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Volltext: Alte und Moderne Kunst VIII (1963 / Heft 69)

die Zargen eingeschraubt werden, der Festigkeit wegen aus Nuß- 
holz sind. Eine wesentliche Bereicherung erhält der Tisch durch 
die tellerförmige Ablage (Abb. 6) (Eichenkern), die von den vier 
geschwungenen Stegen (Eiche, mit braun gebeiztem Ahorn fur- 
niert) gehalten wird. Hier hat sich Rocntgen sichtlich nicht nur von 
der zeitgenössischen Porzellandekoration beeinflussen lassen, sondern 
mit der Wahl des Holzes (Ahorn) und der stark farbigen Blumen- 
marketerie einen den Charakter des Porzellans vnrtäuschenden Effekt 
erzielen wollen. Im Laufe der Zeit ist das ursprünglich weiße Ahornhulz 
des „Tellers" freilich vergilbt. Die dunkle Einfassung am 'l'ellerrand 
und an der Schräge der Vertiefung ist aus Palisanderholz. 
Der andere Tisch stimmt mit dem beschriebenen Möbel weitgehend 
überein, nur zeigt die Platte eine andere Marketerie (Abb. 3) und wurden 
für den Möbelbau und für die Furniere gelegentlich andere Hnlzarten 
verwendet. S0 ist z. B. die Lade und ihre Einrichtung fast durchwegs 
aus rötlich gebeiztem Kirscbholz. 
Vergleichsbeispiele: In der (Iiesamtform ähnlich dem Nähtisch von 
l770f75 in Schloß Baden-Baden (Huth, Tafel 53, rechts oben). Stege 
und Ablageteller entsprechen dem Tisch von 1770 in Potsdam, Neues 
Palais (derzeit .9) (Huth, Tafel 55, links). Die Marketerie der Tischplatte 
kommt bei Huth nicht vor. 
Vergleichsbeispiel für den anderen Tisch (Abb. 3): Marketerie Wie bei 
dem oben genannten Tisch (Huth, Tafel 53, oben rechts. Im Detail 
abgebildet auf Tafel 82, unten). 
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verwendet. So ist z. B. die Lade und ihre Einrichtung fast durchwegs 
aus rötlich gebeiztem Kirschholz. 
Vergleichsbeispiele: ln der (iesamtform ähnlich dem Nähtisch von 
1770f75 in Schloß Baden-Baden (Huth, Tafel S3, rechts oben). Stege 
und Ablageteller entsprechen dem Tisch von 1770 in Potsdam, Neues 
Palais (derzeit .3) (Huth, Tafel 55, links). Die Marketerie der Tischplatte 
kommt bei Huth nicht vor. 
Vergleichsbeispiel für den anderen Tisch (Abb. 3): Marketerie wie bei 
dem oben genannten Tisch (Huth, Tafel 53, oben rechts. Im Detail 
abgebildet auf Tafel 82, unten). 
Erkrrhrank wi! grauer proßlierler llrlüflliäfplllllß (Abb. 8) 
Der für solche Möbel vorgesehenen Aufstellung entsprechend, be- 
schränkt sich die dekorative Ausstattung des Schranks ausschließlich 
auf die Front. Nur diese ist furniert und mit Marketerie geschmückt. 
Die rechtwinkelig zueinander gestellten und verzinkten Seiten- 
bzw. Rückwände sind daher aus massivem Eichenholz. Der Schrank- 
raum ist oben mit einer auf Rahmen (Eichcnholz) und Füllung (Weiche 
holz) gearbeiteten Deckplatte abgeschlossen, die von einem halbrunden 
massiven Mahagonistab eingefaßt ist. Die Tür ist im Kern nicht massiv, 
sondern besteht aus senkrechten Kiefernleisten, die so zugeschnitten 
wurden, daß sie, aneinander geleimt, die Schwingung der Tiir ergeben. 
Für das große Mittelfeld, die Grundfläche der Marketerie, wurde hier 
nicht das zumeist übliche Riegelahorm, sondern Platanenholz ver- 
wendet, worin man die Dekoration, Bänder und Blumen, mit hellem 
und dunkel gefärbtem Ahornholz intarsierte und das Ganze mit einer 
querfurnierten Rosenholzbordüre versah. Mehr als sonst war es in 
diesem Falle, da man den Kern aus einzelnen Leisten zusammen? 
gesetzt hatte, nötig, die Innenseite gegenzufurnieren, um einem Reißen 
vorzubeugen. Das schlichte Ahornfurnier, das dazu verwendet wurde, 
ist, um die Unebenheiten des Blindholzes auszugleichen, von veri 
schiedener Stärke. Alle übrigen Flächen ä Lisenen, Zargen und die 
starken Beine 7 sind mit Rosenholz furniert, die letzteren von Maha- 
gonikanten cingefaßt, die Lisene durch Ahornadern belebt, die Kanne- 
lüren vortäuschen sollen. Das untere Abschlußgesims ist in seiner 
materialmäßigen und formalen Zusammensetzung typisch für ein 
iilöbel der RoentgemWerkstatt: Stab 7 Mahagoni, Hohlkehle V 
Rosenholz, senkrechte Kante w Mahagoni. Die lnneneinrichtung des 
Schrankes ist bis auf die Front der Lade (Rahmen i Rose, Fläche 
Ahorn) aus massivem Eichenholz. 
Das Ergebnis dieser eingehenden Beschreibung kann dahingehend 
zusammengefaßt werden, daß es sich bei den abgebildeten Möbeln 
zweifellos um Erzeugnisse der Roentgen-Werkstatt handelt. Das geht 
sowohl aus der lNIark-eterie hervor, die mit den lntarsien anderer 
nckannten Roentgen-Möbel verglichen und übereinstimmend gefunden 
wurde, wie auch aus der handwerklichen Ausführung und dem vere 
wendeten Material. 
Was die Datierung hetriHt, so sind die Nlöbel wahrscheinlich nicht 
gleichzeitig entstanden. Der Eckschrank und die beiden Tische dürften 
aus den Jahren um 1770 bis 1775 stammen. Beim Sekretär wurden 
Motive verwendet, wie sie in dem Jahrzehnt zwischen 1780 und 1790 
in Roentgens Werkstatt üblich waren. Die Schlichtheit und die für 
Neuwieder Möbel dieser Art geringe Verwendung von Bronzeber 
schlagen sowie die Form der Füße (vergleichbar mit dem Schreibschrank 
von 1780190 bei Huth, Tafel 35) läßt eine Datierung in die achtziger 
]ahre zu. Allerdings können auch bescheidenere Anforderungen als 
Grund für die Einfachheit der Ausführung angesehen vvertlcn. 
 
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'J Kleiner Schrank, Kui licnisrhu Familienstiftiiiig. örhloß Faszuicric (Adolphseck) bei Fulda 
 
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