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Full text: Alte und Moderne Kunst XI (1966 / Heft 87)

geschehen. Venustempel wurden in alter Zeit 
gerne in Marienkirclien umgewandelt, Zeus- 
tempel in SL-Nlichaels-Kirchen und Tempel des 
heidnischen Lichtgottes Apollo, eines Siegers über 
die Finsternis, nicht selten dem christlichen Drachen- 
töter St. Georg geweiht. Urkundlich beglaubigt 
ist die Kirche zum erstenmal im 11. Jahrhundert 
als Gotteshaus des Genueservierlels. Der spätere 
barocke Bau brcinnte ab. Ludwig XIV., zu jener 
Zeit Schirmherr der Christen in Konstantinopel, 
ließ die Kirche, die niemals orthodox oder Moschee 
geworden ist, iiiri Jahre 1676 wiederherstellen. 
Jesuiten, Benediktiner und bosnische Franziskaner 
haben an ihr gewirkt. Die österreichischen Lazae 
risten zogen 1852 in St. Georg ein. Eine Erneuerung 
des Baues war nach dem Krirrikrieg von 1854 
unter Sultan Meged vorgenommen worden. Die 
erste grundlegende Renovierung durch die öster- 
reichischen Lazaristen erfolgte im Jahre 1908. Die 
zweite, die der eigentliche Gegenstand unserer 
Ausführungen ist, fand im lahre l963 statt. 
Brachte die erste Umwandlung viel Schmuck und 
Zierat im Stil des 19. Jahrhunderts. so trachtete 
die zweite. im Dienste modernen oder sehr alten 
Emptindens. zu purifizieren. Der unechte Stuck 
und die Bemalung an Säulen, Pfeilern, Kapitellen, 
an den Gurtbögen und in den Gewölbezwickeln. 
wo, dem Charakter der österreichisch-ungarischen 
Doppelmonarchie gemäß, aut der einen Seite 
die österreichischen, auf der anderen Seite die 
ungarischen Heiligen dargestellt waren. fielen also 
der Vernichtung anheim. Die Seilencillüre wie 
auch die Orgeleinpore, die drei Meter weit in die 
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St eGcorq KITChE, Innenraum mit St. Geoi-i 
von Anton Lchniden Priesterbank und Opferol 
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amtansicht des lnnenrour
	        

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