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Volltext: Alte und Moderne Kunst X (1965 / Heft 82)

 
 
 
 
 
 
Chr, BockstorfferU), Kreuzabriahme 
KreuIllhgCh. Sammlung Kisters 
Chr, Bockstorffer (.7). Kreuzigung Christi. 
Ausschnitt (1524) Konstanz, Munster 
Monograriimist R. L. Sivpenuliar (1510). 
Flaurling (BH. Innsbruck) 
objektc fürstlicher Kunstkenner. Andere Arbeite 
dieses Kreises stehen dagegen dem naturhafte 
Formgefühl des Donaustils noch nahe. Zu ihm gehöre 
wohl auch die in einer Vitrine vereinten Glieder 
puppen (686189), eine außerordentlich reizvoll 
Versammlung und dazu eine seltene Gelegenhei 
Und endlich sei noch auf die prachtvollen Figure 
aus der Sammlung Schwartz, Mönchen-Gladbach, hir 
gewiesen. Es muf} der Andeutungen genügen. 
Gehen wir nach St. Florian hinüber, so sei zuer: 
von der Architektur gesprochen. Götz Fehr, der der 
Katalog eine tiefgründige Einleitung beigesteuei 
hat. stand vor einer schwierigen Aufgabe. Die Donau 
architektur arbeitete, da sie aus der Spötgotik heraus 
gewachsen war, mit malerischen Formmitteln, m 
komplizierten Gewölbeügurationen und üppig-reiche 
Dekorformen verschiedenster Abstammung und G: 
stalt, aber beides t"indet sich auch anderwörts, we 
entfernt, und zudem schon viel früher. Vielmehr i: 
die Donauarchitektur fundamental ein Raumstil seh 
eigener und neuer Art. Und da zeigt sich. daf} si 
keineswegs nur eine gotische Endphase darstelr 
Wohl ist sie eine Kunst schwingend-kreisender uni 
sich verflechtender Rciumbewegungen, eines Raume 
aber, der in seinen Proportionen und in seine 
Atmosphare auf den Menschen abgestimmt ist. Da 
ist das Neuzeitlich-Neue. Sie ist deshalb keinesweg 
eine Umkehr dessen, was der Raum der gotischei 
Kathedralen aussagt. Diese Umkehr zu dokumen 
tieren war das Werk der italienischen Renaissance 
Die Donauarchitektur aber ist ein Übergang, ja eini 
ganz eigene Aussage, und ein Hinweis auf sehr vie 
spätere Bauideen. Ein von mitunter recht verschieden 
stimmigen, plastischen Farmen umfaßter Raum. de 
dem Menschen nah und verwandt Behausung seii 
kann, also ein Raum in einem sehr neuzeitlichen Sinni 
ist, der aber doch nicht unbedingt und endgültig 
abgeschlossen erscheint, veranschaulicht gleich dei 
Architeklurdarstellungen mancher Reliefs und vielei 
Tafelbilder e wir zitieren Götz Fehr f ..das Ein 
gebettetsein und die Verwobenheit alles lrdischen mi 
dem Kosmischen", 
Soweit Photos und Modelle es gestatten, hat Fehr die 
deutlich werden lassen. Leider fehlen die Wolfeggei 
Architekturzeichnungen. und sehr zu bedauern ist 
claß aus Düsseldorf die beiden Aposteltafeln und nich 
der Marientod gewählt wurden. Im Verein mit dei 
Kölner Marientod-Zeichnung und mit den Flügel 
bildern Wolf Hubers vom Feldkircher Altar - nui 
ein Photo weist auf sie hin r wäre sehr cinschaulicl 
geworden. was als spezifische Danauarchitektur in 
Sinne van Fehr angesehen werden darf. Es sinc 
Räume wie die Barbarakirche zu Kuttenberg nact 
dem Umbau von Benedikt Ried, der mit Recht als eine 
zentrale Gestalt gewertet wird, wie weiterhin die 
Pfarrkirchen zu Laun und Brüx. wie die Kapelle zui 
schönen Maria in Regensburg. Vorstufen waren 
Fehr beginnt sehr einleuchtend die Entwicklung mi' 
Hans Stethaimer einzuleiten Bauten wie die 
Salvatorkapelle und der Dom zu Passau. Daß dieses 
großartige Monument fast restlos verloren ist, bedeutet 
für die Erkenntnis der Donauarchitektur einen über- 
aus schweren Verlust. Die erhaltenen Chorpartien 
lassen ermessen, welch für den Donaustil wegweisende 
Schöpfung hier durch Brand vernichtet worden ist. 7 
Auf einige oberösterreichische Kirchen, sonderlich 
die Pfarrkirche zu Steyr. der maßgeblichen Hütte in 
Oberösterreich unter der von Passau, weisen noch 
besonders Rupert Feuchtmüller und Benno Ulm hin. 
Endlich die Malerei. lm ersten Raum überrascht soe 
gleich das Geburtsblld des Meisters M. S. von 1506 
(255) aus einem ehemals in der Zips beheimateten 
Altar. Eine einleuchtende Lokalisierung ist noch immer 
nicht gefunden. Uns scheint heute, es lohne sich, zu
	        

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