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Volltext: Alte und Moderne Kunst XI (1966 / Heft 88)

Alberi Paris Gülersloh 
ÜBER WOLFGANG HUTTER 
Die gegenstöndlichen Maler gehorchen der Natur. 
Der Impressionismus verfeinerte seine Ausdrucks- 
mittel. um nach erreichter Ähnlichkeit des sicht- 
baren Dings noch was Eigenes ihr dazuzugeben. 
der Expressionismus vergröbert sie. weil die 
Hervorbringer desselben der Meinung sind. durch 
solche Schlagwortdeutlichkeit Raum und Sache 
zu vergrößern. Von der ungegenständlichen Art 
des Bildens vermögen wir. keineswegs aus Abe 
neigung. vielmehr aus logischen Gründen. gegen- 
würtig nicht zu sprechen. Sie müßte erst nämlich 
auch den in der Natur vorhandenen Uranlaß - 
einen Kristall. einen Bruch in der Fensterscheibe. 
den von Atomen gezeigten Querschnitt durch einen 
Muskel w. von welchem die ziemlich maßlose 
Entfernung bewirkt wird, ebenfalls gemalt vor- 
führen. damit der Betrachter des endgültigen 
Werkes. an Hand des Vergleiches von jenem zu 
diesem. die Richtigkeit des Abstrahierens be- 
stütigen könnte. 
Die obigen kurzen und nur das Wenigste der 
Vorzüge und Fehler umfassenden Bemerkungen. 
so die drei Kunstübungen besitzen oder begehen. 
werden dem Kenner ihrer genügen und sein 
bereits bewiesenes Verstehen mühelos zu einer 
vierten geleiten. zum heute sogenannten Wiener 
phantastischen Realismus, Noch unbenamt wurde 
er 1945 von sehr jungen und wahrscheinlich auch 
unbenachrichtigten Leuten 7 denn der lange. 
eben beendete Krieg hatte das Eindringen jeder 
Kunde von einer ähnlichen Richtung im feind- 
lichen Auslande verhindert - begründet. Aka- 
demikern. doch nicht Betolger der akademischen 
Lehren. unter denen der nunmehr zum Manne 
erwachsene Wolfgang Hutter uns als der be- 
deutendere erscheint. Er folgte zwar. wie auch die 
übrigen. mit nur geringen oder nicht wesentlich 
zum leibhaftigen Gegenstand gehörenden Dazu- 
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