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Volltext: Alte und Moderne Kunst VII (1962 / Heft 54 und 55)

des Raumes. Als besonders verdienstlich ist hier die 
Restaurierung der vielfach bcs:häd.igten Seiden- 
tapeten durch Herrn Zich zu erwähnen. Erneuert 
mußte nur die Grundbespannung aus „taubengrau- 
blauer Lyonet Seide" werden, die irgendeinmal, 
„weil stellenweise ausgeblaßt und fleckig geworden, 
mit gleichtintiger Leimfarbe überstrichen" worden 
war (Roessler). ln der zweiten Phase der Wiederher- 
stellung wurde die ursprüngliche glanzvolle Schön- 
heit des Salons in möglichstet Vollendung wiederge- 
wonnen. So wurden im Palais in der Wallnersttaße die 
Fensternischen ausgemessen und die Profile der dort 
noch vorhandenen originalen Fensterflügel abgezeich- 
net, und dann mit Hilfe dieser Ermittlungen die Spalet- 
tcn und Parapete richtig gesetzt und neue Flügel, 
Oberlichten und Fensterbretter gezimmert. Beim 
Zusammenbau des arg beschädigten Marmor- 
kamins, den dann der Steinmetz wieder völlig 
hergerichtet hat, fand sich auf der Rückseite der 
dreiteiligen Fayenceverkleidung ein eingebrannter 
Firmenstempel, der ihre Herkunft aus Paris erweist. 
Der normalerweise offene Kamin, der ia nun der 
glatten XWand vorgeblendet ist, wurde mit einem 
polierten Messingblech in profiliertem Rahmen 
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verschlossen. Eine heikle Arbeit war die Erneuerung 
des Anstriches und der Vergoldung von Türen 
und Lambris: alles war ja mit grauer Farbe häßlich 
angestrichen, zahlreiche (inldprotile überschmiert 
oder total verrieben. Nach Abdeckung von vier 
oder fünf Farbschichten kam die ursprüngliche 
Farbe zutage, ein stumpfes Weiß, kaum merkbar 
grau getönt, und so ist dann alles mit Wachsleime 
farbe neu gestrichen worden. Die (joldproiile hat 
Museumsrestaurator Rudelstnrfer unter Verwene 
dung von Blattgold wiederhergestellt, wobei nicht 
Wenige von Grund auf neu vergoldet werden 
mußten. Dabei und bei vielen anderen dieser Arbei- 
ten hat Museumsfacharbeiter Georg Weiss intensiv 
mitgehnlfen. Eingangstür und Fenster wurden 
mit Antikglas versehen, einem in Deutschland 
erzeugten mundgeblasenen Glas. Die Oliven für 
die Fenster, in drei verschiedenen Größen, und 
verschiedene andere Messingbeschläge wurden nach 
Abdrücken, die wiederum in den ehemaligen Hmpiree 
Zimmern in der Wallnerstraße genommen werden 
konnten 7' hiefür gebührt dem kgl. britischen 
Konsul Mr. W. Hair Dank W, neu gegossen und von 
Museumsschlosser Scharer hergerichtet. Der Kamin-
	        

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