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Volltext: Alte und Moderne Kunst IX (1964 / Heft 75)

{IEDRICH WOLF 
Johann Mirbael Feirblnzajr: Werkuerbällni: {n Johann Georg Ueblber 
mstlerische Gemeinschaftswerke wecken 
ts das lnteresse am persönlichen Anteil 
.' beteiligten Künstler. Wie etwa Johann 
org Ueblher (1700-1763) und Johann 
chael Feichtmavr (1709ä1772) sich in die 
neinsam übernommene Arbeit teilten, ist 
ir wohl einer Untersuchung wert und auch 
lürftig. Dies vor allem, um falschen Vor- 
Ilungen zu begegnen, auf Grund deren 
"ade in jüngster Zeit die künstlerische 
deutung des jüngeren der beiden Kom- 
gnons zu Unrecht geschmälert wurde. 
stematischer Bestandsaufnahme, aber auch 
n Glücksumstand, daß zwei bedeutende 
psbildwerke der Anastasia-Kapelle zu Be- 
liktbeuern mit ausreichender Gewißheit 
h als Feichtmayfsche Arbeit entpupp- 
(I), ist es zu verdanken, diesem Künstler 
n wieder in das ihm gebührende, aller- 
lste Licht rücken zu können. Um so mehr 
es jetzt nötig geworden, auch seine Ent- 
:klung näher zu beleuchten: wie sie sich 
jänglich ganz und auch geraume Zeit später 
:h im Halbschatten des um neun Jahre älteren 
blher vollzogen hatte. Versucht man, ge- 
:se verstreute Gegebenheiten mit dem 
"ißten Wahrscheinlichkeitsgrad zu deuten 
und einzuordnen, so lassen sich die Kenntnis- 
lücken ziemlich überzeugend schließen und 
damit ein annähernd richtiges Bild gewinnen. 
Als Ausgangsobjekt unserer Orientierung 
emphehlt sich das letzte Gemeinschaftswerk 
des Künstlerpaares Ueblher-Feichtmayr, die 
ehemalige 
Benedikliner-Abteikirrbß Amorbach. 
Jean Louis Sponsels Bearbeitung (II), ergänzt 
durch Urkundenzitate aus Rudolf Hubers 
Dissertation zur Feichtmayr-Christian-Frage 
(III), liefern beide gewisse Fakten und erlauben 
ziemlich sichere Schlüsse im Zusammenhang 
mit anderen Gegebenheiten. 
Obwohl der von der Abtei Wilhering im 
Herbst des Jahres 1744 mit beiden Meistern 
abgeschlossene 2. Vertrag die Vorrangstellung 
Ueblhers noch recht deutlich betont (IV), ist 
davon in dem mit den gleichen Künstlern am 
13. Juni 1744 geschlossenen 1. Vertrag über 
die Stuckzier der Abteikirche Amorbach schon 
nicht mehr die Rede. Im Gegenteil: hier tritt 
eher die Person Feichtmayrs in den Vorder- 
grund. Denn dieser ist es, der den Entwurf 
allein fertigte und dafür eigens honoriert 
wurde. 
Die Amorbacher Verträge geben indes keinen 
Aufschluß über den Modus der A 
Verteilung zwischen den Kompagnons. 
bar sind zwei Möglichkeiten: 
a) Durchführung der Arbeiten in gemeir 
Regie und Teilung des Reinerlöses; 
b) Teilung der Vertragsobjekte und I 
führung in getrennter Rechnung. 
Exakte Schlüsse, welche dieser beiden 
lichkeiten jeweils praktiziert wurde, erl 
die Zahlungsbelege anscheinend nicht 
die Möglichkeit b) und auch dafür, d: 
Prinzipale keineswegs ständig anwesent 
konnten - spricht eher der Umstanc 
die Arbeitsgemeinschaft während der A 
bacher Arbeiten auch anderweitig sel 
schäftigt war. 
S0 liefen zwischen 1742 und 1752 fol 
Aufträge (siehe Tabelle S. 25 unten). 
Waren es 1746 noch drei gemeinsam 
nommene XVerke, die gleichzeitig liefe 
sehen wir Ueblher-Feichtmayr 1748 nur 
an deren zwei und jeden bereits gar 
eigene Rechnung beschäftigt: Ueblher a 
Langhausaltären und sonstigem in Will 
sowie am Kuppelraum-Stuck von 
Feichtmayr dagegen an seinem ersten alle 
Hauptwerk, der Abteikirche von Zwit
	        

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