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Volltext: Alte und Moderne Kunst X (1965 / Heft 79)

lTifgj ßliizzzrl 
ÖFEN DES ÖSTERREI- 
CHISCHEN MUSTÄUMS 
FÜR ANGFÄXÜXNDTPI 
K LINST 
 
H1 den zahlreichen Kachelöfen des Museums 
r angewandte Kunst in Wien sind in erster 
1ie die der Renaissance anzuführen, die 
einigen ganz erlesenen Exemplaren ver- 
ten sind. Gegenüber den Öfen der Gotik, 
z vornehmlich durch eine schlanke, oft 
lygonale Bauweise ausgezeichnet sind und 
t ausschließlich turmartigen Charakter ha- 
n, tritt mit Beginn der Renaissance ein 
mdlegender Wandel der Bauformen ein: 
e Öfen gewinnen an Schwere und Wucht, 
rden behäbiger, monumentaler und volu- 
nöser und bauen sich in der Regel in zwei 
rhr oder minder abgesetzten Kuben von 
:hteckigern bis quadratischem (irundriß auf. 
iqfzrlzrzixrbe Iiiberlegnrigen gewinnen an Bee 
atung, ein Umstand, der besonders in der 
lihrenaisszince durch den Fortfall aller znirrzze- 
lnrkeudwl zusätzlichen, vollplastischen Archie 
turparticn und Ornamente gekennzeichnet 
lnfrulge seiner wärmetechnisch VOllkOm- 
neren Konstruktion ist er den verspielten, 
iamental völlig überladenen lXusführungen 
: gotischen Heizkörper wärmewirtschaftlich 
it überlegen. 
iderseits bedingt der betonte Zuschnitt auf 
a heiztechnisehe Leistungsvermögen künst- 
lSCh aber eine gewisse Monotonie und 
rre der Struktur und Furmgebung des 
naissanceofens. Es ist daher kein Zufall, 
 
 
daß der Hafner vor allem der Frührena 
und fast im ganzen 16. Jahrhundert, um 
Mangel zu begegnen, sein Hauptaugl 
bei seinen kunsthandwerklichen Intu 
auf die Fläirlzmuwirkzzlztg der völlig 
hlantelpartien der Ileizkiärper I'lCl'1ICC( 
gerade in dieser Beziehung liefert das h 
für angewandte Kunst in Wien zwei glä 
Beispiele. 
Das Bauelement des Renaissanceofc 
ausschließlich die Reliqfkarbrl, die dllfl 
leuchtende Buntglasur ihr besondere 
strahlendes künstlerisches Fluidum aus 
Hierzu ist in erster Linie ein mit der 
zahl 1568 datiertes Beispiel aus der 
Wlilhering, Laxenburg, anzuführen (A 
Der Ofen selbst ist von zweistufigen 
nwrlzdzlgezu Aufbau und besteht aus zwei 
großen, wuchtigen Kuben, die nur 
voneinander abgesetzt sind. Er wir 
zylinderförmigen, gleichfalls buntglai 
mit profilierten Sockele und Kapitelb 
ausgestatteten Füßen getragen und bes 
bekrünendcn Abschluß eine mit Vasen 
tabilen Ornamenten und Figuren reic 
gestattete, plastisch starkbexßaegte Galer 
bemerkenswertcste und hervorstechenc 
diesem Objekt ist die Fliichenbehandlu 
gradwandigen Mantelpartie der beiden l 
Ober- wie Lnterofen weisen auf jeder
	        

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