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Volltext: Alte und Moderne Kunst X (1965 / Heft 82)

 
FESTWOCHEN - AUSSTELLUNGEN: 
Das iii dirier Breile niirli iiie iidglllrlltll! - iiiiii 
hier iiiir iiiiieiigsiiieisr htifililrhßrlt - FZSIIIIIIÜINI- 
illlgtlml dir iviriiei Miixrm iuiii Galerien iirß 
iiiirii iieiier iiiirderiiiii zu iiiriiig Kreiiiliiiiiiinii 
zrirrniirii und eiiii Illlfh suiisi iiriiriiirdeiiilirli 
Aiiiiiß zu iiiiiiziiiiriier xiiili. knrlfrimlitrlß aber 
llßrirmih iiiii einigen giiniiiiiiiiinilrii, iiiiriiiixrii 
Aiiirieiiiiiiaeii. die iiiiiirsirriiliir Profil besqßen. 
ALBERTINA Eiigliselie Aquarelle des 
1a. Jahrhundem - 100 ausgewühlle zeieii- 
nungen Van Pisunello bis liembrandi 
Am 4. Juni wurden in der Alberlina zwei 
Ausslellungeri von hoher Bedeulung eraiinei. 
Die englische Ausslellung. dem Thema der 
Feslwochen "Kunsl in Freiheil" folgend. um- 
laßle eine Auswahl von 152 englischen 
Aquarellen des 1a. ialiriiunderis. genauer 
von Laridschaflsaquarellen von der Mille des 
Jahrhunderls an. Veranslallel mil dem 
Brilish Councll und der Birmingham Cily 
Arl Gallery. wurde sie am 11. Juli geschlossen. 
Die Ausslellung war iiir den Konlinenl von 
besonderer Sellenheil. Im Gegensalz zu den 
englischen Aquarelllslen des 19. Jahrhunderls. 
die im Wiener Kunslhandel häufig var- 
kommen. war die frühe Sparte der "Ecirly 
English Waler Calors". die sich hauplsachlich 
in englischem Prival- und Museolbesllz 
bennden. in Öslerreich wie im übrigen 
Europa bisher ziemlich unbekannl. Außer 
der oben genannlen Gallery zeichnelen das 
Brilish Museum und andere englische Kunsl- 
Sammlungen als Lelhgeber. Der reich illu- 
sirierie. alphabelisch abgeiaiiie Kalalog wurde 
nichl zu Unrechl als kleines Meislerwerk be- 
zeichnel. Verfaßl von Mr. Ross Walson. 
Birmingham Gallery. wurde er von Dokior 
Suesseroll und Dr. Knab von der Alberlina 
ins Deulsche iiberiragen. Reichhalllgsle 
Delailongaben von Lileralurzilalen und 
früheren Ausslellungen. auf denen die ein- 
zelnen Slücke zu sehen waren. sowie der 
Besilzverhüllnisse schaffen ein dichles Orien- 
lierungsgewebe für den an dieser Sparle 
inleressierlen Beobachler. 
Die Ausslellung umfcißle eine Fülle von 
Sldllern von erlesener Schönheit Thema war 
die ilallenische Landschail 7 Rom war auch 
für die Engländer Mekka s. und Künsller 
wie J. R. Cozens. Skellon und Wilson über- 
lieferlen klassische Landschaften von Tivoli. 
Nemlsee u.a.; zweiiens die englische Land- 
schafl in all ihren Erscheinungsformen von 
London bis zu den Hochseen Scholllands: 
Hearne. Girlin u. a. geslallelen reizvolle 
Aquarelle von weilen Ebenen. Flullland- 
schallen. bewaldelen Hügeln. afimals durch 
Archileklur belebl: und drillens die Well der 
Alpen. die damals erslmalig enldeckl wurde. 
woran die Engländer enlscheidenden Anleil 
hallen, 
Die Einllüsse des 17. Jahrhunderls. auf denen 
die englische Landschallsmalerei baslerl. 
wurden veischiedenllich verarbeilel. Gains- 
boraugh. der größle verlreier der Epoche. 
slark von den Hallandern des 17. Jahrhunderls 
inspirierl. enlwlckell sich auf Grund seines 
echl englischen Nalurgefühls zum Expa- 
nenien der lyplsch englischen Landschafl. in 
Sandby und Grimm fanden wir Verlreler 
der englischen Archileklurvedule. die die 
Canalello-Tradilion auf ihre Weise ins Eng- 
lische umselzlen. wohrend der vielsellige 
Alexander Cozens in seinen von den Fran- 
zosen des 17. Jahrhunderls. besonders Claude 
Lorrairi. inspirierlen "Blols" Bläller von 
höchsl monumenlaler Wirkung und Einfach- 
lieii. leilweise auch OSlClSlOÜSChE Effekle 
erziell. 
Allen gemeinsam. ab reallsllsche oder 
idealisierle Nalurdarslellung. isl das Er- 
lassen der Almosphüre. Ein besonderer 
Slimmungsgehall isi jedem Blallc eigen; das 
Spiel des Sannenlichles. Vibralion von Lufl 
und Wasser sawie ein perspeklivisches 
Raumgefuhl werden rvieislerlich erlaßl. 
Die Ausslellung bol Gelegenhell. an einer 
geschlossenen Uberslchl van bisher wenig 
bekannlen Obieklen die Wichligkeil. die die 
Landschaflsmalerei der englischen Aquarel- 
lislen des 18. Johrhunderls für die Enlwicklung 
der Londschaflskunsl des 19. Jahrhunderls 
innehal. zu sludieren. Und zwar riichl nur 
iiir die öslerrcichische (Ender. Raullna. 
Mössrner usw.). sondern iur die gesamle 
europäische Landschaflsrnalerei. 
Wenn die Landschailsmalerei des 18. Jahr- 
hunderls als Verbindungsglied zwischen der 
Epoche des 17. und des 19. Jahrhunderls 
bezeichnel wird. so ging aus der Ausslellung 
hervor, daß sie mehr als das war. Mil ihren 
Errungenschallari aui dem Gebiele der 
Almasphüre half sie enlscheiderid den 
Impressionismus varbereileri. 
Die Sornrnerausslellung von Meislerzeichr 
nungen. die vierte seil 1960. bringl köslliche 
Beslünde aus dem Besllz der Alberlina. Die 
Auswahl der Zeichnungen - rnan berrluhle 
sich diesmal. neben Bekanrilem vieles 
Wenigerbekanrile sawie Neuenldeckungen 
auszuslellen - iag wieder in den bewührlen 
Handcn Frau Dr. sireibls. Neben den Meisler- 
werken Durers. dem "Hasen". den "Seienden 
Hunden" und der .Maria inii den iiielen 
Tieren" sowie 15 w eren Blöllcrn in zwei 
Durerraumen. daminieri die iialieniseiie 
Schule des Quaiira- und Ciridueeenias 
(Uccella. Leonardo do Vinci. 3 bisher nichl 
gelelgle Michelangelos. s Rariaeis. die Neu- 
5 erwerbung Parmigioninos eines weiblichen 
 
AUS DEM KUNSTLEBEN 
HÖHEPUNKTE UND VERSÄUMNISSE 
Salyrs), und die niederländische Schule des 
16._und 17. Jahrhunderls (Ä Pieler Brueghel 
d. A.. 6 Rubensblüller. darunler die neuaus- 
geslellle Niederlage Sanheribs. 13 Meisler- 
zeichnungen Rembrandls, van Dyck u.a.). 
Nur ca. 20 Zeichnungen der gcbolenen 
Kolleklion waren seil 1960 ausgeslelll. viele 
werden erslmals der Offenilirhkeil präsen- 
lierl. Der handliche Kalalog der Ausslellung. 
die bis 10. Oklober geöflnel isl. glbl in seinem 
Vorwori in dankenswerler Weise eine Kurz- 
geschichle der berühmlen Graphischen 
Sammlung. von Direklar Kaschalzky iierfaßi. 
Hilde Gröger 
KÜNSTLERHAUS UND KULTURAMT 
"Wiener Malerei seil 1945" (so laulele der 
Tilel der iian Dr. Roberl Waissenbcrger im 
Aullrag der Direklion der Wiener Fesl- 
wachen arganlsierlen Aussiellung in den 
Parlerreräurnen des Künsllerhauses am 
Karlsplalz) wurde leider nichl das. was sich 
ieder mii der Enlwicklung und den Lclslungen 
der Dslerrelchischeri Nachkrlegskunsl Ver- 
lraule van einem reprasenlaliven Reelien- 
schaflsberichl erwarlele. 
Anslall iene Maler zu zeigen. die lur die so 
außerordenllich lruchlbare Nachkrlegspe- 
riode von esserilieller. beispielgebender Be- 
deulung sind. halle rrlan aus unversldndlichcn 
und undurchsichligen Gründen eine Auswahl 
gelraffen, die in beinahe ieder Hinsieiii zu 
prinzipieller Krillk herausforderle. Die 
salcherarl geborene Schau. die dem Nichl- 
eirlgeweihlen. also vor allem dem Auslander. 
so gui wie gar keine Orienlierungsmoglich- 
keilen hol. eriihieii nichl weniger als 203 
Werke von nichl weniger als 60 Kurisllern. 
die für die zur Deballe slehende Enlwicklungs- 
phase repräsenlaliv sein sollen. H 
Die im Kalalogvorworl abgedruckle Uber- 
iegung. nach der die zusamrnensieiiung vor- 
genarnmen wurde ("Die einzige Nldgllchkell. 
Fehlern aus dem Weg zu gehen. besiehi darin. 
nach keiner Seile hin zu beschräinkl auszu- 
Wahlen"), erwies sich angesichls der beliebig 
auslauschbaren Bilder vieler Beleiligler als 
völlig falsche Takllk. Eine derariige. das 
Millelmaß fördernde Einsiellung bedeulel 
Fluchl vor der eigenen Meinung und slehl 
dem Kullurpolillker nichl an. 
Ein weilerer gruridsälzlicher Einwand belriNl 
die Auswahl der jeweils zwei bis vier Werke 
einzelner Maler. Die unzulängliche Arl und 
Weise. in der insbesondere Verlreler ab- 
slrakler Malerei. wie beispielsweise Maria 
Lassnig. Johann Fruhmann. Arnull Rainer. 
Hans Slaudacher und Paul Meißrier. rnil zum 
Teil unlerdurchschnilllichen und unlypischen 
Werken vargeslelll wurden. kam einer 
Verzerrung des laiscichllchen Ranges der 
Belreflenden und des gesarvilen Slarkeiier- 
hällnisses gleich. 
Unversländllch blieb arigeslchls der geublen 
Loyalilül auch die Nichlbeachlurig von 
Kisrisllern wie Peler ÜlSthOf, Ula Pranil. 
Tnea Braun, Ludwig Merwari oder Paul 
Rollerdam. die doch wahrlich Zeilgemößeres 
und Wesenllicheres zu sagen haben als die 
vielen Kompromilikundidalen. Weniger gra- 
vierend. aber doch oflmals slarend empfand 
man auch die vorgenommene Hüngung des 
viel zu umfangreichen Malerials. Eine sinn- 
iaiiige Gruppierung und eine lockere. über- 
sichlliche Darbielung solllen heulzulage eine 
Selbslversldndliclikeii sein. 
Den Besuch dieser Ausslellung anlüßlich des 
Züjührigen Beslandes der Zweilen Republik 
lahiile einzig und allein die Talsache. daf! 
dlc Exposilion auch viele erslrangige Ge- 
mälde und Aquarelle enlhiell. die mil zum 
Beslen zählen. was auf dem Seklor der 
bildenden Kurisl seil 1945 in unserem Land 
enlslanden isl. 
Als Erganzung zur Ausslellung im Künstler- 
haus gab das Kulluraml der Sladl Wien in 
seinem eigenen Ausslellungsraum am Fried- 
rlch-Schmidl-Plalz einen weileren Rechen- 
schaflsberichl. der der OriginaI- und Druck- 
graphik gaii. Das Niveau dieser aus eigenen 
Beslonden zusommengeslelllen Schau. die 
unler Ausschluß der Abslrclklen iiar SlCh ging, 
war durchaus beachilich. allerdings blieb 
auch hier hinsirliliieh der geirafienen wai-ii 
manches anlechlbar. 
MUSEUM DES 20. JAHRHUNDERTS 
Nichl ganz nach Wunsch klapple es auch irn 
Museum des 20. laiiriiunderis. dessen Fesl- 
wochenausslellung ebeniaiis nichl das hallen 
konnle. was man sich von inr elgenlllch 
erhoffle. In diesem Fall irai allerdings rlichl 
den veransialier die Schuld. sondern das 
Kullusminislerium der unian der saziaii. 
slischeri Sowielrepubllken: Dlreklar Werner 
Hofmorin iiaiie den originellen. vlelver- 
sprechenden Plan gefaßl. ie einen reprasen- 
laliveri. zeilgenössischen Künsller der ehe- 
mallgen Besalzungsmachlc iur diese in V0!- 
dersler Linie dem FeslNachenmDllo ..xunsi 
in Frelhell" verpflichlele Ausslellung nach 
Wian einzuladen, Bei den Engländern. 
Amerikanern und Franzosen iunkiiisnierie 
aich alles beslens. lediglich die Sowicls 
konnten sich nichl enlschlicßen. den Werken 
des von Dr. Hofmorin vorgeschlagenen Bild- 
hauers Nieslveslny die Ausreise zu crleilen 
Da die zusldndigen Slellen e wie es Dr. Hol- 
mann bei seinem Besuch in Moskau und im 
Die Wiener und ihre Museen 
Das Buridcsminislerium iur um. 
bekannl. daß in dem iiirn unli 
slaalllchen Kunslsammlungen ui 
in den Manalen iuni 103.015 
136.556 Besucher gezahll wiirdei 
Bildlcxle1-1Z 
1 Thomas Girlin (1775-1801) 
Caslle in Lincolnshire. Aqui 
Girlin 
2 Albrechl Durer. Frau Agnes 
Albrechl Diirers). 1494-1497 
Schwarz. von Durer beschril 
agries". Signierl 
3 Rembrandl. Grachl in eii 
1640141. Schwarze Kreide. l 
aus der Aussiellung in der 
100 ausgewöhlle Zeichnungel 
nello bis Rernbrandl) 
4 Franz Luby, Eine merkwürd 
nung. 1964. Ol auf Holz (Ai 
slellung: Wiener Malerei seil 
5 Richard A. Pechoc. Haus im 
1960 Federzeichnung. (Aus 
slellung irn Kullurarrll der S 
6 Henry Moore. Großer Torsi 
1962163. Branzc. (Aus der 
im Museum des 20. Jahrhund 
7 Skulpluren von Andreas l 
Wandcr Berloni 
H Heinrich Slindl. Slruklur 
(Abb. 7. 8 aus der Ausslelll 
Wiener Secessian) 
9 Werkslolle des Domenico Ca 
Kiislenlandschofl mil einem 
Feder in Braun 
10 Sergius Pauser. Shanghoi. 195 
10 aus der Aussicllung in der 
der bildenden kunsle- kupir 
nell. kiisien und Meere) 
11 Bundeskanzler Dr. iasai Klai 
anlaülich der Erarinung der. 
des salzburger Malers Lucos 
der Galerie Tao die Besll 
Galerie. Frau Elizabelh wan 
12 Qiia Rlchler. der erslc ver 
ilerausgi-ber der Zeiisrhriri 
moderne Kunsl"
	        

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