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Volltext: Alte und Moderne Kunst XI (1966 / Heft 84)

 
ist in der bekannten luöhmischen Raf- 
zurfamilie Pohl4 in Nov}? Svet (Neuwelt), 
mit der Familie Biemann verwandt 
1 befreundet war, ein bemerkenswerter 
chschlitfener Rubiniiberfangglas-Pokal 
nichtsigniertem, jedoch ungemein gut 
ungenem Bildnis eines nach links blik- 
ldCIl Offiziers mit nonchalant über die 
iulter geworfenem Mantel erhalten ge- 
zben (Abb. 1). Der Pokal, der zuletzt 
ns P0hl5 gehörte, war laut alter Fa- 
ientradition, die hier während des ver- 
igenen Krieges von der deutschen 
atorikerin Margarete Klanteö nachge- 
ift wurde, ein Werk Dominik Bie- 
nns. 
ch dem Jahr 1945 kam dieser Pokal 
:h mit anderen Gläsern aus der P0hl'- 
ICH Sammlung in das Werksmuseum 
r Harrach'schen Glashiitte in Nov}? Svet 
euwelt). 1955 wurde er auf der vom 
iger Kunstgewerbernuseum zuerst in 
ig und darnach in Teplice veranstal- 
en Ausstellung „Geschenk und An- 
iken" (Dar a vzpominka)7 gezeigt. 
genwärtig belindet er sich in den 
nmlungen des Glas- und Bijouterie- 
iseurns in Jablonec nad Nisou (Gablonz 
1. m). 
s ich im Jahre 1955 die erwähnte Aus- 
llung („Geschenk und Andenken") vor- 
reitete, hatte ich ausreichend Gelegenheit, 
ch mit diesem Pokal eingehend zu 
befassen und ihn mit anderen, zweifellos 
authentischen und mir damals zugänglichen 
Biemandschen Porträtgläsern zu verglei- 
chen, insbesondere rnit dem bekannten 
Bildnis des Grafen Kaspar Sternberg aus 
den Sammlungen des Prager Kunstge- 
werbemuseums, mit dem Rundmedaillon 
einer jungen Dame von Ceska Lipa (Böh- 
misch-Leipa) und einem weiteren ovalen 
Medaillon mit Frauenporträt aus dem 
Museum in Kamenick}? Senov (Stein- 
schönau), dem Rundmedaillon mit Männer- 
bildnis aus der Sammlung des inzwischen 
verstorbenen Prager Sammlers Walter 
Marcusß und einer Reihe von Gipsab- 
güssen und Photographien. Dabei habe 
ich nicht nur die Qualität der technischen 
Durchführung des Porträts, das Niveau 
der Komposition, die stilistische Ver- 
wandtschaft und die zugunsten von Bie- 
manns Autorschaft sprechenden histori- 
schen Umstände geprüft, sondern nament- 
lich den Charakter der Graveurhandschrift, 
was oft vergessen wird, obwohl dies gleich 
wichtig ist wie bei der Ermittlung der 
Urheberschaft von Gemälden die Malerhand- 
schrift. Das Ergebnis meiner Untersuchun- 
gen besteht in der Überzeugung, daß man 
es zweifellos mit einem Werk Biemanns 
zu tun hat, das im Zusammenhang mit 
seiner Reise nach Berlin im jahre 1834 
entstand. Die Prager k. k. Hauptmann- 
schaft empfiehlt damals Biemanns Paß- 
gesuch ausdrücklich mit den Wor 
„Paßwerber will dem Antrage des 
preuß. (ieheimrats Alex. v. Humb 
folgend diese Reise zu dem Ende ur 
nehmen, um für den kgl. preuß. Hof 
andere Parteien vielfältigen Bestellur 
zufolge, mehrere Glasschneiderkunstai 
ten zu verrichten." 
Das Porträt stellt König Friedrich ' 
helm IV. von Preußen noch als K 
prinzen dar und wurde vermutlich r 
vor Antritt der Reise geschaffen (Abb 
Als Vorlage diente Biemann eine 
genössisehe Lithographie von Franz Krv 
(Abb. 3), dem Urheber einer Reihe 
Bildnissen der preußischen Königsfan 
Die Vorlage wandelte Biemann allerd 
durch den im Einklang mit seinen 
maligen Kompositionsgepllogenheiten 
lerisch über die Schulter gelegten M: 
ab. Die romantische Veranlagung 
jungen Friedrich Wilhelm fand in d. 
Darstellung ihren vollkommensten , 
druck, und Biemanns Transposition ü 
triift hierin zweifellos beträchtlich 
Vorbild, das aufmerksam beschreibi 
Krügefsche Porträt. 
Der Pokal mit dem Porträt Friedrich 
helms wurde sodann bei vielen Gele 
heiten abgebildet9, und zwar stets 
Dominik Biemanns Werk. Erst jetz 
Zuzana Pesatova, die noch 1954 in 
Dissertation in diesem Falle Biern
	        

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