Abb. l). Köller 
FRÖHLICH 
tellung an der Galerie Tao,Wien I. Sein Lebenslauf ist mit ein paar Worten erzahlt: 1910 in Linz geboren, studierte er 
an der Akademie in Wien bei Dachauer und Andri; seine Kunst erhielt dadurch zunächst den Stempel eines heute 
"OVIHDCJI und veraltet anmutenden heimatbetonten Symbolismus, 
ismäßig spät erst, in den Jahren nach dem letzten Krieg, fand der Kunstler den Weg zu sich selbst. Sein bedeutendstes 
ies Werk sind die Fresken in dem von l-lolzmeister neugestalteten Landestheater in Linz: besonders interessant war 
'igkeit in der Klosterkirche von Engelszell, deren Fresken von Bartolomeo Altomonte er restaurierte. Darüber hinaus 
im Longhaus ein neues Deckenfresko schaffen, das an die Stelle einer durch den im 19. Jahrhundert erfolgten Abbruch 
ölbes vernichteten Arbeit trat, 
rde Fröhlich durch die Verleihung des Staatspreises fur Malerei ausgezeichnet. Es ist bezeichnend fur den Kunstler, 
war meist in violliger Zuruckgezogenheit in seinem ländlichen Atelier arbeitet (das im Gemeindegebiet von Ottensheim 3 
Bend schöner Situation liegt und einen weiten Blick über das oberösterreichische Alpenvorland eraffnet), aber immer 
n die Ferne - nach ltalien und Frankreich und unlangst auch nach Spanien zieht. um seinen menschlichen und 
schen Horizont zu bereichern. 
DNS seiner Spanienreise präsentierte er im November 1962 in der Wiener Galerie „Tao" eine Kollektion von Gemälden 
am Titel .,Spanische Assoziationen". Eines dieser Gemälde. das Bild ,_Ximenes de Cisnetos". wurde vom Bundes? 
um fur Unterricht angekauft, 
s .,Spanische Assoziationen" sind Abstraktionen. Verdichtungen zu Zeichenhaftem. in denen Gesehenes. Empfundenes 
ibtes gedeutet und von allem Unwesentlichen entschlackt wird. Der Grundton des Sehens und Erlebens ist durch den 
: von Einsamkeit, Menschenleere, Hitze, Armut. düsterer Strenge und extremer Helligkeit bestimmt: das Flimmern 
we in kochender Luft über kargem Gestein kristallisiert sich in seinen großformatigen. kornig-pastosen Gerndlden zu 
Jften Symbolen. die den gesehenen. ,.umgesetzten" Gegenstand gerade noch erkennen und erahnen lassen. So erhalten 
der etwas unerhört Aggressives, Zupackendes. Unerbittliches, sie sind streng, spartanisch und grausam wie Spanien. 
z bedeutende Spanier selbst. Sie verraten in Form und Technik den Freskariten, der gewohnt ist, in großen Zusammen- 
zu denken und große Flächen zu beherrschen. Unzweifelhaft ist ihnen der Charakter des Exerzitienhaflen zu eigen. und 
das Gefühl, als ginge der Künstler in ihnen mit sich selbst zu Gericht (Abb, 2 4). Köller 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

	        

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