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Inhaltsverzeichnis: Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 11 und 12)

Aus demselben Besitze wie die erstgenannte Schildkrotkassette konnte 
eine ungemein feine Goldschmiedearbeit gezeigt werden: zwei liliputanische 
Goldreliefs mit den Profilköpfen der Kaiserin und Josefs II., beide nach rechts 
gewendet (34 Millimeter hoch). Bezeichnet I. N. WÜRTI-I, also von einem 
Mitgliede der bekannten hervorragenden Wiener Goldschmiedefamilief" 
Auf der Rückseite der ersteren steht: 
CEST UN HEROS CACHE SOUS 
LES TRAITS D'UNE FEMME. 
LES TALENTS, LES VERTUS, 
ELLE zur TOUT A LA FOIS ' 
LA BONTE DE SON COEUR, LA 
GRANDEUR DE. SON AME 
LA RENDENT POUR JAMAIS 
LE MODELE DES ROIS. 
Auf der Rückseite der zweiten: 
HERITIER DES YERTUS DE 
SON AUGUSTE MERE 
IL NE VEUT RIEN DEVOIR A 
UECLAT DE SON RANG, 
DE SES SUJETS HEUREUX ETRE 
. MOXNS ROI QUE PERE, 
ET REGNER PAR L'AMOUR C'EST 
LE DROXT DE SON SANG. 
Unter den Dosen, die namentlich vom Benediktinerstift Raigern dar- 
geliehen waren, ist eine eirunde Golddose mit blauem Schmelz und den 
gekrönten Buchstaben MT als Geschenk der Kaiserin an Propst Othmar 
von Raigern beglaubigt. 
Altargeräte aus Edelmetall hatte namentlich der Brünner Dorn zu 
St. Peter dargeliehen. 
Einen vortrefflichen Silbereinband dieser Zeit besitzt das Olmützer 
Metropolitankapitel als Widmung des seinerzeitigen Kanonikus Mairswald. Es 
ist eine hervorragende Olmützer Arbeit und umschließt das Missale novum 
Romanum Moravicum aus der Druckerei Joannes Georgius Muffat, Olmütz 
und Brünn, 1712. Auf der Vorderseite des Silbereinbandes ist das Wappen 
des Spenders graviert, drei feuerspeiende Berge und ein steigender Löwe 
mit einem Sensenblatt, in reicher erhabener Umrahmung mit Füllhörnern. 
Auf der Rückseite ist die gravierte Inschrift: 
GEORGIVS 
Henricus Carolus 
Eques ä 
MAIERSWALDT 
Praelatus Scholasticus 
et 
Canonicus Senior. 
ä Nach den Wiener Meisterlisten sind für das Jahr x77o als neue Meister eingetragen: ein Sebastian 
Ignaz und ein lgnaz Josef Würth, x752 geht ein Josef Wünh als Mitglied der Innungsvorstehung voraus. 
(Vgl. Ed. Leisching. ,.Zur Geschichte derWiener Gold- und Silberschmiedekunst", „Kunst und Kunsthandwerk", 
VII, Sonderabdruck, Seite 44 und 55.) Johann Nepomuk Würth wurde 1778 Münzgraveur. (Vgl. Wilh. Braun, 
.,Das Tafelsilber des Herzogs von Sachsen-Teschen", Seite g.)
	        

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