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Volltext: Alte und Moderne Kunst IX (1964 / Heft 76)

 
 
"folgen wir die wenigen Jahre seines Schaffens. die die eingangs erwähnte Ausstellung bei Peithner-Lichtenfels 
irüsentierte. Ein klar zu fassender Entwicklungsprozeß lößt sich beobachten; Heuer beginnt als Illustrator, 
' seine Themen transportiert und sich mit Lautreamont („Die Gesänge des Malodor") und Mallarme aus- 
andersetzt. Die Blätter jener frühen Jahre sind erfüllt von Figuren und Dingen, die sich in enigmatischem, 
em Verhalten vor fast stets dunklem, "hintergründigem" Hintergrund wie gebannt aufhalten. Eine gewisse 
wandtschaft zum Surrealismus ist unverkennbar, doch Heuer geht grundsätzlich andere Wege als etwa die 
gehörigen der sogenannten „Wiener Schule". Die Vorliebe für klar gegliederte, auf die Grundelemente 
Koardinatennetzes bezogene Bildordnungen. das konsequente Vermeiden dekorativer Floskeln mag von 
Fang an als spezitisch für sein Schaffen angesehen werden. 
Laufe der letzten Jahre verstärkte sich sein Bemühen, das Illustrative auszuschalten und eine stärker umgesetzte, 
absolutierte Formenwelt zu schaffen. Ein Übertritt vom Surrealen ins irreale erfolgt. das ..Motiv" wurde 
n "Zeichen". 
t Anfang des vergangenen Jahres eroberte sich Heuer eine neue Dimension des Ausdruckes; er ging zur 
bradierung über und schafft Blätter. zu deren Herstellung zwei bis drei Platten verwendet werden müssen. 
r äußeren Mehrschichtigkeit entspricht auch eine verstärkte inhaltliche Hintergründigkeit. 
uers Radierungen sind keine genialistischen Niederschriften, sie sind mit aller nur erdenklichen handwerk- 
ien Gewissenhaftigkeit gearbeitet und van einer eindrucksvollen Präzision. Ihre Intensität, Schwermut und 
iblerische Aufrichtigkeit kommt - ähnlich wie bei Beethoven und Brahms - gerade im Lande der Phüaken 
an. vielleicht gerade deshalb. weil echte Poesie so viel mit Schwermut und so wenig mit Leichtfertigkeit zu 
hat. 
d ohne daß Heuer jemals auch nur andeutungsweise in den Fallen des Literarisierens gelandet wäre. möchten 
' ihn aus Überzeugung dem nicht eben großen Kreis der „Peintre-Poetes" zurechnen,
	        

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