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Volltext: Alte und Moderne Kunst X (1965 / Heft 82)

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Peter liitnn. 
11 
 
 
 
)ENKEN AN OTTO RICHTER 
1964 
6 erschien die erste Nummer der 
,.Aile und moderne Kunst". Als 
tr und verleger zeichnete damals 
erlag. der ottd Richter gehorte. 
wissenschaftlichen Mitarbeitern 
Wilhelm Mrazek und rrdnz 
rdetz vom Österreichischen Mu- 
igewandte Kunst. die auch in der 
rimer mit Beiträgen vertreten 
ersten Begegnung dcr Museums- 
Otto Richter entwickelte sich irrt 
Jahre eine intensive Zusammen- 
Jber tur Otto Richter nicht immer 
n verbunden war. Das Doppel- 
rr Museurnsleutc sah in dieser 
ng nicht nur eine kommerzielle 
eii, sandern, da es iit Österreich 
Kunstzettschrilt von Niveau gab, 
hkeit, diese Lücke mit der „Alten 
ieri Kunst" zu fullen Diese Ziel- 
schon zu Beginn des Jahres 1957 
lattung und .n den Beiträgen zu 
var, bedeutete jedoch tur Otto 
gen und Anstrengungen, um das 
gc Kapital aufzubringen. wenn 
nttunter seinem Kummer Luft 
hatte er doch gegenüber den 
aruchenseineriieddkteureimrner 
tdndnis. ja, er war leichter von 
gkcit zu überzeugen als mancher 
Seine Zuneigung zur Kunst war 
zs erfüllte ihn mit berechtigtem 
rivatmann ein Unternehmen zu 
vovor rindnzkrattigere und dir.- 
utipnen immer zuruckgeschcut 
1960 konnte er tur die Erhaltung 
:s Lieblings- und Sargenkindcs 
. Um nicht 'llig unter die Rdder 
rrtulttc er die Alle und moderne 
l abgeben. Er blieb zwar noch 
.en Verbindung rnit ihr, konnte 
iut' das weitere Geschehen keinen 
r nehmen, 
in 69 Jahren starb Otto Richter 
t64. Als geborener Wiener, dcr 
eilen Weltkrieg lh der Zeitungs- 
tig war, dann aber tdhre m. 
rbrachte und arst 1949 wieder 
e. halte er ein ursprüngliches 
eine angeborene Liebe zur 
daraus waren seine finanziellen 
-rstehcn. die er in der Art eines 
zurs und mit der Noblesse eines 
lers zu tragen wultte, Wir 
es daher als eine Pflicht und 
d, mit dem to. Jahrgang des 
nserer Zeitschrift zu gedenken. 
1 Obhut dlc ersten Schritte zu 
nehmen getan wurden. das sich 
r tahre doch so entfalten konnte, 
s ihm und semen ersten ÄÄIF 
r. Beginn nicht zu prophezeien 
vvilnelrn Mrazr-k 
 
mußte, Da aber auch Frau Minister Furzewd. 
an die Hotrnann mehrere Briefe in der 
Sache richtete, diese unbeantwortet ließ. 
konnte der unverrichteter Dinge hetmkeh- 
rende Muscurrisdircktor nur auf Grund 
eigener Kombinallonsgabe das Faktum der 
Nlchtausrelse zur Kenntnis nehmen. Eine wic 
immer geartete und begründete offizielle 
Absage hielt man in Moskau nicht tur nat- 
wendig. Man spricht zwar sehr vlcl von 
Kulturaustausch und friedlicher Koexistenz 
zwischen Ost und West, ist aber nicht bereit. 
diese zu einer r über das Niveau van Eis- 
rcvuen hinausgehenden - freien Konfron- 
tation des Geistes werden zu lassen 
Henry Moore. Mark Tobey und iedn Dubuffet. 
deren Werke einander in knapper Auswahl 
gegenubergesielli wurden, zählen zu den 
bedeutendsten zeitgenössischen Künstlern 
ihrer Larlder. Ihr internationaler Rang ist in 
r der Fachwelt unbestritten. 
Mark Tobey (geboren 1890 in Cenlerville), 
einer der großen Wegbereiter der amerika- 
nischen Moderne und einer der wesent- 
lichsten abstrakten Maler unserer Tage über- 
haupt, hinterließ den geschlossensten, über- 
zeugendstcn Eindruck, Seine durch die ost- 
asiatische Plnselrncllerei wesentlich beein- 
flußten Abstraktionen, die "den Eindruck 
dichter Strichgesptnste und Uberlagerungen 
erwecken. zeichnen sich durch lelst: vibrie- 
rende Rhythmik und farbige Sensibilität aus. 
Die weise Beschränkung im btldncrischen 
Prazeß verrat das riaitge. dach selten anzu- 
treffende Mail fur die Addauanz des Aus- 
drucks. 
, Tabeys Etldcrslnd im Fluß. sie gehen gleich- 
sam über den Bildrand hinaus. Sie nehmen 
den Betrachter in einem Punkt geiangen und 
„entlassen" ihn an einer anderen, b iebigen 
Stelle, Sie besitzen formale Freiheit, Frei- 
züqigkeit und sind dennach geardnet, von 
anziehender. entspannter und entspannender 
Harmonie, die etwa dem entspricht, was man 
irrt Jazz als Swing (das Element, nicht der 
Stil ist gemeint) bezeichnet. Die Naturnahe 
der Abstraktionen Tobeys ist ein weiteres 
hcrvorhebenswertes Merkmal dieser fein- 
nervigen, keineswegs intellektuellen Male- 
reien, die 7 obwohl sie schon auls erste 
fur sich einnehmen 7 sehr viel Zeit zur 
Auseinandersetzung und richtigen Autnahrne 
erfordern. 
In lean Dubuftet (geboren 1901 in Le Havre). 
. einem gewesenen Weinhändler, der sich erst 
1942 endgulttg fur die Malerei entschied. 
begegnete man einem ganz anderen Tempe- 
rament und Typ. Dubuffet beunruhigt, 
beangstigt, er stellt den Menschen und die 
moderne znniisdndn in Frage und provoziert 
wie aus dem Katalog hervorgeht r in 
seinen Bildern eine „Einheit von Natur, 
Mensch. Materie und Welt, die nur in der 
primitiven Zivilisation zu finden ist". Dubuf- 
fets das Materielle, Strukturen und Zutallig- 
kclten hervorkehrende und miteinbezlehende 
Malerei, dcr primitive. dämonische Merkmale 
eigen sind. nimmt iraiz mancher Anklange 
an Vorbilder eine einzelgänqerischc Protest- 
funktlon cirl, Dubuffets Bilder richten sich 
gegen einc Dogmen aufstellende Asihetik, 
gegen das "Schone", wie immer seine 
Varianten im Verlauf der abendländischen 
Geschichte auch ausgesehen haben rrtogen, 
DlC vom Kunstler in den "brodelnden", 
zerrissenen Farbgrund eingeritzien und 
gezeichneten Figuren, Fratzen und Schemen 
beschworen jene Angste. die der Mensch 
schon immer zu bannen trachtete. 
Von Henry Moore (geboren 11m in cdstle- 
tbrd. Yorkshlre). der dem Wiener Publikum 
durch seme gralte Kollektive 1961 in der 
Akademie der bildenden Kunste noch in 
guter Erinnerung scin dürfte. wurden iris- 
gesamt 11 Skulpturen gezeigt, die im zeit- 
raum von 1955 bis 1964 entstanden. Bei 
Moore ging es daher nicht darum. ihn 
möglichst umfassend mit Werken aller 
Schaffenspcrioden vorzustellen, sondern viel- 
mehr darum, die neuen Aspekte seiner Arbeit 
aufzuzeigen. Die aufschlußreichen Ver- 
gleiche. die sich zwischen einigen älteren und 
den ganz neuen Skulpturen anstellen ließen, 
rieten allerdings nicht gerade zum Vorteil 
der jüngst entstandenen Arbeiten aus, die 
bekanntlich schon bei der vorjahrigen 
documenta in Kassel Gegenstand heftiger 
Diskussionen waren. Moores i-idng zum 
Mbnumentdten zeitigt gegenwärtig gewisse 
blldnerlsche Substanzvcrluste, die rndn nicht 
in Abrede stellen sollte. 
SECESSION „Graphik Arts: USA" 
Unter diesem Titel prasentierte die Wiener 
Secession in ihren oberen Galerierüumen 
e.ne bemerkenswerte Kollektion zeitgenös- 
sischer amerikanischer Druckgraphik. 50 in 
den verschiedensten Techniken hergestellte 
Blatler vor! cbensavielen Graphikorn be- 
stachen gleichermaßen durch ihren künst- 
lerischen Gehalt, die Vielfalt der Ziel- 
setzungen und ihre handwerkliche Solidität, 
Gegenüber der duiwendien, für ieden 
etwas bietenden Johnson-Sammlung zeit- 
genössischer amerikanischer Malerei. die im 
Vorlohr in der Akademie am Schlllerplatz 
zu sehen war, gebuhrte dieser informativen 
Auswahl iedentalis der Vorzug. da sie - 
ahne in irgendeiner weise unitarm zu sein 
.n viel slarkererrt Maße gualitatwd oe- 
slchtspurlkte berücksichtigte. ElVt besonderer 
n... ueeninunan r-uuclicit, auku- 
mentlcrte die Exposition vom Neuen Realismus 
bis zu den vorherrschenden Varianten rein 
abstrakter Darstellungsweise und zur Pop- 
Art alle dominierenden Stromurlgen drneri- 
kanischer oegenwdrtskunst. 
Wer sich mit der Entwicklung der österrei- 
chischen Plastik in der Zeit nach 1945 aus- 
einandersetzt, wird nicht nur feststellen 
können, dar: es vielen Österreichern gelang. 
sich im internationalen Geschehen einen 
gefestigten Platz zu erkämpfen, sondern auch. 
daß der sich alt verhangrtisvoll auswlrkende 
Hang zu außeillchem Modernismus bei 
Österreichs Avantgarde der Nachkriegszeit 
nie wirklich gefdhrlichen Einflut] gewinnen 
konnte, 
Die Ausstellung „Plastik aus dem Kreis der 
Wiener Sezession", mit der die r trotz 
vieler bedenklicher Anzeichen c nach wie 
vor profilierteste österreichische Kunsller- 
Vereinigung ihren zweiten. durchaus gelun- 
genen Festwochenbeitrag lieferte, bestätigte 
auf breiter Basis diesen durchaus positiven 
Eindruck. 
Wenn auch aus de... ursprünglich geplanten 
kompletten Rechenschaftsbericht wegen des 
Ausspnngens van Watruba und einigen seiner 
Mttlaufer sowie der Nichtteilnahme von Hof- 
lehner. Avramldis und Prantl nichts wurde 
(ein symptomatischer Fall van ein-iebür- 
ter Cliquenwlrtschaft). so tat dies der 
wirkungsvoll zusammengestellten Kollektion 
kaum Abbruch. 
In der Kellergalerie der secessian aab 
schließlich Heinrich stindl. e.n gebürtiger 
Wiener, der seit 1950 als Lehrer an der 
Akademie für Kunst und Industrie in Enschede 
in Holland tätig ist, einen 45 Arbeiten um- 
tassenden Einblick in sein jÜHQStES Schaffen. 
Stlncll besitzt ein r nicht immer originores 
r Formenrepertoire. das ihm reichlich 
Variatlonsmögltchketten bietet. Die oftmals 
überraschende Kombinatorik verschieden- 
artigster formaler Elemente tragt allerdings 
unverkennbare Züge persönlichen Gestallerls. 
Die haltbarsten Ergebnisse erreicht Stindt 
offensichtlich dort. wo er sich in der Farbe 
Zurückhaltung auferlegt und das konstruktiv 
bestimmte kbrnbbsitidneiie Grundelement 
seiner Abstraktionen rrelerern graphischem 
Duktus Platz macht. 
KU PFERSTICHKABINETT 
Aus eigenen, der Ottenthchkeit kaum be- 
kannten Beständen von insgesamt 28.000 
Handzeichnungen und Aquarellen sowie 
25,000 Druckgraphlken zeigte das Kupfer- 
stichkabinett der Wiener Akademie der 
bildenden Künste zu den Festwaciien eine 
Auswahl von 56 Exponaten. die - nach 
kurzer Sdinmerpduse - auch weiterhin 
besichtigt werden kann. unter dem zug- 
krättigen Titel „Küsten und Meere" vereint 
die intime Schau erstrdngige Zeichnungen 
und Aquarelle des 16, bis 20. Jahrhunderts, 
Die Beziehung des Künstlers zu denn immer 
wieder faszinierenden Thema, die in den 
besten Blättern der gelungenen Auswahl 
überzeugend zum Ausdruck kommt, unter- 
lag einem hochinteressanten Wandel .n 
historischer Sicht. Darüber hinaus macht die 
Ausstellung aber auch deutlich, daß es zu 
allen Zeiten Künstler gab. die i obwohl sie 
in ihrer Epoche fest verwurzelt waren und 
sich von Zeitgenossen in stilishscher und 
thematischer t-linsicht gar nicht oder nur 
wenig unterschieden zumindest in Eth- 
zelnen Werken Ausdruckswetsen und Auf- 
fassungcn vorwegnahrnen. deren Bedeutung 
erst heute richtiq erkannt wird. 
Besonders m. Hinblick dut die gegenwärtig 
statinndende, berechtigte Aufwertung der 
Handzeichnung (die vdrtährige documenta 
und die I. Internationale der Zeichnung .n 
Darmstadt machten den Anfang) bieten die 
vielen schönen, zeitlos gulligen Beispiele dem 
auirnerksdmen Besucher willkdmmenes An- 
schauungsmalerial. Zu den interessantesten 
Blattern zöhlcrl in dieser Hinsicht die 
.,Küstcnlandschaft mit einem Drachen". eine 
kleine Zeichnung aus der werkstdtte des 
Damenica Carnpügnola. die ausgesprachen 
kublneske Merkmale aufweist: lerner die aus 
dem17.Jahrhundertsldmrnende Ansichteirler 
befestigten Stadt an der Meeresküsie (Katalog 
Nr.17). ein Blatt irdnzbslscher Provenlenz, 
und die großzügige Ptnsel-Tuschc-Zeichnung 
des Österreichers Michael Wutky (gebaren 
173a in Krems, gestorben 1223 in Wien), 
betitelt "Brand emes Krlegsschiffes u. Neapel". 
Was sich sonst nach zwischen Hieronymus 
ladsch und Paul Flora an wertvollen und 
aufschlultreichen Arbeiten entdecken ldrlt s; 
(etwa die Blätter vdn Pteter Coecke van 
Aelst, Paul Bril, Thomas Ender. Franz All. 
Sergius Pauser und mancher Anonymer), 
spricht ebenfalls rür die Gute und das er- 
reichte Ziel dieser besuchenswerten Aus- 
stellung. 
Besuchcnswert waren auch zahlreiche Aus- 
stellungen in den kleinen Galerien, deren 
interessanteste hier ebenfalls besprochen 
werden sollen. 
GRIECHENBEISL 
NebencirierReiheinterrlationulbckannter und 
geschatzter Persbniichkeiten. wie watrubu, 
t-toflehner und Urteil, verfügt Osterreichs 
zeitgendssische Plastik .n Gerhardi Mdswitzer. 10 
 

	        

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