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Volltext: Alte und Moderne Kunst X (1965 / Heft 79)

irtc und zu jener großen Zahl ange- 
er Möbell-irrnen überleitete, die im letzten 
undertviertel ein reiches Betätigungsfeld 
n. YVas in den vierziger Jahren auf 
n Gebiete geschaffen wurde, läßt sich 
h weder mengenmäßig noch hinsichtlich 
izialen Gliederung der Auftraggeber mit 
ergleichen, was später im Zusammenhang 
en Bauten der Ringstraße, um nur ein 
iel zu nennen, in XVien entstand. Bei den 
[en in den letzten Jahren des Vormärz in 
ff genommenen großen Vorhaben, deren 
zhrung sich dann gelegentlich über ein 
mehrere Jahrzehnte hinzog, handelte es 
n erster Linie um Aufträge des Adels, 
ihren Rahmen bildeten wie seit dem 
k das Palais in der Haupt- und Residenz- 
und das Schloß auf dem eigenen Grund- 
. Diese adeligen Bauherren vertraten den 
punkt, daß der für die Innendekoration 
itadtpaläste geeignete Stil einzig und 
das Rokoko sei, während für die Archi- 
' der Landschlösser mit gleicher Aus- 
ßlichkeit die Gotik, mit Vorliebe in 
nach englischen Vorbildern ausgerich- 
Auffassung, und für deren Innenaus- 
ng Gotik und Renaissance in Betracht 
1. Bemerkenswerterweise traten auch 
wieder drei Familien besonders hervor, 
ereits im 17. und 18. Jahrhundert eine 
 
große Rolle gespielt hatten. Fürst Liechten- 
stein wurde bereits genannt. Gleichzeitig mit 
der Neugestaltung der Palaisräume ließ er das 
in Südmähren gelegene Schloß Eisgrub3 in 
Anlehnung an die englische Tudorgotik durch 
seinen Architekten Georg Wingelmüller um- 
hauen und vergrößern (184641858). 
Franz Ernst Graf Harrach hatte bereits kurz 
vorher, im Jahre 1841, mit dem Neubau des 
Schlosses Hradek4 bei Königgrätz (Böhmen) 
begonnen. Dieser Schloßherr ging in seiner 
Anglophilie sogar so weit, den ersten Plan, 
der dann allerdings während des Baues einige 
Veränderungen erfuhr, von einem Engländer, 
dem Architekten Lamb, entwerfen zu lassen. 
Stilistisch wurde hier an Bauwerke der eng- 
lischen Spätrenaissance angeschlossen. Bei der 
Innenausstattung hielt man sich aber auch an 
Vorbilder aus der österreichischen Gotik und 
Renaissance, wobei sogar aus alten Wohn- 
räumen stammende Dekorationselemente, wie 
Vertäfelungen, Portale und Kassettendecken, 
eingebaut wurden. Während er für sein Land- 
schloß die Gotik und Renaissance bevorzugte, 
ließ Graf Harrach die Prunkräume des Wiener 
Stadtpalais auf der Freyung von F. Schön- 
thaler im Rokokostil adaptieren. 
jene und manche anderen damals erricht 
Schlösser, zum Beispiel Grafenegg bei T 
(1840-1873, Architekt Leopold Ernst) i 
Hernstein (lßiöflßßO, Architekt Theo 
Hansen), wurden jedoch von dem gewalt 
Bauvorhaben des Fürsten Schwarzenberg, 
Errichtung des Schlosses Frauenbergl 
Budweis (Böhmen), in den Schatten gesi 
Der Wiener Architekt Franz Beer hatte di 
altösterreichische Windsor im Jahre 1841 
bauen begonnen, dessen Fertigstellung dre 
Jahre, bis 1871, in Anspruch nahm. Die 
nannten Schlösser, die über das weite G: 
der Monarchie verteilt waren, gaben wohl 
sie umgebenden Landschaft einen nr 
künstlerischen Akzent, waren jedoch über i] 
engeren Umkreis hinaus nur wenig beka 
Es ist daher nicht verwunderlich, wenn dir 
zum Teil sehr beachtlichen Schöpfungen bi 
die ihnen gebührende Würdigung ver 
blieb5. Nicht viel besser steht es um 
Kenntnis der in den Wiener Adelshäu 
geschaffenen Innenausstattungen, von d: 
nur die des Palais Liechtenstein den ih 
hohen künstlerischen Rang entspreche: 
Platz von der neueren Kunstforschung Zl 
wiesen erhielt 1.
	        

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