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Volltext: Alte und Moderne Kunst IX (1964 / Heft 76)

Zur Frage der Tafelbildel" des 
Lßutxzlvalzer Hauptaltar: 
Ausschnitt aus der Landschaft der Kreuzigungsszenc vom 
Tnfclbild d?! Pfnrrkirchc zu St.]:lkob in Leutschau (LCVOCH. 
Osxslnwakei) 
Ausschnitt mit Hund aus der Szcnc „Christus bricht untcr 
dCm Kreuz zusammen" vnm Tafelbüd des Hauptalmrs der 
Pfarrkirchc zu St. Jakob in Leutschau 
Kopf eines Tcillztlntlcrs aus der Szene "Christus bricht 
unter dem Kreuz zusammen" vom Tafelbild des Haupt- 
alturs der Pfnrrkirchc zu St. Iakob in Lcurschau 
"IMERKUNGEN l - 2 
I. Hcnszlmann: Lücsünek rbgisögci. Budapest 1878. 
Piusiu D. N. jesu Chrisri vcnustissimus imaginibus eleganter 
expreua ab Illustrissimo Saxionjze Ducis picture Luca Cranagio 
Anno 1509. 
In unserem Beitrag über die kunstwissen- 
schaftliche Erforschung des Hauptaltars der 
Pfarrkirche zu St. Jakob in Leutschau (Levoöa, 
Ostsloxlvakei), der in der Weihnachtsnummer, 
Heft 71, des vorigen Jahrganges dieser Zeit? 
schrift erschienen ist, wurde bereits erwähnt, 
daß die Tafelbilder des Altars, die die Front- 
seiten der festen und die Rückseiten der be- 
weglichen Altarfiügel schmücken und daher 
nur bei geschlossenem Schrein zu sehen sind, 
bis vor kurzem völlig unzugänglich waren. 
Der aus Lindenhulz geschnitzte, in den "Jahren 
150871518 erbaute Hauptaltar, dieses her- 
vorragende spätmittelalterliche Kunstwerk, der 
höchste und reichste Flügelaltar überhaupt, 
war e vom Holzwurm angefallen 7 seit 
Jahrzehnten in einem Zustand, der den völligen 
Zerfall befürchten ließ; man wagte daher 
nicht, die Flügel zu schließen, und so blieben 
die Tafelbilder vor der Öifentlichkeit u 
auch vor dem Wissensdrang mehrerer F1 
schergenerationen verborgen. Anscheine 
war Imre Henszlmann der letzte Fachmanma 
in den Jahren 1876-1878, als er die Mor 
graphie der Stadt bearbeitetel, die Tafelbili 
sah und sie studieren konnte; gleichzeitig v 
er aber auch der erste Kunstwissenschaftl 
der in den Tafelbildern den EinHuß Cfßfläü 
d.  erkannt hat. Die Feststellungen Hens 
manns, daß dem Maler der Leutschauer Tal 
bilder Cranachs Passionszyklus, der im Jal 
1509 die Wlittenberger Werkstatt des Meisti 
verließ 2, als Vorlage diente, erhellte nicht r 
die Beziehungen der Bilder zum Geisteskr 
der deutschen Frührenaissance, sondern i 
möglichte auch ihre nähere Datierung u 
trug dadurch sogar wesentlich zur Besti 
rnung der Zeit des Altarbaues bei.
	        

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