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Volltext: Alte und Moderne Kunst VII (1962 / Heft 54 und 55)

ler Graphik, der Friedrich Neuge- 
bauer vorsteht. Prof. Walter Ritter. 
der bedeutende Grazer Bildhauer, 
betreut die Meisterklasse für BlidiWOllCr 
rei, die über Werkstätten für Modele 
lieren sowie für Steirt- und Holzbild- 
hauerei verfügt. Professor Wolfgang 
Wersin ist schließlich Chef der Meister- 
klasse für 
werfen. 
Innenarchitektur und Ente 
Das wichtigste der Nebenfächer an 
der Kunstschule Linz wird von Frau 
Prof. Roxane Cuvay betreut; es handelt 
sich um das Seminar für Material- 
kunde und Technologie, das von Schüe 
lern aller Meisterklassen besucht wird. 
Frau Prof. Cuvay leitet außerdem die 
Kinderzeichenkurse und das Seminar 
Selbst- 
verstandlich werden künstlerische Ana- 
Kunst- 
technisches Zeichnen und ähnliche 
Randgebiete teils durch fortlaufende 
durch Einzelveranslalturi- 
für Kindergärtnerinnen. 7 
tomie. und Kulturgeschichtc, 
Kurse, teils 
 
Studienreisen und rauf- 
gen gepflegt. 
enthalte im ln- 
das Bild der 
Weiterung des Lehrplanes der Kunst- 
schule ab. 
und Ausland runden 
Bemühungen um die 
Vielleicht ist all das nicht so CPtlSCiWEiY 
dend, handelt es sich hier doch bereits 
um Fakten, urn ein Fazit aus Bestre- 
bungen. die sich im Zusammenspiel 
van Theorie und Praxis, van vore 
gefaftter Planung und obiektivem Er- 
gebnis geformt haben und immerzu 
in Wandlung und Entwicklung sind. 
Ursprünglich dachte man tatsächlich 
kleine Akademie, 
Konzentrat und Destillat cius großen 
an eine an ein 
Vorbildern. im Laufe der Zeit erwies 
es sich. dal} im Zuge der grundsätze 
lich praktischen Einstellung iunger 
Menschen auch zu geistig-künstlerischen 
Problemen die Forderungen der Schüe 
ler noch zweckhafter Bindung ihres 
Strebens 
In diesem Sinne werden die einzelnen 
Möglichkeiten Gestal- 
tung architektonischer Flächen ebenso 
nicht zu übersehen waren. 
monumentaler 
gepflegt. wie sich eine eigene Klasse 
für Gebrauchsgraphik konstituierte. Die 
Meisterschule für Innenarchitektur wlrd 
praktisch nur von ,.ferligen", reifen 
hauptsächlich Möbeltisch- 
lern. besucht. die bemüht sind, vom rein 
Menschen, 
Handwerklichen her kommend zur 
künstlerischen Konzeption vorzustoüen. 
und die Klasse Neugebauer (Schrift 
und angewandte Graphik) hat ia von 
vornherein eine rein praktische Ziel- 
Setzung. 
Trotz diesem Trend zum Angewandten 
ist die Kunstschule Linz keine Kunst- 
gewerbeschule. denn sie ist 1a auf der 
Überzeugung gegründet. daB auch 
das Praktische ohne die Beseelung 
durch das Musische bestenfalls tote, 
zwar gekonnte, aber niemals wirkungs- 
kräftige Form bleibt; so war eines der 
großen Bemühen des Lehrkörpers 
der Kunstschule, in Vorbereilungskur- 
sen den ganz iungen Menschen über: 
haupt erst einmal die Möglichkeiten 
die künstlerisches Sehen, 
bietet: es 
zu zeigen. 
Empfinden 
ging darum. die Quellen des Kunst? 
schlechthin 
1958 wurde ein einjähriger Vorberei- 
tungskurs für Sechzehn- bis Achtzehn- 
jährige eingeführt, 1959 entschloß man 
sich. diesen Kurs über eine Frist von 
2 Jahren zu erstrecken, 
es sich, dal} künstlerische und mensch- 
liche Reife unzertrennbar Hand in 
Hand gehen. 1961 wurde daher das 
ltufnahmecilter rigoros auf 18 Jahre 
hinaufgesetzt, und nun gibt es lediglich 
im Rahmen der Graphikklasse eine 
und Denken 
schaffens zu erschließen. 
doch erwies 
einiährige Grundausbildung für 16- bis 
18iöhrige, in der Gestaltungslehre und 
Naturstudium betrieben wird, Dieser 
Spezialfall wurde deshalb so ausführ- 
lich behandelt, um zu 
welcher lntensität und GEWlSSeflhGfllgr 
keit die Lehrer der Kunstschule um 
ihre Schüler bemüht sind, 7 
zeigen, mit 
Ein letzter. aber wohl sehr wichtiger 
Faktor, Kunst- 
schule Linz beitrug: Ihre Lehrer kam? 
men menschlich und künstlerisch nicht 
aus dem Vakuum internationaler Un- 
verbindlichkeit, ihr Schaffen ist fest 
in umwelts- und herkunftsmößigen 
Gegebenheiten verankert, dabei natur- 
der zum Erfolg der 
lich absolut aufgeschlossen allen An- 
regungen von außen, auf der anderen 
Seite ebenso fern von provinzlerischem 
ßlubovGelue. In gewisser Hinsicht kann 
man die Schüler des Institutes um ihrer 
lehrer willen beneiden. 
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