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Volltext: Alte und Moderne Kunst IX (1964 / Heft 74)

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vorzügliches Beispiel nennen wir die von der 
Stadt finanzierte Entdeckungsreise von Heems- 
:erck und Barentsz nach China über die 
iördliche Seeroute im Winter 159(i[97. Diese 
{eise fand ihr vorzeitiges Ende auf der Insel 
ßlowaia Semlja, wo die kühnen Reisenden den 
rxtremen Polarwinter durchstehen mußten. 
Zweifellos wird es dieser Pioniergeist gewesen 
ein, der der Stadt eine Anziehungskraft ver- 
ieh, die viele Flämische Einwanderer, die hier, 
iach dem Fall Antwerpens 1585, eine Zuflucht 
ind eine neue Existenz suchten, anzog. 
Die Bevölkerung Amsterdams zeigte gegen- 
iber den anderen holländischen Städten den 
chnellsten Zuwachs. Während sie im Jahre 
568, dem Anfangsjahr des achtzigjährigen 
(rieges gegen Spanien, 30.000 Einwohner 
zählte, steigerte sich die Einwohnerzahl bis 
zum Friedensiahr 1648, das den Ahschluß des 
Westfälischen Friedens brachte, auf etwa 
60.000. S0 ist es kein Wunder, wenn auch 
Xmsterdam in jenen Jahren ein Wohnungs- 
xroblem kannte, jenem nicht ungleich, mit 
lem wir uns auch heutzutage auseinander- 
etzen müssen. Die Lösung dieses Problems 
wurde großzügig in Angriff genommen, be- 
günstigt durch den Umstand, daß genügend 
Baugrund zur Verfügung stand. Der bedeu- 
tendste und für die zukünftige Form der Stadt 
bestimmende Entwicklungsplan war der des 
Jahres 1610. Das Charakteristikum des diesem 
Plane zugrunde gelegten Entwurfes sind die 
Grachtengürtel, die wie Halbkreise gegen das 
Südufer des Flusses lJ angelegt wurden. Radial 
gerichtete Straßen und Grachten sollten diese 
Gürtel durchschneiden, auf diese Weise das 
Zentrum mit dem Stadtrand zu Lande und zu 
Wasser verbinden. Wer die geistigen Urheber 
dieses grandiosen Konzeptes gewesen sind, 
läßt sich mit Sicherheit nicht feststellen. 
Aber die städtische Obrigkeit war oFfenbar 
nicht mit einem Plan einverstanden, der eine 
nur praktische Lösung brachte. Sie wollte aus 
Amsterdam auch eine schiine Stadt machen. 
Deshalb wurden die zur Verfügung stehenden 
Grundstücke in breite, tiefe Parzellen zerlegt, 
und es wurde verboten, diese zu teilen, um 
damit den Bau fürstlicher Kaufmannshäuser 
zu fördern. Soweit nun über Amsterdams 
Aufschwung und seine Blütezeit. Inwieweit 
gibt es aber einen Zusammenhang zwischen 
diesem mächtigen Expansionstrieb, der unter 
einer günstigen Konstellation Gestalt annahm, 
und der Blüte der bildenden Künste? 
Diese Frage ist schwer zu beantworten, da 
sich diese Blüte unter so vielen verschiedenen 
Aspekten zeigt und außerordentlich viel- 
gestaltig ist. Eine Einschränkung läßt sich 
daher nicht vermeiden, und wir wollen des- 
halb nur eine Erscheinung hervorheben: und 
zwar diese, daß viele der berühmten Amster- 
damer Künstler nicht aus der Stadt selbst 
gebürrig waren. 
Als erster muß Hendrick de Keyser (1564 bis 
1621) genannt werden, ein Bildhauer und 
Baumeister, der aus Utrecht nach Amsterdam 
berufen und hier zum Stadtsteinmetz ernannt 
wurde. Nach seinen Plänen wurden unter 
anderem die Zuiderkerk (Südkirche) und die 
Börse erbaut, aber auch viele andere Kirchen, 
Tore und Häuser mit ihren reich ornamentierten 
Fassaden, wodurch er einen wesentlichen Beitrag 
zum heute noch sichtbaren charakteristischen 
Stadtbild Amsterdams lieferte. Auch außerhalb 
Amsterdams schuf er Entwürfe und Monu- 
mente, wie das Standbild des Erasmus in 
Rotterdam und das Mausoleum Wilhelms des 
Schweigsamen in der neuen Kirche in Delft. 
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