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Volltext: Alte und Moderne Kunst VIII (1963 / Heft 71)

ndert, geriet das einst so eindrucksvolle Gebäude schließlich in einen 
Zustand, der in der Zeit des geradezu stürmischen Auf- und Ausbaues 
ler Stadt Linz nach dem zweiten Weltkrieg einfach als unerträglich 
mpfunden wurde. XVollte man nicht das größte profane Baudenkmal 
les Landes preisgeben, sollte nicht das Ortsbild von Linz eine schwere, 
nicht wieder gutzumachende Beeinträchtigung erfahren, mußte man 
ich des alten Schlosses annehmen. 
lor allem galt es, das Gebäude, das einst im politischen und kulturellen 
.eben der Stadt, des Landes und des Reiches eine so bedeutende Rolle 
;espielt hatte, einer neuen, großen Aufgabe zuzuführen. Nun, sowohl 
las Land Oberösterreich wie auch die Stadt Linz waren bestrebt, Raum 
u gewinnen für ihre Kulturinstitute; insbesonders das Oberöster- 
eichische Landesmuseum verlangte schon lange nach einer dem 
lmfang und der Art seiner Bestände angemessenen Erweiterung. Die 
Zukunft des Linzer Schlosses schien demnach sehr leicht zu lösen, und 
luch - welche Schwierigkeiten stellten sich der Verwirklichung dieses 
lorhabens entgegen! 
ichon das Ergebnis der bautechnischen Untersuchung des Gebäudes 
virkte ernüchternd: Schwerste Bauschäden vom First des Daches bis 
 
 
hinab zu den Grundfesten. Das alte Schloß erwies sich verschieden 
als baufällig; vereinzelten Räumen drohte bereits unmittelbare 
sturzgefahr. Jn Museumskrcisen wurde man skeptisch; durfte 
einer solchen Ruine überhaupt noch Wertvolles Sammlungsgut a 
trauen? Würde es gelingen, ein Raumklima zu schaffen, das dem 
Teil überaus empfindlichen Sammlungsgut, den antiken Holzplas 
und Tafelgemälden, den alten Textilien, Musikinstrumenten und am 
fragilcn Kostbarkeiten auch nur einigermaßen zuträglich ist? D 
man weiters damit rechnen, die Räume, die zumeist nur spärlich T 
licht erhalten, die zum Teil durch eine ungewöhnlich tiefe Gew 
führung nur beschränkte Stellmöglichkeiten für das Ausstellung 
bieten, den Anforderungen unserer Zeit entsprechend einrichte 
kiännen? 
Es bedeutete ohne Zweifel ein Wagnis, dem alten Schloß, das 
schien für die Spitzhacke, mit der Unterbringung eines Museums l 
Leben einfliäßen zu Wollen. Wie groß aber dieses Wagnis wir 
war, erkannte man erst im Zuge der Instandsetzungsarbeiten, al 
Folgen der jahrhundertelangen Vernachlässigung in ihrem vollen 
fang zutage traten. Trotz allem V die Arbeiten wurden ungea 
l Schloßmuseum Linz. Erdgcschoß, Raum Urgeschichte 
50 
4 Sch 
jnz, Erdgvschc 
. Raum R merzcit
	        

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