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Volltext: Alte und Moderne Kunst XI (1966 / Heft 86)

hansdom im Jahre 1513 angefertigt 
ien waren. 
er ist derselbe Proiilkopf auf zwei 
den Münzen in engem Zusammen- 
;e stehenden Bronzemedaillen (im 
neum in Graz und im Kunsthistorischen 
eum in Wien), auf dem im zweiten 
kriege verschollenen Bildnis Friedrichs 
halb seines Grabmales in St. Stephan, 
n weiteren Brustbild im Kunsthistori- 
n Museum (Abb. 12) sowie in einer 
tellung der Anbetung der Heiligen 
Könige vom Meister der Habsburger 
er Österreichischen Galerie im Belve- 
(Abb. 11) erhalten. Letzteres Bild muß 
1493 und vor 1508 entstanden seinl9. 
Kopf Friedrichs ist deutlich aus einer 
risvnrlage herausgenommen (vgl. Ab- 
ing 12) und völlig unorganisch hinter 
n Balken in das Bild eingesetzt. Die 
nante Altersphysiognomie ist hart mo- 
:rt. Der Kaiser trägt über der von 
n zerfurchten Stirne eine Spangen- 
e 20, das Auge starrt ohne Anteilnahme 
äildgeschehen richtungslos ins Leere, 
Nase fällt übergroß und spitz das 
:ht hinab, das ebenso spitze Kinn 
stark hervor. Aus dem großen knor- 
en Ohr scheint wulstig die Temporalis 
rszuwachsenll. Das weiße Haar ist 
geschnitten und gibt den schlaffen 
sennacken frei. Ein hart und scharf 
igtes Kopfstück minderer Qualität auf 
)ß Ambras (Abb. 13) scheint dem 
lbildnis der Epiphanie des Meisters 
Habsburger am nächsten zu stehen. 
'itt dem Beschauer als Inkarnation des 
es und der Mißgunst entgegen, erregt 
:h gerade darob größtes Interesse. Die 
des mit einer von Perlen und Edel- 
en besetzten Goldleiste befestigten 
langes, der sich zu beiden Seiten 
t, das wiederum von der Spangen- 
e bedeckte, ins strenge Profil gewandte 
tz sowie die Inschriftenleiste am 
'en Rande des Bildes entsprechen der 
tellung im Kunsthistorischen Museum 
Abb. 12). Nach den Schrifttypen, die 
reich verzierten Frakturschrift ange- 
1, läßt sich das Bild um 1513 datieren. 
Gesichtsfläche ist völlig schematisiert, 
Falten sind in die Stirne graphisch- 
t eingetragen. Die Durchführung sämt- 
r Details erscheint derb und ungelenk 
:führt. Die Nase sinkt mit extremer 
e ab, der Mund ist xviderwärtig ge- 
t, Kinn und Unterkiefer laden wuchtig 
Die Derbheit der Bildgestaltung spricht 
IfOVlflZiCllC Lokalisierung, so daß die 
e wohl aus Tirol von der Hand eines 
rangigen Werkstattmitgliedes des Mei- 
der Habsburger stammen kann. In- 
SHHICIWClSC besitzt diese „Karikatur" 
Herrscherbildes starke Ähnlichkeit 
den kleinen, in Hall geprägten Ge- 
tnismünzen. Da diese anläßlich eines 
früheren Kaiser ehrenden Anlasses 
stellt worden waren und seinem Ge- 
nis dienen sollten, müßte das Be- 
:n um porträtechte Wiedergabe voraus- 
zt werden können. 
zigte sich, daß dieser so eigenwillige 
Alterstypus Friedrichs nicht nur in Öster- 
reich Weit verbreitet war, sondern sich 
auch in den Niederlanden großer Beliebt- 
heit erfreute. 
Die Gruppe der Anbetung der Könige 
dürfte die Lieblingskomposition des Ant- 
werpener Meisters von Frankfurt gewesen 
sein, sie wurde in seiner Werkstatt mehrfach 
und in verschiedenen Varianten wieder- 
holt. 
Auf mehreren dieser Epiphaniebilder ist 
Friedrich als einer der Könige dargestellt. 
Die geschweifte Mitteltafel eines Tripty- 
chons in der Stuttgarter Staatsgalerie 
etwa zeigt die Madonna mit dem Kinde auf 
dem Schoß, zu ihrer Linken Joseph, zur 
Rechten einen alten König 7 Friedrich III. 
(Abb. 14). Er kniet, ins strenge Profil 
gewandt, bekleidet mit einem pelzgefüt- 
terten Brokatmantel, eine Haube, wohl die 
 
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mißverstandene, in die Zeitmode umge- 
setzte Spangenkrone, auf dem Haupte. 
Der Proiilkopf ist feist und Heisehig, die 
Stirne in ebendieselben Falten gelegt wie 
auf den Österreichischen Bildern, die Nase 
derber als dort, die Unterlippe bei vor- 
geschobenem Kinn hervortretend, der von 
Haaren unbedeckte Nacken in drei Wülste 
gegliedert. Boten die österreichischen Bilder 
ein markantes Greisenprohl, so wirkt in 
der niederländischen Variante der Kopf 
durch die Fülle eher jugendlich. Eigen- 
heiten und Charakteristika des österreichi- 
schen Bildschemas mit denen des Nieder- 
länders vereint in sich ein Bildnis im 
Musee des Beaux Arts in Nantes (Abb. 15), 
wobei es sich der von Maximilian fest- 
gelegten Komposition, ähnlich der Wiener 
Replik des Porträts „Aetatis 53", bedient. 
Friedrich ist in Halbfigur im Profil nach 
links gegeben, die Spangenkrone in ihrer 
ursprünglichen Form auf dem Haupte. 
Über einem roten pelzverbrämten Unter- 
kleid trägt er einen gelben Mantel mit 
breitem Pelzkragen, zwei goldene Ketten 
um die Schultern, eine davon mit Kreuz. 

	        

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