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Volltext: Alte und Moderne Kunst XI (1966 / Heft 86)

 
mlmld Suttcr 
IP. RESIDENZEN 
IXISER FRIEDRICHS III. 
 
Münzsiegcl Friedrichs III. als Herzog vor der Wahl zum 
römiwhen König 
Ausschnitt aus nei Wnppenwand Friedrichs 111. (Abb. 12) 
an der Ostfassade der Georgskafelle im Burghof von 
wienei Neustadt aus dem Jnnie 453 mit 107 Wippen- 
reliefs. ln der unteren baldachingekrönten Nische die 
Statue des KBISCIS 
Ansicht von Wiener Neustadt mit dmi Dom (linlt!) und 
der Burg (rechts). Aus Matthäus Merian: Topogrzphia 
Provindarum Austriacarum. Frankfurt 1649 
Rückseite des Münzsicgels (Abb. 1). In den Seilennisclien 
die Wippen 7 rechts vom Herzog ganz außen beginnend 
- von BurgIuITimI. Kiburglstciermark, Habsburg, 
PortenaulKämten. Elsaß. Windische Mark, Krain, Ptirtl 
Obcröslcrrcich 
Albrecht Dürer: Die landcsiürslliche Burg in Innsbruck 
(Albertina, Wien). Zur Zeit seiner ersten Italienreise 
I494I95 entstanden zwei farbige Aquarelle, die den süd- 
lichen und nördlichen Teil der Innsbruckcr Residenz 
darstellen 
Leopold Kuwnseg: Die Grazer "Friedriehsburg" vor 
dem Abbruch 1337. Aquarell. Das nach 1438 entstandene 
("nebäudc diente zueist als landcsfürstliches Zeughzus. 
dann als Vizedomamtsgebiude 
Eine große Zahl von Städten könnte darum 
streiten, welche die berufenste unter ihnen 
wäre, das Andenken Kaiser Friedrichs III. 
lebendig zu erhalten, welche von ihnen in 
seinem Leben die bedeutsamste Rolle 
gespielt hat und welche sich rühmen dürfe, 
seine bevorzugteste Residenz gewesen zu 
sein. In Irmrhrurk wurde Friedrich III. am 
21. September 1415 geboren. Sein Vater, 
Herzog Ernst der Eiserne A er nannte sich 
seit 1414 gerne Erzherzog -, hatte aus 
politischer Berechnung in Krakau 1412 in 
zweiter Ehe die Masovin Cimburgis (Czim- 
barka) geheiratet. Diese, eine Tochter des 
Piastenherzogs Ziemovit IV. und Nichte 
des Polenkönigs Wladislaw jagello, soll 
nicht nur schön und fromm - sie starb 
1429 während einer Wallfahrt nach Maria- 
zell w, sondern auch, wie man sich von 
ihr erzählt, von ungewöhnlicher Körper- 
kraft gewesen sein. Aber es war doch mehr 
ein Zufall, daß Cimburgis gerade in Inns- 
bruck niederkam, wohin sie ihren Gemahl 
begleitet hatte. Innsbruck hat im weiteren 
Leben Friedrichs III. eine untergeordnete 
Rolle gespielt. 
Friedrichs im Temperamente so ungleicher 
Bruder, Herzog Albrecht VI., kam a1 
18. Dezember 1418 in Wien zur Welt, un 
den Geburtsort seiner übrigen siebe 
Geschwister, die zum Teil sehr früh ve 
starben, kennen wir gar nicht. 
Am 10. ]uni 1424 ist, 47 Jahre alt, Hetze 
Ernst der Eiserne in Bruek an der Mr 
gestorben. Er fand im ZiSfCIZICHSCIlLlOSU 
Reun bei Graz seine letzte Ruhestätti 
Seine Grabplatte hat wenige Jahre hernac 
aus rötlichem Marmor ein hervorragendi 
Salzburger Monumentalbildhauer gescha 
fen. Friedrich III. war beim Tode seim 
Vaters kaum 9 Jahre alt. Die Vormundscha 
über ihn übernahm sein Oheim, Friedric 
der Ältere von Tirol, der zwar den Beiname 
„mit der leeren Tasche" trägt, der ab: 
nach seinem leichtfertigen Abenteuer Zl 
Zeit des Konstanzer Konzils ein gereifti 
Lebenskenner und zudem der reichs 
Mann der Familie geworden war. Ob nu 
dieser Friedrich sein Mündel zu sich nac 
Innsbruck nahm, um ihn dort erziehen 2 
lassen, wissen wir nicht. Wir haben übe 
haupt nur spärliche Berichte über d 
Jugend des späteren Kaisers und erfahre 
lediglich, daß er 1429 als Iwijtglied in d
	        

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