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Volltext: Alte und Moderne Kunst X (1965 / Heft 80)

inu. Vßuvkvulw 
r. Ähn.) In du hluuc. Xlum 
m. 
vollen umwogt die Gestalten im Gemälde wie 
im Schnitzwerk, aber Leinberger hat die 
Muttergottes wiederum ins Außergewöhnliche, 
hat sie über jedes irdische Maß erhobenll, 
wieder ist höchste Pracht entfaltet, wogen 
brausend die Gewänder, durchwühlen die 
plastische Substanz, bedrängen den Block, 
scheinen ihn sprengen zu wollen. Plastische 
Kräfte von gewaltiger Dynamik scheinen die 
Figur und ihre Gewänder zu barockem Pathos 
aufzufalten. Altdorfers Maria und die zahllosen 
sie und das Kind umschwebenden Engelchen 
dagegen scheinen aus Licht geboren zu sein, 
die rückwärtigen Himmelsgestalten sind nur 
ein Schimmer, noch immer zart, wie durch- 
sichtig die vorderen, fester und stoHlicher die 
Muttergottes und das Kind. Eine Vision des 
lichterfiillten Himmels hat Altdorfer gemalt, 
und mädchenhaft ist Maria, eine Fürstin, eine 
reife Frau aber die Leinbergers. Oder dessen 
Relief der Beweinung (Berlin) und dagegen 
Altdorfers Zeichnung von 1513 (Uffizien). 
Heroisch-pathetisch und trotz des kleinen 
Formates monumental die Schöpfung des 
Bildhauers, verhalten in allen psychischen und 
formalen Äußerungen, wahrhaft in sich ge- 
wendegAltdorfers Zeichnung. Es wird richtig 
18 
sein, daß Leinberger sich für sein Relief der 
Kreuzabnahme (Berlin) den Holzschnitt Alt- 
dorfers zum Vorbild genommen hat, mit welch 
spannungsreicher Dramatik hat er die Kompo- 
sition geladen, wie groß und wie plastisch hat 
er die nur wenige Zentimeter messenden 
Figuren erlebt. 
Mitunter scheinen sie in die Art des anderen 
geschlüpft zu sein; Altdorfer etwa, als er um 
1511 die Kasseler Kreuzigung und später die 
große Anbetung der Könige (Frankfurt) malte, 
Leinberger, als er um 1520 das Flachrelief 
einer trauernden Maria (München) schnitzte. 
Man wird in Altdorfers Werk vergeblich eine 
Gestalt von solcher Monumentalität suchen. 
„Eine Norne" hat Leinberger gestaltet, „eine 
Norne scheint in versteintem Schmerz herab- 
zublicken" 13. Um wieviel uns näher ist in 
ihrem Schmerz selbst die Maria der Kasseler 
Kreuzigung, und völlig unaltdorferisch ist es, 
wie Maria in Leinbergers Kreuzigungsrelief 
von 1516 (München) als dicht gedrängte 
Masse am Boden liegt und mit den sich um 
sie bemühenden Frauen einen Knäuel von 
eminenter Plastik bildet, wogegen Altdorfers 
Holzschnitt sehr schlicht und still, beinahe 
Hächig, beinahe additiv wirkt. Leinbergers 
Kunst gipfelte in der Pollinger Mutter 
und der in der Landshuter Martinskirc 
im jakobus des Bayerischen Nationalmu 
Schöpfungen eines Meisters, der „fä 
leidenschaftlichem Ausbruch und zu 
beinahe gewalttätig wirkenden Bewegth 
„Dokumente einer wahren Lust an t 
wegten Masse" ä Werke, in deren „K 
plastischer Wirkungen der Figurenkei 
um so selbstherrlicher darstellt" 14. Al 
aber schenkte uns erste Landschaften 
auch seine Figuren scheinen Gewäc] 
sein. Leinberger dachte l-igural und si 
die Plastik der Figuren, sie vielfach auf 
zu höchster Dynamik, Raum und Lan 
waren ihm ziemlich bedeutungslos, höt 
Hintergrundmotive. Sein dramatisches 
konnte sich nur in Figuren, in plas 
Xlferten aussprechen, Altdorfer dachte 
räumlich, dämpfte die Körperlichke 
Figuren zu zarter Wirkung, verschmolz 
den Landschaften zu einer unlösbaren L 
und sein Schaffen kuln-iinierte in der 
schen Farbensymphonie der Alexanders 
(München). 
So äußerte sich bayerische Art in den Y 
der beiden großen Meister redht versc]
	        

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