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Volltext: Alte und Moderne Kunst VII (1962 / Heft 54 und 55)

o. 
Totcnpapyrus n" den koniglichcil 
Schalzhausschleiber Pa-iri. Pa- 
pyrus, L. 255 cm. 7 19. Dynastie. 
um 13 v. Chr. (Kunslhist. Mus" 
Ägypl. Sammlung, lnv.-Nr. usw. 
Erstvcrötfcnllichung). - Vgl. 
Ausstellungkatalog Wien Nr. 122 
Bildhauerlchxsluck mit der Dar- 
slcllung eine: Falken. - Kalkstein 
115x113 cm. - Neues Reich, 
zwischen 1300 und 1200 v.Chr. 
(Kunslhist. Mus.. Ägypt. Samm- 
luug, lnv.-Nr. 1017) 
Falke, Sinnbild des Gottes Horns. 
Schwarzer Syenil, H. 32 cm. 
Ende Neues Reich, um HlXl vor 
Christus (a). (KunsthisLMum. 
Ägypt. Sammlung. Inv.-Nr. 39. 
Elstveröffentlichuxig), Vgl. Aus- 
stcllunpkalaliug Wien Nr. m 
Uschcbti (Dicncrligur als (Qrab- 
brigabe) Fiir die „Hausfrau und 
Tänzerin des Ainon" Schcdi- 
Mut. w Bemaltcs Holz. H. 17,5 cm. 
- Spätzcit, Lbhnausend v. cm. 
(Kunsthisr. Mus. Ägypi. Samm- 
lung. Inv.-Nr. sso. Erstvrr- 
ötfcnzlichung). Vgl. Ausstellungs- 
katalog Wien Nr. 155 
Uschcbti (Dienerligur als Grah- 
hrigabe) für den Wab-Pricstt-r 
Ini. Holz. H. 22 cm. e 18. Dy- 
nastie. um 1400 v. Chr. (Kimsthisr. 
Mus., ÄgypLSamtnlung, lnv,- 
Nr. 24322. 7 Erslverödevitllchung). 
Vgl. Ausstellungskatalog WICH 
Nr. 92 
wegs so allgemein bekannt, wie es eigentlich sein 
sollte. Die Bedeutung der Wiener Ägyptischen 
Sammlung ist zwar im letzten Jahrzehnt mehr und 
mehr bekanntgemacht wordenl) und in der Folge 
auch in steigendem Maß anerkannt worden. Die 
Tatsache aber, daß die Wiener Ägyptische Sammlung 
zu den größten und wertvollsten ihrer Art gehört und 
daher internationales Gewicht hat, dürfte dennoch 
noch immer vielen Menschen als eine Neuigkeit 
erscheinen. Im Zusammenhang mit der gezeigten 
Ausstellung im Künstlerhaus mag es daher wohl 
von Interesse sein, sowohl die Entstehung als auch 
den Umfang der VUiener Sammlung kurz zu schil- 
dern. Dabei wird es dem Kunstfreund sicherlich 
willkommen sein, daß unter den hier gezeigten Ab- 
bildungen von Objekten der Wiener Sammlung 
sich auch einige besonders wertvolle befinden, die 
bisher noch niemals im Bild veröffentlicht worden 
sind. 
Unter Maria Theresia und Josef l]. wurde 1765 das 
kaiserliche Münz- und Antikcnkabinett gegründet 
und schon damals befanden sich unter seinen Be- 
ständen einige wenige altägyptischc Denkmäler. 
Das seiner Erwerbung nach älteste Stück ist die 
schöne Granitstatue des Tempelvcrwalters Bakhor 
aus der Saitenzeit (um 600 v. Chr.), die in der zweiten 
Hälfte des 16. Jahrhunderts durch den Gesandten 
Kaiser Ferdinands I., Busbeck, in Konstantinopel 
um ZOO Dukaten angekauft worden warl). 
Vnr dem 19. Jahrhundert freilich betrachtete man 
ägyptische Altertümer nur als mehr oder weniger 
merkwürdige Raritäten. Erst als mit der Auffin- 
dung dcs sogenannten „Steins von Rosette" der 
Schlüssel zum richtigen Verständnis von Schrift 
und Sprache der alten Ägypter entdeckt worden 
war (1799), setzte die wissenschaftliche Erschließung 
der alten Kultur des Nillandes ein. In dem Maß, 
in dem sich die junge Wissenschaft der Ägyptologie 
dann im 19. Jahrhundert zu entwickeln anfing, 
wuchs entsprechend auch das Interesse an den Denk- 
mälern des alten Ägypten und so wurden auch 
erfreulicherweise die kaiserlichen Sammlungen in 
Wien durch Ankäufe und Schenkungen immer mehr 
um solche Denkmäler bereichert. 
Zahlenmäßig am bedeutendsten war der Erwerb 
ägyptischer Denkmäler, die der Arzt Dr. Ernst 
August Burghart auf Veranlassung der k. k. Haus-, 
Hof- und Staatskanzlei 182i in Ägypten um den 
Betrag von 9696 Gulden 30 Kreuzer Conventions- 
münze für die kaiserlichen Sammlungen in Wien an- 
gekauft hatte und die im Dezember des gleichen 
Jahres in Wien eintrafen. Darunter befanden sich 
3 Mumien Jede in einem Doppelsarg w, 60 Stelen, 
Statuen und Reliefs aus Stein, 27 Papyri, Bronze- 
werke, Uschebtis, Kanopen und Amulette (drei- 
zehn von ihnen aus Gold), die Dr. Burghart bei 
Sammlern und Händlern in Ägypten eingekauft, 
also nicht durch eigene Ausgrabungen erworben 
hatte. 
Die kaiserlichen Sammlungen wurden aber auch 
durch zahlreiche und meist außerordentlich wert- 
volle Geschenke fortlaufend bereichert. Hier wäre 
z. B. die Statue des Propheten Hapicha zu nennen, 
die um 1800 auf dem Rennweg in Wien ausgegraben 
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