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Volltext: Alte und Moderne Kunst VIII (1963 / Heft 70)

den erblen historischen Rahmen gesagt, wie er uns gerade in Salzburg 
n der Peterskirche oder im Tanzmeistersaal erhalten geblieben ist! 
1 neue: Festspielhaus aber hat zu gelten: der einfachste, strengste, in 
Linien gehaltene Raum ist gerade recht, um der vom Zartesten über 
ämonische bis zum Monumentalen reichenden Dimension dieser 
die ihrer Transzendenz wegen in kein anderes hlediurn zu bannen ist, 
übrigens auch keine Note zuviel komponiert ist, Gefäß zu sein. Das 
Kleine Festspielhaus soll dazu beitragen, diesem strengeren, einer 
instlcrischen Askese verpflichteten Älozart-Bild, das zweifellos jenes 
ikunft ist, zur Anerkennung zu verhelfen. 
l Beschränkung in der architektonischen Gestaltung des Zuschauer- 
s auf Harmonie der Raumform, Verzicht auf iedes Detail, das nicht 
:ser und ihrer funktionell bedingten Gliederung heraus entwickelt ist, 
Äusprägung dieser Gliederung in Art und Farbe des Materials. Das 
'uktive 7 die tragenden Außenmauern, der stählerne Dachstuhl, die 
atonkonstruktion der Rängc - ist in seine dienende Rnlle gebannt. 
t nicht Illusion, sondern (iestaltung eines Raumes von innen heraus, 
hmen für seelisches Frlebnis, als Instrument im besten Sinne des 
s. Und wenn Illusion - wäre dies eine Vcrsündigtlng gegen den (icist 
ieaters? 
Darum auch der Verzicht auf jegliches verspielte oder mudernistisehe Detail, 
auf herkömmlichen Charme und Prunk in der Gestaltung der Gardernbeti, 
Treppenaufgänge, Wandelgänge und Foyers! Ist nicht das „Fesiliche" 
gerade in Salzburg eher zu verstehen als Aufruf zur Sammlung, zur Kon- 
zentration auf höchstes künstlerisches Fxrleben denn als Einladung zu fröh- 
licher, unbeschwerter Ileiterkeit im Sinne der Unterhaltung? Was könnte 
dieserart neben einmaligen, historisch gewordenen flöhepunkten der 
Faistauer-Fresken, des Stadtsaalcs und der Felsenreitschule bestehen? 
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nur daranf burbränkl, ilwm die xie verbindenden lfinlzdellgärlge, Treppen und Fmwxr 
in den Prnpnrlinnrn und in der Malerinluurrrendxnig angngleirbrrl. 
Der Zuschauerraum selbst, der ja zugleich als 'l'heater- und lionzcrtrauitt 
zu dienen hat, zeigt nach dem Umbau g' . ch geiindcrte Proportionen. 
Durch seine Ycrkurzung um etwa 7 m, durch die Neukonstruklioit der 
Seitenlogett in zur Bühne hin abgetrcppter Vorm, durch das Vorziehen des 
zweiten Ranges um etwa 5 m, durch den Verzicht ' if die oberen SCIICIP 
galeriett, vor allem aber durch die Vergriölieruttg der Raumhohe, die eine 
wohldurchdacltte Dachkonstruktion erntöglicltt hat, hat der Raum den 
Charakter eines überlangen Reehteckcs verloren. Unterstützt wird t' noch 
durch die auch akusri ch bedingt: Schrägstatielutig der Seitmwiintle mit 
Verengung zur Bühne hin, die stärkere Steigung des Parketts und die leiChl 
parabolisch verlaufende, in konvex gekrümmte Lamellen aufgelostt: Decke. 
Durch die Verringcruxtg der itzplatzzahl bei gleichze tiger Hebung der 
l)ccke wurde trotz der erwahnteti Verkürzung eine Vcrgriißerung des 
relativen Raumvolumens (Verhältnis des Gcsttmtvolumetis zur Besucherzahl) 
erzielt, die sich akustisch besonders günstig auswirkt. 
ln der Nlateriixlwahl hat sich das architektonisch: Konzept mit dem des 
akustischen Beraters, Ob.-lng. Keilholz, auf das glücklichste ergänzt. Dunkler, 
weicher Bodenbelag, gepolstertes Gestuhl (Absorption), naturfarbeti furniert: 
llUlZVLZfklCldüHg der nkrechten Wände und Brüstungen (Resonanz) und 
glatter, weißer Stuck der Decke und der Rangutitersichten (Reflexion) sollen 
dem Raum optische und akustische Geschlossenheit geben. Diese Geschlossen- 
heit wird durch die von dem Salzburgcr Älaler und Graphiker Prot. Soucck 
in seltener liitifuhlungsgabe aus den architektonischen Grundtendetizeti des 
Raum hcraus gestaltete lntarsienv rklcidung der Seitenlngenbrüstuttgciw, 
die wie ein kranz das Parkett einfassen, betont. Der bisher mit Ölfarbe 
gestrichene Eiserne Vorhang wurde marerialgerecht mit Graphit behandelt 
und gibt beim Hochziehen den Blick auf den neuen, silbergraueit Velour- 
vorbang frei. Der einzige starke farbige Reiz r der Bezug des (Zestuhles 
ist sandfarbett gehalten, Armstützeti und Br' tungsgeländer sind mit itatur- 
farbenem Rindleder bezogen bleibt der ebenfalls von Soucek entworfenen, 
die Brüstung der Nlitrellogen zierenden 'l'apisserie vorbehalten, die das 
ornamentale Motiv der lntarsien in den Farben rot, blau und goldgelb 
variiert und in bewußter Korrespondenz zur Farbigkeit des Buhnenge- 
schehe ' stehen wird. Die nach besonderen lintivurfett angefertigten und 
mit Blenden aus geschliffenen Glaskorpern versehenen Beleuchtungskörper 
sind architektonisch streng in die Felder der Vfandverklcidung eingebunden 
 
 
 
 
   
 
 
ualtliyer. Erdgewhoß xom Stadlual zxus_ k l k und werden erganzt durch in einfacher Zwcckform gestaltete Strahler, welche 
 j,älujjjjnjäjgä,xjilylh W L n die gesamte Decke in atmosphärisch wirkender 'l'ransparenz gleichmäßig 
um vom Logetlfuyet m den btatltsaal und blendungslrel erhellen. 
ilrallhyer, Erd_ 
 
1m""""5""l""""""g gliguul" Twmic" lis wird damit in der Lichtfiihrung wie in der gesamten Architektur des 
Raumes 7 den läntwicklungstendcnzen des modernen Theaterbauc durchaus 
gemäß 7 das Moment einer durch kein cntbehrliches Detail gesti tten Kon- 
4 zentratioti auf Bühne und Podium bewußt jenem der gesellschaftlichen Re- 
praseittittioti vorangetellt, welch letzteres ja gerade in diesem llause im 
  
   
   
 
 
Stadt. tal und im Faistituer- ioyer seine unuberbietbare Auspraguxig rindet. 
Was d' G .. mtdisposition des umgebauten Raumkotttplex . bctritlt, so war 
es zu ellos notwendig, die eingangs dargelegten (iCgClKJIIhClICII und lär- 
fordernisse i im (iegensatz zu allen bisherigen Umbauten - nach einem 
Qjellfralru Ordnungsgedankeit zu berücksichtigen bzw. zu etfullen. Durch 
die Verkürzung des Xuschauerraumes schien es moglich, die beiden domi- 
nierenden Räume f lheatcrsaal und Stadtsaitl A in eine klare gegei ge 
Beziehung zu bringen, und zwar durch die sinnfallige Betonnitg des Schnitt- 
punktes ihrer verlängerten, im rechten Winkel zueit ander stehenden Längs- 
achsen in einem zentralen Foyer sowohl im lzrdgeschoß wie im ersten Ritng, 
wobei der Vorrang der Theater lachst durch deren l-"ortfuhruttg in der 
symmetrisch dazu angeordneten 'l jwpcnatilage jenseits des Foyers eindeutig 
gewahrt bleibt. 
zhlläßlirll der ltrruvlernug der Umlaut irllrr (im! Znjzlßzzlzrrflalz; nwr e: JIIIÄQIIlIIJ 
irnrdm, {liest xlrllrrlgfiilirßmg (Int'l) in (In Uarlumtzllittllzug rlurgzzrlrlleu, nur m l'ar- 
binrlnrzg mit rlrr Alllrrrqnrgg du allen, hllerlrbßluzz Xrbuiirlußduur nur dem jnlßr 192-1 
(u einer zrcrrnllirbeu Burnfzilgztßig de: (jrlziludekrlruplrxrr, I'll," allem, "r (Im Iilfrk 
M121 Ältißzcljrflzrg um, brilrrklrrr. 
 
 
 
 
 
 
 
Der räumlichen Verwirklichung dies's aus der Lage des 'l'heaters ales und 
des Stadtsaziles zueinander für uns zwingend folgenden (letlankens in itbsolitt 
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