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Volltext: Alte und Moderne Kunst XI (1966 / Heft 84)

t arbeitet. Neben dem verhal- 
xressionismusseiner spannungs- 
n. formal hochinteressanten 
gleichförmig wirkenden Akt- 
tgen. die zu den überzeugend- 
tern der Ausstellung zählten. 
h Alfred Karger in nicht minder 
er und zu sehr persönlichen 
;en führender Art und Weise 
' gewisse Gestaltungsprinzipien 
smus. 
großzügig gemalten. harmoni- 
uarellen tritt diese Komponente 
haffens noch deutlicher in Er- 
g als in den gleichfalls glänzend 
wten Zeichnungen von Feldern 
eln. die durch das reine. aske- 
hwarzweiß sehr für sich ein- 
(Abb. 11. 12). 
TAO: 
IS ltalien 
ismäßig spät nahm die Galerie 
(ollektiven der beiden Italiener 
Salletti und Romano Cinelli ihr 
ine überlange Sommerpause 
chenes Ausstellungsprogramm 
iuf. 
"zeugendere der beiden Künst- 
n Bilder eher kühl und distan- 
en. ist der Metaphysiker Cinelli. 
n durch Elemente der Pop-Art 
Jen Figuration geprägten Stil 
i hat. den man mit den frühen 
seines Landsmannes Chirico 
r in Verbindung bringen kann. 
Puppen. lang hingestreckte 
tSlCIllEFt durchschweben den un- 
"lich wirkenden Raum. Mit 
Strichen mißt und wägt der 
. bringt schemenhafte Figuren 
wdung zu geometrisch betonten 
und gelangt damit zu einem 
berschaubaren Kompositions- 
in hellen, mit viel Weiß ge- 
Farben. Symbolhaft wirken 
le der konstruktivistischen. mit- 
rspektivisch aufgebauten Bilder 
Vom Malerischen selbst geben 
viel her. eher schon kann sich 
m Philosophischen neigende 
e an ihnen entzünden. Gal- 
hitektonisch-rhythmische Bilder 
t an den italienischen Futuris- 
Sie sind Neuauflagen davon. 
ubstanz sich allerdings noch 
an muß. 
ATIONALER KÜNSTLERCLUB: 
; von Künstlern aus 12 Staaten 
lauf gelungene Schau mit aus- 
ienem Werkstattcharakter prä- 
der Internationale Künstlerclub 
st seinen Gästen. Kurt Ohnsorg 
ihr die künstlerischen Ergeb- 
s diesjährigen Gmundener Ke- 
ninars zusammengetragen. Die 
ntionellen. geistreichen und 
en Beispiele dieser prächtigen. 
ieriment zugetanen Ausstellung 
durchweg ihre Käufer. so daß 
asition auch in dieser Hinsicht 
:r Erfolg wurde (Abb. 13-15). 
E IM GRIECHENBEISL: 
aus der CSSR und aus Deutsch- 
id profitiert verlief das Aus- 
programm der Galerie im 
nbeisl. lm Oktober vermittelte 
srie die Bekanntschaft mit zwei 
ichen Künstlern: dem 197.0 ge- 
. durch das Symposien von 
iarethen auch bei uns anerkann- 
lhauer Miloslav Chlupac und 
dem Bildner Zbynek Sekal. der sich 
hauptsächlich mit Reliefs beschäftigt. in 
denen plastische und malerische Ele- 
mente aufeinandertreffen. 
Ist es bei Chlupac vor allem das organi- 
sche Verhältnis zum Material (Sandstein 
und Marmor) und sein Hang zur klaren, 
einfachen, geschlossenen Form. den er 
mit vielen zeitgenössischen Bildhauern 
gemeinsam hat. so ist es bei seinem 
etwasjüngeren Kollegen die spielerisch- 
schöpferische Freude am Finden und 
Gestalten. die dessen gegenwärtigem 
CEuvre Charakter und Eigenwilligkeit 
verleiht (Abb. 16. 17). 
 
 
Im 20. Jahrhundert haben auf dem 
Sektor der bildenden Kunst unter ande- 
rem die kunstpltilosophischen Schriften 
eines Wassily Kandinsky, Willi Bau- 
meister und Paul Klee gezeigt. wie sehr 
gerade auch der Künstler dazu aus- 
ersehen sein kann. als Interpret seines 
Schaffens und damit des schöpferischen 
Tuns überhaupt zu fungieren. Die seit 
kurzem bestehende avantgardistische 
deutsche Malergruppe ..SYN". die erst- 
mals in Österreich mit Beiträgen von 
vier ihrer Mitglieder in der Galerie im 
Griechenbeisl vorgestellt wurde. besitzt 
in Klaus Jürgen-Fischer und Rolf 
Gunther Dienst ebenfalls zwei Reprä- 
sentanten, die nicht nur malen. sondern 
auch als Theoretiker und Kritiker tätig 
sind. Jürgen-Fischer und Dienst gehen 
sogar noch einen Schritt weiter als 
mancher der großen Wegbereiter der 
Moderne und programmieren - soweit 
man davon bei künstlerischer Tätigkeit 
überhaupt sprechen kann - ihre 
Malerei. Was sie machen. geschieht 
weitestgehend kontrolliert und dem 
Intellekt gehorchend. Man muß jedoch 
davor warnen, diese Komponente ihres 
Schaffens zu überschätzen und als Maß- 
stab der Qualität, also der malerischen 
Substanz selbst. zu betrachten. 
Mit Präzision ousgespannte. stellenweise 
in feinsten Mischtönen abgestufte. geo- 
metrisch artikulierte Abstraktionen sind 
die Domäne Klaus Jürgen-Fischers. lm 
Gegensatz zu Rolf Gunther Dienst. der 
mit geringem Erfolg ornamental-syrn- 
bolhafte Pop-Op-Art betreibt. versteht 
es Fischer - trotz eiserner Disziplin und 
genauem Durchdenken -. sein Schaffen 
so weit von bloßer Masche fernzuhalten. 
daß dem Schöpferischen noch immer 
genügend Entwicklungsraum bleibt. 
Das trifft auch aufden vom Amerikaner 
Mark Rothko sichtlich beeinflußten 
Bernd Berner zu. der mit viel Sensibili- 
tät gemalte, meditative Tafeln zeigt. die 
ebenfalls jenen kalkulierten Freiheits- 
raum besitzen. den freiwillige Beschrän- 
kung und Selbstverantwortung erge- 
ben. 
Eduard Micus, der vielleicht originellste 
der Gruppe. bemüht sich in seinen 
andeutungsweise reliefartigen. struk- 
turierten ,.Coudragen" um ein ab- 
straktes Ordnungsgefüge von stark 
graphischer Wirkung. Durch gelegent- 
liches Ubereinandernähen von Lein- 
wänden. Bemalen latzartiger Segmente 
und punktartig-linienförmige Aufteilung 
der Bildfläche erreicht Micus Ergebnisse 
mit deutlich pravokanter Note. die 
Tendenzen der Abstraktion mit einem 
Anflug von Pop-Art vereinigen. 
GALERIE AUTODIDAKT: 
Der Graphiker Erich Fischer 
Eine erfreuliche Niveauverbesserung 
ließ zuletzt auch das Ausstellungspro- 
gramm der verdienstvollen Galerie 
Autodidakt erkennen. Die Kollektive 
des Wiener Graphikers Erich Fischer. 
eines zu Unrecht viel zu wenig bekann- 
ten, emptindsam registrierenden und 
reagierenden Künstlers. über den Vik- 
tor Matejka im Katalogvorwort er- 
frischend klare Worte schrieb. sei dafür 
stellvertretend angeführt. 
Fischers Schaffen ist zweigeteilt. Neben 
zeit- und sozialkritschen Arbeiten (man 
sah auch mehrere frühe. engagierte 
Blätter) dominierten Fischers "Kathe- 
dralen". ein loser Zyklus von fein- 
nervigen, kleinkalibrigen, fast abstrak- 
ten Federzeichnungen. die durchweg 
Qualität besitzen und die Eigenart des 
Graphikers in aller Deutlichkeit hervor- 
kehren. 
GALERIE PElTHNER-LICHTENFELS: 
Verkaufserfolge mit Jaki und Brauer 
Eine so unverwechselbare Persönlich- 
keit wie der jugoslawische Autodidakt 
Jaki (Joza Horvat; geboren 1930 in 
Murska Sobota in Slowenien). den die 
Galerie Peithner-Lichtenfels mit einer 
größeren Auswahl an Ölkreidearbeiten. 
Zeichnungen und Radierungen kollek- 
tiv vorstellte. kann vermutlich erst heute, 
in einem Klima weitreichender Liberali- 
tät. Verständnisbereitschaft und Selbst- 
verantwortung die ihm gebührende 
Aufmerksamkeit finden. Jaki ist ein 
Künstler. dessen Werk sich keinem der 
bestehenden lsmen eingliedern läßt. Er 
steht so sehr außerhalb aller Stile und 
Richtungen. daß einem Vergleich seiner 
Arbeiten mit jenen anderer von vorn- 
herein arge Mängel und Ungenauig- 
keiten anheften. Obwohl seine vitalen 
Bilder verschiedene Merkmale auf- 
weisen. die für die Kunst der Naiven 
charakteristisch sind. erweist sich ange- 
sichts des Könnens und Raffinements 
von Jaki auch dieser noch am ehesten 
zutreffende Annäherungsversuch als 
lückenhaft. 
Jakis Themen und Deutungen besitzen 
traditionelle Gültigkeit (sie erinnern 
mitunter an alte Schöpfungen südländi- 
scher beziehungsweise orientaiis 
Volkskunst) und sind zugleich ungei 
aktuell. steckt doch eine gehörige 
tian unbewußter. verschlüsselter 
nur schwer enträtselbarer Zeitbezo 
heit und -kritik in ihnen. 
Die in wenigen Tagen beinahe rs 
ausverkaufte Ausstellung, die für t 
eine kleine. aber echte Sensation 
deutete. war reich an vorzügli 
Arbeiten. Jener Sammlertyp. der 
Originelle und Unverfälschte sucht. 
jedenfalls voll auf seine Rechnung. 
rasch bekanntgewordene Künstler 
stellte bereits in Paris. Los An; 
Zürich. London und Chicago aus; 
große Jaki-Wanderschau startete 
November des Vorjahres im Ki 
Kunstverein) dürfte auch in Zu 
echte Entwicklungsmäglichkeiten 
sitzen. so er nicht vom Kunsthc 
ruiniert wird. 
Unbeschwerte Freude bereiteten 
die qualitätsvollen neuen Aqua 
Erich Brauers. die zum Jahresausli 
gezeigt wurden. Die von einem c 
nellen Katalog begleitete Expo: 
(eine Schallplatte mit vier von l 
Brauer gesungenen. komponierten 
getexteten Chansons lag ihm bei) 
schon wenige Stunden vor Eröff 
zur Gänze ausverkauft, und das. 
wohl die kleinformatigen Aquc 
zwischen 5000 und 20000 Sch 
kosteten. 
Dieser für Wien ungewöhnliche 
kaufserfolg spricht gleichermaßer 
den Künstler wie für den Gal 
besitzer. der einmal mehr die ric 
Händlertaktik einschlug und dem 
ner Publikum im richtigen Mo 
genau das vorsetzte. wonach e 
wenigstens zur Zeit - fast mit 
schiießlichkeit verlangt. 
Brauers prächtiger Erfolg ist iedoi 
ienseits der notwendigen Polemik 
Zeitgemäßheit und Wert der W 
Schule des phantastischen Realism 
ganz und gar verdient. In Bri 
Bildern zu lesen. sich von ihnen 
zaubern zu lassen. ihre malerische 
monie und Subtilität auszukostei 
vor allem deshalb so beglückend. 
bei diesem Künstler - sehr zum L, 
schied von anderen ..Phantasten" 
doch vielfach in bezeichnendem l 
stagnieren - weder Raffinesse 
bloße Manier oder Spekulation 
schöpferischen Anliegen den Rang 
liefen (Abb. 18). 
Peter l 

	        

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