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Volltext: Alte und Moderne Kunst X (1965 / Heft 79)

nliell fnrlrrbrittlirb dieJer geradezu abentenerlirb 
le leiarnlllag War, nnrb errlannlirber eryrlleinl 
daß bereit: arn 29. Mai 1901, alm nur einige 
rpater, der Antrag 1111111 Oberxtbofrneirterarnt 
1 Umfange genehmigt wird, ntabei maximal 
(ronen bewilligt werden, 11111111111 im jabre 1901 
100 Kronen verwendet werden durften. 
Äntrag war durch tlen glücklichen Zufall 
"tierung entgangen, daß det Akt im Archiv 
istgewerbemuseums falsch eingelegt war, 
igen Akten über di se Aktion sind aber 
unden, so daß wieder keine authentischen 
gen über die Durchführung der „Capien- 
zu i-inden sind. Nur aus den lnventaren 
rsehen, daß aus dem Capienfundr ab 1902 
e Ankäufe in den Alnreen von bliineben und 
Städten und bei dem Sammler Figdor 
wurden. 
schungen über die unter der Direktion 
gekauften Möbel ergaben ein interessantes 
. Der Verfasser, lange jahre als Bühnen- 
und Ausstattungschef des Burgtheaters 
innerte sich, daß gegen linde der Zzreiten 
ge: 110111 K11neigenerberniuenrn einegrbßereßlrqjabl 
11er Mabrlrliirke angekauft zmrden nur. Aus 
ten ging hervor, daß am 9. März 19-1-1 
: bläbel um 25 250, e Keirbmzark angekanf? 
(Archiv der Bundestheaterverwaltung, 
kea 113144 und Archiv des Kunstgewerbe- 
s Zl 439-1944). Diese Möbel wurden im 
1944 zum 'l"eil in einem Magazin bei der 
hausbrücke im Prater, dem früheren lleu- 
whdepot der Hofstallungenpivegen Bomben- 
erlagert, das jedoch bei der Belagerung 
urch die Rote Armee im April 1945 voll- 
ausbrannte, wobei ungefähr 475 Stück 
darunter 65 Stühle und S el, 68 Tische, 
e, 35 Schränke, zahlreiche Truhen, Koffer, 
ten usuz, ein Raub der Flammen wurden. 
erer kleinerer 'l'eil der Möbel aus dem 
des Kunstgewerbemuseums wurde in die 
"rangbanren bei Älnßdnrf" in NÖ. verlagert, 
lle wiederzurückgebracht werden konnten. 
fasser sagte darüber in seinem Beriibte alt 
nngniarrtand 110111 16. November 194i über die 
11 lierlnate der Bnrgtbealerlitvidnr: 
{elt rirb bier 11111 bemnderr rrbäne und Wffllmll? 
elrlle erJI vor einiger Zeit an: den Beständen 
LgNVFFlIFIIIIIJIIIWII angekanft nwrden. Der Riirk- 
kannte bereit: dnrrlyeefiibrt werden, anbei bi: 
ilrnuesrel, ein Krirtrben und J Tabnrette, 
rnebr anfgeßmrbw werden kannten, alle Äliibel 
werden. E1 ixt alr ein bernnderer Glürkrfall 
n, daß diere leemndery erbönen Möbel niebt 
gingen." 
rrte der l erfaxrer: kbnnen beute, narb 21) jabren, 
rtriiben werden, da sich, wie eine Berirbtignng 
l im Depot de: Bnrgtbeaterr in der Lehärgasse 
Dreihufeiseitgasse) irn 6. B "jfk im Beirein 
1 Dr. Windirrb-(iraetg 1111111 Österreichischen 
1 für angewandte Kunst erwies, unter 
dtibcln neben Kupien nbr rrbbner englirrber 
irernibel auch Original-_lzbgendylilrelbbel be- 
jnm Beirpiel eilte Bank irn englirrbeti jngendxtil, 
J". lYmxernber 11191? 111111 der bekannten Firma 
1r_y in Lbndnn 11111 21 L i 1b angekanft wurde 
n Verfasser öfters für Ausstattungen ver- 
wurde. Weiters ist noch ein nbnxarg ge- 
irkxrbrank ntit Kerbirbnitt, drinirebe Arbeit, 
fltignxt 1839 in Knpenbagen geknnft, vor- 
wciters eine nnriregiteln Bank, rnadern mit 
vlen Ärlinilzereien, l iirbe dnnkel gebeigt, an; 
1901 ran linrqerren in Krixtiania 11111 72,20 
be Kranen gekanft. 
rbeiten am" [Vien linden sich unter den auf- 
"ICH Möbeln, so ein Jebr intererranter 
entwarfen 111111 hlre Lnger van der Knurr- 
bnle, Holyxrbnitgereien 111111 H. Zaga, cr- 
11: der Ätaatrdntatinn für die Parirer Welt- 
g arn 11). jnni 1901, weiters ein Ärbankelxlnbl, 
igt, madern, angekanft 1111111 l 'nr.1'ebn,lffond de: 
Inrezzmr-blnjlitellaxlbnd: nrn 96 Kronen. 
' dürften 11011 den Aläbeln de: Knnxtgeirerber 
inngeffäbr 15 Objekte, gliirklirberzreire die 
Wicke, erbalten rein, wobei noch manches 
Stück, wie Sessel und Stühle in einem 
der zahlreichen Depots stecken könnte. 
 
 
Der l "erkanf dierer flliibel dnrrb die tilntenrnrleitititg, 
bemnder: der jirqendrtilmabel, die beute I1ereit1 Unikat: 
iind, erscheint nach den heutigen Begriffen der 
Kunstpllege ganz unverständlich. Über die Gründe 
dieser Verkäufe gibt jedoch ein Jebreiben der 
damaligen Direktnr: de: Kunrtgewerbernnretnne Doktor 
Lrntt an den „Reirbrxiattbalfer in Wien", Wien I, 
Keittrbltlzaxxe 2 1111m 90. jnni 19-14 eine lirklätung, 
worin er über die „Ta1111l1aktim1 19-13" berirbtet 
(Archiv Kunstgewerbemuseum Zl 439-1944). Der 
Zweck dieser Tauschaktion war, entweder durch 
Verkauf (zum Beispiel im Dorotheum bei Ver- 
steigerungen oder an das Burgtheater) oder durch 
'l'ausch von Depotobjektcn (ieldmittel für den 
Ankauf oder liiintausch andere! Objekte zu er? 
halten, wobei durch „BarahlüsungeiW 1943 und 
1944 KM 34 647,50 und bei Tauschaktionen ein 
Wert und (iegenwert von RM 164 400,4 erzielt 
werden konnte, wobei Direktor lirnst ausführte: 
„Irn Wege der Tanrebaktiavt kannte der tntlbndirrbe 
11111111111 der Kerarnikrarnrnlniig, inxbexundere an ll"iener 
Pnrgellan der liriibgeit, der Tfädllltllllllllllllg, bemnderr 
mit krutbaren Xarntbrokaten, Xalnt- nnd Bildgezreben 
der liriibrenainanre, ferner der .Ya111r11l1111g:gr11_l1pe O11- 
Arien mit Knllektianen 11011 rbinerireber Friibkerantik 
nnd knnrteezrerblieben l'irübbraneen (fbinar niereritlirb 
111121111111 werden." 
So erfolgreich diese Tauschaktirm auch scheinbar 
für mehrere Sammlungsgruppen des Kunst- 
gewerbemuseums war, läßt sie doch die Fürsorge 
für das Gesamtinteresse des Äluseums vermissen, 
da die Möbelsammlung, besonders durch den 
Verkauf von Stücken im Dorotheum, zweifellos 
geschädigt wurde. Bezüglich der an das Burg? 
theater verkauften und noch vorhandenen Stücke 
besteht die Absicht, eine Riirkfiibrnne der Objekte 
an da: Mneenrn zu erreirben. 
Als die litterreirbirrb-ttligarirrbe Älattarebie im X0- 
uernber 1918 gfnrammenbrarb, wurde das Idqflitelrreren 
jdb abgebrorben und die Firmenschilder mit der Aufv 
schrift k. u. k. lsloflieferant schamhaft überklebt. 
Dadurch wurde die Einhebung der Hnftiteltaxe, 
die dem Kunstgewerbemuseum durch lange blahre 
so segensreich zugute gekommen war, mit einem 
Schlage beendet. 
Bei den Forschungen über die lluftitelbewerber 
tauchte nun beim Verfasser die Frage auf, 11er 
eigentlirb der letzte Hnflieferant geuwen Jei, der narb 
reine Taxe dem Knnrtgeauerbegewidmet bafte. lind hier 
das l-ltgebnis aus den Akten des Obetsthofmeister- 
amtcs über die drei letzten Verleihungen. 
Der drillletgle Flqfliejferarlt ixf der (ierellarbafter der 
Xilbermarenfabrik „Argentoruterke Adnlf Wilbelni 
Hetgel" in W701i, Herr Adolf Lnni: Rnrt, der am 
5. Äiepteruber 1918 4100 Krbnen einqablte nnd am 
11 . ßepternber 1918 rein Dekret erhielt. 
Der vorletzte Hqflieferant ist lalentin 1111141111114 
Selelnrarenfabrikattl in Zywier, Galizgierl, der am 
7. liepternber 1918 3100 Kronen laxe begablte und 
am 1-1. Aeplcrnber 1918 da: Dekret bekam. 
Am 1 1. Oktober 1913 {alllte Herr Eduard Xlöbrjnn. 
nach dem Tode seines Vaters, des Wiener Xelrb- 
rrarenfabrikanten Eduard Xtäbr 1111., der bereits 1905 
den llnftitel erhalten hatte, mit der lfitne Amalia 
Xläbr, seiner Nlutter, eine Taxe 11011 12 700 Kronen ein, 
erhielt am Z1. Oktober 1918 da: Dekret und war 
damit der letzte k. u. k. Halliqßraltt der altterreirlnlrrben 
Reirbrbälfle, der sich allerdings des 'l'itels nnr 
1-1 Tage erfreuen konnte, da am 3. Nnuernber 1918 
da: Kairrrreieb gerßel. Und nun ergab sich noch 
einefrendlge lblllerrarrbxtngl Herr lfd11ard.1'ti1'l1r, 1390 
gebnren nnd nbnn mit 28 jabren Hafliefereinl, lebt beute 
110111, 1711er 7-1jabre alt, in Jeinem Hanre, ll"1'en, l'I, 
Briiekengaue 12. 
Mit diesen drei Hqftitelixerleibnngen endet die (iexrbiebte 
der Hqflitellaxjfortde. Einige Bewerbungen liegen 
noch in den Akten und tragen mit Rotstift den 
Vermerk: Ad aeta! 
Die Alänner, die diere ruabrbaft grandioee Idee in ebenm 
grn (iigiger [Veire verwirklicht ballen, Jind längrt niebt 
rnebr unter den Lebenden. Der Rnbrn ibrer Taten aber, 
der, wie der Aktenranb im Arrbib de: Kwutgezrerbe- 
nrnreltmt xierrät, {Jvfernatirrb anxgelalrrbl werden rnllte 7 
und tatiärblieb [reinabe in Vergerrenbeit geriet -, Jnll 
mit diexrn Anrfiibrl1txgen der Gegenwart als lenrbtender 
naqnn lmrbbergiger Kunrtpjlege 111111111111111111 111, Ce- 
11111111111 31111111, 1111111111. 
1 
14 
 
511111111111. Ulxnltt". Xviigolrlcl. 1111m utf von s. Schwarz. 1 
fuhruug von Dncdziitski und Hauuscli. Wien 1x78. n 
teichisehes Milsetltn m1 angewandte Kunst. Wich 
Kabiuettsrltrank. 5111-1111911 und schwarl gehelztes liirnl 
Olmalerei und (ioldornaxtientr. Entwurf V01! o. n.- 
Ausführung der Malerei von G. Sturm, tlCT Tiwhlerai 
von F. Mltillül, Wien 111711. ("ßsterteichivsht-s Mama" 
atxgeivandle Kunst. WIEN
	        

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