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Volltext: Alte und Moderne Kunst XI (1966 / Heft 86)

 
ANMERKUNGEN 1 - 5 
1 Haraid Keller. Die Entstehung des Bildnisse: am End 
das Hochmittelalters. Römisches Jahrbuch für Kunst 
gcschichte, 5. Bd., Wien 1939, S. 22711. 
1 Vgl. Alphons Lhotsky, Geschichte der Sammlung" 
Z. 1311., I. Hälfte, Wien 1941-1945, S. 24. 
3 Brigitte Hzller, Kaiser Friedrich HI. im Urteil dcr ZU 
genossen, Wim 1965 (Wiener Disertatinnctl aus du 
("vcbicte der Gcschichtc S). 
Vgl. Halkr, ebenda, S. 139. 
5 Vgl. Hermann Decken. Zum BegritT des Porträts. Max 
lörurzgäcir äshzxbuch für Kunstwisunschafr, Bd. V. 1925 
 
 
Rudolfs IV., zu verdanken. Und doch 
währte es noch ein volles Jahrhundert, 
ehe die eigentliche Kunst des Porträtierens 
voll einsetzte. 
Kaiser Friedrich III. war der erste innerhalb 
der habsburgischen Familie, dessen Aus- 
sehen in einer größeren Anzahl von Bild- 
nissen aller Art überliefert ist. Die von 
ihm erhaltenen Darstellungen vergegen- 
wärtigen lebendig den Wandel seiner Er- 
scheinung vom jugendlichen Fürsten zum 
greisen Kaiser. Diese Tatsache gewinnt 
vor allem dadurch an Bedeutung, da den 
meisten Historiographen des Spätmittel- 
alters kein oder nur geringes Interesse 
am Physischen der von ihnen dargestellten 
Person eigen ist, so daß im Falle Friedrichs 
das literarische Porträt gegenüber dem 
künstlerischen weit zuriicksteht 3. 
Lediglich der zunächst in der kaiserlichen 
Kanzlei tätige, literarisch hochbegabte Ita- 
liener Enea Silvio Piccolomini stellt unter 
all seinen geschichteschreibenden Zeitge- 
nossen eine Ausnahme dar, da er vetsi 
eine kurze Charakterisierung von des 
sers wahrem Äußeren zu geben, die 'I 
vertretend, die physische Erscheinung 1 
Menschen bringe einen Teil seines Wc 
zum Ausdruck4. 
Es erscheint verlockend, am Beispiele 
hervorragenden ersten authentischen . 
nisses Kaiser Friedrichs III. die Frag 
erheben, inwieweit das Porträt als S 
barkeit nicht nur Wiedergabe, son 
Deutung des Dargestellten sein k 
wobei freilich berücksichtigt werden x 
daß der Künstler alle menschliche Ir 
lichkeit nur an Äußerlichkeiten zu 
Wickeln vermag5. 
Jenes erste, in den Uffizien zu Flc 
aufbewahrte Bildnis Friedrichs (Abb 
eine italienische Arbeit, ist noch vor 
Kaiserkrönung, aber kaum lange vor 
entstanden. Größe und Materialbes: 
fenheit des auf Papier oder Pergai 
gemalten und erst später auf Nadel
	        

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