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Volltext: Alte und Moderne Kunst XI (1966 / Heft 87)

artigen Materialien kompo- 
Jberdimensionales „Denkmal 
en und verstoßenen Dinge" 
zweifelhaft zu den außerge- 
en Werken der österreichi- 
ildenden Kunst der letzten 
alerie der Secessian waren es 
ist größere Gemälde, „Bilder 
trer Ebene". mit denen Wolf 
auf sich aufmerksam machte. 
napper Aufeinanderfolge ent- 
t großen Malereien kam dabei 
ttaugenrnerk zu, Wolf bezeich- 
e Arbeiten als ..gnostische 
1ls Versuch zur Erkenntnis: ein 
i allen gnastischen Systemen 
m ist. 
imeist in dunklen. van Nebeln 
ten Blau- und Ratabstufungen 
in, grüblerischen Bildern 
ese Tendenz des Suchens auch 
zum Ausdruck. Wolf malt 
1. dann aber rasch und 
gleichsam in einem Zustand 
tce. der verhindert, daß das 
elle Moment zu sehr in den 
und gerückt wird. In kraft- 
:ihrern und Wtschern. dann 
arwürtstastend. umschreibt der 
in einer entfernt an den 
nismus gemahnenden, weitest- 
astrahierten, aber doch gegen- 
tn Assoziationen zulassenden 
Weise seine Themen. Wolt 
dabei gegenwärtig mehr denn 
rättigen Akzenten, einer ent- 
ren. leichter ablesbaren Kom- 
wcis ihm 7 bei allem Ver- 
für Absicht und Charakter 
tastischen Bilder 7 jedoch 
gestalterisches Manko ange- 
verden kann. So überzeugte 
tklus auch stärker in seiner 
iit und keineswegs in jedem 
Fall. 
war auch die Begegnung mtt 
JISE Motesiczky, der 1906 in 
aborenen. doch schon seit 
n Ausland lebenden Malerin. 
istlerin machte schon mit 
die persönliche Bekanntschaft 
zmanns, des großen deutschen 
nisten. der ihre Familie in der 
ihl bei Mödling besuchte. 
gegnurtg mit Beckmann, der 
JISE Motesiczky 1927 in seine 
Jsse in Frankfurt aufnahm. 
- bestärkt durch oftrnaligen 
Kontakt 7 in einem derart 
en Maß Werk und Haltung 
1939 in England wirkenden 
wie man es sich idealer bei 
tnlich engen Lehrer-Schüler- 
s kaum vorstellen kann. 
ch auch die Spitzenwerke in 
Jise Motesiczkys Malerei zu- 
Zeitraum van 1925 bis etwa 
B. das prächtig gelungene 
dem schlichten Titel ..Jause"). 
en der Künstlerin auch später, 
n den allerletzten Jahren. mit- 
iebntsse. die sich ihrer vehe- 
icher zupackenden und dabei 
thr kultivierten Art früheren 
durchaus vergleichen lassen. 
illeben, var allem aber das 
itandene Porträt des Dichters 
netti, wären in diesem Zu- 
ang zu nennen (Abb. 5- 7). 
Peter Bau m 
:I'Ol'VIEI',PFGFIQUFOtIQFt,1965,z8lCh- 
aut Velin. 80x65 crn 
Anton Wolf. Metamorphose des 
Jrqen (das vierte gnastisrne Bild) 
Lauise Matesiezkv, Liedende rnit 
1951i. Cti aut Lwd.. 70x100cm 
5- 7 aus den Ausstattungen der 
(ünsller in der wiener seeessian) 
GALERIE AUTODIDAKT: 
Herbert Bueckl - Werke aus Privatbesitz 
Als stilles. doch nachhaltiges künstlerisches 
Ereignis van Rang bieibt die 25. Ausstattung 
der verdienstvaiten Galerie Autadidakt in 
Erinnerung, die eineni knappen. tast zur 
Ganze durch erste Quaiitat gekennzeichneten 
Querschnitt durch das Zeichnerische und 
malerische Werk Herbert Boeckls gewidmet 
war. Die Z5 Blotter dieser schonen Jubiläums- 
setiau starnrnen aus einer der bedeutendsten 
aslerreichischert Privdtsainrniungen rnaderner 
Kunst. Sie sind in ihren besten. alt riur 
sk-zzenhalten taeisbieten wie etwa den 
beiden 1922 entstandenen Sti'leben mit 
Fischen, dem 19t9 gernatten Aquarell ..sieben 
Hugel . der tarrnai erregenden .. oten 
Taube . dem Kohleportrat der Ga'lirt des 
Kunstlers (1937), dem „Lagernden Akt' (1935) 
sawie dem reiten. wohlausgewogenen Aqua- 
  
rell der Bauernhauser in st.Agvd (1950) 
n-etit nur Marksteine im ungemein VIEl- 
taitigen e treiiieti Schwankungen unter- 
wartenen Gescimtwerk, sandern daruber 
iiinaus guitige Kunstwerke, deren Rang sieti 
uber Vorurteile und gelegentliche reiiiein- 
srtidtzungen tiinweg im Uberregianalen und 
zeitiasen ein rur aiteinai iestigen und be- 
haupten wird. was Herbert Boeckl tur die 
österreichische und euraadisene Kunst dieses 
Jahrhunderts bedeutet. lüßt sich gerade an 
diesen durchwegs rnit saarsanie-i Mittein 
sauverdn. doch ternab van ttautine und 
virtuasitdt gestalteten, sinnertuiiten Arbeten 
abiesen. 
GALERIE IM GRIECHENBEISL: 
Gottfried Fabian und Maria Declevct 
caitiried Fabians in lockerer Manier gemalte 
Kunstharzbilder und Tuschezeichnungert. 
durchwegs Arbeiten aus den lahren1965 und 
tsee. zeigten den Künstler bei der rart- 
iuiirung jenes weges. den er rnit seinen 
kieintarrnatigen Absiraktianen der varicth- 
rigen Grazer "Trigan" erstnnais beschritt. 
Kalligraphisches Actian-painting. das treitieti 
nach ait genug graphischer Lauterung und 
Konzentration bedart. urn an Verbindlichkeit 
und uberzeugungskrart zu gewinnen. ist das 
variaurige zwisetienergebnis dieser neuer- 
llchen Auibruetisetaaae (April tsea; 
oibitder. Zeichnungen und einige besanders 
setibne Radierungen aus der varn rarurn 
Stadtpark. Graz, nerausdebraenten Mappe 
"Marginalien" bat in abwechslungsreicher. 
zugleich aber eintieitiien wirkender Uber- 
 
 
schau eine Kollektive Maria Declevas. 
Gelöster ais in den iiir Declevgs weiterent- 
wicklung besanders wietiiiaen Olbildern. die 
freilich nicht irnrner die gleiche tektonische 
Sicherheit. tarbiae und tarinaie i-iarinanie 
erreichen, zeigt sich der jetzt in wien iebende 
und an der Akadernie für angewandte Kunst 
wirkende Maler in seinen spannungsrcichcn, 
sensiblen graphischen Blättern, unter denen 
bewegte Farbkreidezeichnungen besanderer 
Erwdiinung bedurien. Der Ernst und die 
selbstkritische Konsequenz. rnit der dieser 
Künstler sein werk e nicht atine aeiegent- 
Iiche iniragesteiiung varantreibt. Sich 
nicht in itautinetasungen veriiert. sandern 
anstatt dessen irnrner wieder nach neuen 
sendbieriseiien Ansatzpunktert sucht, ver- 
dienen atie Beachtung (Abb. ß). 
GALERIE VERKAUF: 
Braun, Merwart und Kraus 
Theo Braun, Ludwig Merwart und Gunther 
Kraus. das schon seit langem gut bekannte. 
tuiirende Dreigestirrt aut dem von iiirri bevor- 
zugten Gebiet der Eisendtzuna. gab in der 
Galerie verkaut Kostproben aus tungsten 
Schaftensperioden. So schließt insbesondere 
Ludwig Merwart in tlüchig rnediiativen. 
tarbig cttt sehr dirterenzierten Blcittern an 
seine graßtarrnatigen Malereien an. die zu- 
ietzt in einer Aussteiiung irn IKC zu setien 
waren. bei c-unttier Kraus ningegen nnden 
sich Tendenzen der Pan-Art mit Tachisrnus. 
geometrischer Abstraktian und Strukturellem 
vereuiekt. was oftmals zu inhültlich und 
bildnerisch interessanten Ergebni en tutirt. 
Ttiea Braun. dein man gerne wieder einrnai 
in größerem urniang begegnen mochte, 
zeigte schließlich eine Reihe ausgewählter 
biatter. die rnan am enesten dein ainerikg- 
nischen abstrakten Expressionismus zuordnen 
kannte. ltTt Prinzip gehorchen sie den gleichen 
Gesetzen. derselben senaateriseiien Auta- 
nomie wie die Blatter Merwarts. verraten 
aber doch expressivere Züqe einer sicher 
zupackenden, aern cranzugigen. Ordnenden 
zugetanen Gestik 
 
GALERIE WÜRTHLE: 
Maria Laßnig 
„Seniirnentaie Bilder aus Paris". lautete der 
ieietit irretitiirende ritei einer aggressiven. 
zeitkritischen Ausstellung neuer großforma- 
tiger Malereien derseitt961 in Partslebendcn 
Karntnertn Maria Laßnig in der Galerie 
wurttite. Die nearigurativen Bilder der 
Künstlerin beeindruckten durch ungewohn- 
liche Ausdruckskraft und Dtrektheit. die in 
der verwendung rieisetiiarbener Töne. ab- 
stellend wirkender Farbnuaneen und tndiiv- 
ltcher wie perspektivischer verzerrunaen 
nden eine zusätzliche steigerung ertdnrt. bei 
aiiedern ist ein ausqcpragter Hang zurn 
Gratesken, satirisrhen nicht zu ubersenen. 
Ein besanders gut aetungenes Beispiel tur 
diese 7 einer Frau kaum zuzutrattenden 7 
Aurtassung is das kastliche. unaeniein sicher 
kdniadnierte Eiid ..Mein lieber Wilhelm". bei 
dem Slch in geradezu ideaier weise Male- 
risches und Graphisches verdichten. Die im 
Katalag genannten Maier der "Brucke", 
Picasso und der heute in aller Welt bekannte 
Englander Francis Bacort hatten bzw. haben 
aut Maria Laitnigs letzte Entwicklungs- 
periode zweifellos rnitbestimrneride Einflüsse. 
Daß es dabei iedach nie zu einem Uberhand- 
nehmen (rernder Erfahrungen kam. sbrierit 
für die Persönlichkeit und die weiteren Fnt- 
wicklungsmöglichkelten der Kunstlerirt. die 
CIUCh wie einige milausgestellten Kalt- 
ncidelradierungen bewiesen aut dem 
Gebiet der Ciraanik neuen Wegen offen ist 
(Abb. in. 
GALERIE STUBENBASTEI: 
Johannes Wanke und Kurt Ammann 
Der wiener Druckgraphiker Johannes 
wanke. der in seinen auaiitatsvaiien Holz- 
schnitten seit etwa einem Jahrzehnt unbeirrt 
van Madestrarnungen den itini gemäßen 
bildnerischen Weg besenreiiet. steiite in der 
Galerie aut der Stubenbastei Werke der 
Jahre 1960 bis 19er, var. 
Die künstterische Entwicklung Wankes zeigt 
einen klaren. unproblematischen und eigen- 
standigen Verlauf. Die Art und Weise, in 
der er stets von neuern iarrnaien widerstand 
Sucht und damit die schwierige statt der blall 
getaiiigen graphischen Lasung ansteuert. 
verhindert dabei jede rbrrn hemmenden 
Akadernisrnus. Wctnkes handwerkliches Kari- 
nen und sein wissen urn die dem Holzschnitt 
adaauaten Ausdrucksmöglichkeiten sind da- 
bei rakiaren. die qerade in Anbetraent der 
vieitait seiner Themen van ausschlag- 
gebender Bedeutung sind. 
Wanke weiß sehr genau urn die Notwendig- 
keit des Abstraiitereiis im sinne einer wesen- 
hatten Verdichtung. Seine farbigen und 
schwarzweißen t-talzschnitte 7 Landschaften. 
Tiere und Porträts 7 verlieren sich daher 
auaii iast nie in beiidurige Einzelheiten und 
dekarative Spekulationen. cnarakteristisdi 
tiir sie sind vielmehr kraitvaiie. kanzen- 
trierte Formen, die gelegentlich entternte 
Bindungen zurn Expressionismus autweisen. 
Wenn man trotz tarrnaier strenge. die nicht 
zuletzt durch die angewandte Technik 
bedingt ist, var aiiern in den Landsenatten 
eine iierba. gleichnishaftc Poesie ernanndet. 
so wird dadurch das künstlerische Ein- 
tiiniungsverrnagen und Ternaerarnent wankes 
nur nach zusätzlich zur Tragranigkeit der 
eingeschlagenen Metnade in uberzeugenderr. 
Maße bestätigt. 
Eine ialgcrichtigc und vielleicht noch kon- 
sequentere Weiterentwicklung tienen OuCh 
die neuen Aquarelle und zeietiniingen Kurt 
Ammartns erkennen. Unter watiriing größt- 
rrtoglicher gestischer rreitieit. wie inan sie in 
kanrentrierter Farm baisaieisweise van den 
cninesen und iaaanern her kennt, bringt 
Ainrnann in weitestgenend abstranierender 
Art seine Landschattseindrückc zu Papier. 
Mit viel Sinn Fur feinste Farbwerte und 
zarteste Zwischentone, wie sie nur dem 
Aquarell innewannen. geiangt der kiinstier 
hier zu Ergebnissen. die sieti durch biid- 
nerische Balance. Lebendigkeit. inusikatiseti 
anrnuteride titivttiinik und eine an aties 
Werden und Vergehen erinnernde Symbolik 
auszeichnen (Abb 10.11). 
 
11 
s ciatttried rabian. Kunstharz. tsss. 
44x 52cm (aus der Ausstellung das Künst- 
iers in der Galerie ini Griechenbeisl) 
9 Maria Laisnig. Traumer ll. was Öl (aus 
der Ausstellung der in Paris iebendan 
Karntnerin in der Galerie wurttitet 
to IohanncsWankc, Nashorn, 1964. riaiz- 
schnitt 
11 KitrtAmmann, Mandala ll. 1965. Aciiirt- 
rell. 450x6OO rnrn (Abb. 10, 11 aus den 
Ausstellungen der Künstler in der Galerie 
auf der Stubcnbastei) 
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