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Volltext: Alte und Moderne Kunst X (1965 / Heft 80)

sönlichkeit, der diese Meisterleistung zu ver- 
danken war. Daran war nicht zuletzt der im 
19. Jahrhundert erbittert geführte Streit 
schuld, ob Ried nun tschechischer Herkunft - 
Benes z Loun - oder deutscher Abstammung 
gewesen sei. Die Dokumente entschieden zu- 
letzt eindeutig für Rieds deutsche Abstammung 
- ob aus Piesting bei Wiener Neustadt oder 
aus einem der Weiler Piesting bei Steyr oder 
bei Passau, blieb vorerst unentschieden. Wir 
wissen heute, daß Ried um 1454 geboren 
wurde und 1534 in Laun in Böhmen starb, 
daß er seine Ausbildung im Bereich der Bau- 
hütten von Landshut, Passau und wahrschein- 
lich auch Wien erhielt und daß er um das 
Jahr 1487 von König Wladislaw II. nach Prag 
berufen wurde, um den Hradschin neu zu 
befestigen. Der Umstand, daß Wladislaw einen 
Festungsbaumeister suchte, läßt vermuten, 
daß Ried zuletzt in Burghausen an der Salzach 
tätig war, wo Herzog Georg der Reiche von 
Landshut seit 1480 die größte Fortifikations- 
anlage der damaligen Zeit errichtete. Herzog 
Georg aber war der Schwager Wladislaws. 
Benedikt Ried entledigte sich der umfang- 
reichen Befestigungsaufgaben in relativ kurzer 
Zeit, Wobei er durch Errichtung von Batterie 
türmen der neuen Technik des Artilleri: 
kampfes Rechnung trug. Dann aber trat ei 
Ereignis ein, das sich für seine künstlerisch 
Laufbahn als von entscheidender Bedeutun 
erweisen sollte: im Jahre 1490 wurde Köni 
Wladislaw überraschend als Nachfolger vo 
Matthias Corvinus zum ungarischen Köni 
gewählt. Die neue Machtfülle und das gi 
steigerte Ansehen veranlaßten Wladislaw, Rie 
damit zu beauftragen, den alten Palas auf der 
Prager Hradschin zu einer Fürstenresider 
nach italienischen Vorbildern auszubauei
	        

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