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Volltext: Alte und Moderne Kunst XI (1966 / Heft 89)

iesonders ausgeprägte Kontakttizihigkeit brach- 
zn Jubilar mit den verschiedensten Bereichen 
tierischen Gestalten: in Berührung. Eine 
iensliste der an seinen Werken mitbeteiligten 
tler würde sogleich die ganze Spannweite 
ir Zusammenarbeit mit den verschiedensten 
igen künstlerischen Schaffens deutlich machen. 
von cerstel. bei dem er als Assistent seine 
tütigkeit begann, war einer der Großen. die 
dem 19, Jahrhundert zuzurechnen sind. 
,h ein Sprung von da zur Akademie. wo Peter 
ens in der Nachfolge Otto Wagners einen 
der Erneuerung vorbereitet hat, auf dem 
r den Rektoraten Hotzmeisters dann die aus- 
ggebenden Entscheidungen fallen sollten. Von 
Jls ist besonders zu nennen Holzmeisters 
mmenarbeit mit Künstlern wie Anton Hanak. 
Sterrer (Kanzlerkirche), Albin Egger-Lienz 
egergedüchtnisartlage Lienz). In der Zeit der 
htung des alten Festspielhauses mit Anton 
Juer. Anton Kolig und Robin Andersen. Nach 
zweiten Krieg mit Herbert Boeckl, Giselbert 
z, Richard K. Fischer, Clarissa Praun und 
n anderen. Kontakte engen künstlerischen 
mmenwirkens ergaben sich auch bei den 
en Bauaufgaben im Ausland. man denke nur 
ie Düsseldorfer Zeit an Namen aus der Fach- 
der Denkmalpflege wie Robert Hiecke. Witte. 
Clemen. Auch bei den Bauten der jüngsten 
rechnet Holzmeister wie ehedem mit der 
.ung des Bildes im Raum und lüßt den Maler 
Bildhauer zum Mitgestalter des Raumes 
len. Er hat sich den Vorbehalten anderer in 
g auf den Beitrag des Bildes nie angeschlossen. 
ar es auch beim neuen Festspielhaus oder bei 
(irche in Gloggnitz. So ist es wieder bei den 
lau ÜEÜHÖItChEH Kirchen Wien Puchsbaum- 
. wo Prof. Carl Unger das Altarwandmosaik 
ift, und in Augsburg, wo den Kultraum Fenster 
G. Hake mitbestimmen werden, die in ihrer 
ikraft und Strahlung einen neuen Weg zu 
nen scheinen. Man darf erwarten, daß es 
nicht anders sein wird bei der jüngsten großen 
Aufgabe, die auf Grund des zweiten Preises im 
Wettbewerb dem Jubilar an seinem Geburtstag 
zugefallen ist: der Errichtung der Staatsoper im 
modernen Zentrum von Madrid. 
Aufmerksam wurde die Fachwelt auf den jungen 
Holzmeister. als er 1923124 das Wiener Krema- 
torium errichtete, Diese Leistung war auch maß- 
gebend für die Berufung an die Akademie. Es 
lohnt sich, an Hand eines Skizzenblattes aus jener 
Zeit (Abb. 6) zu fragen. was die Eigenart seines 
Schaffens ausmacht. Auffällig ist da zunächst die 
Vorliebe für die dichte und konzentrierte räum- 
liche Form. Der Zentralbaugedanke steht öfters 
am Anfang seiner Entwurfsreihen, die meist eine 
lange und reiche Abfolge von Baugedanken 
zeigen. Bei dem Entwurf für das Krematorium 
wird im Zuge der Vereinfachung das Bauwerk in 
seinem zentralen Teil, der Einsegnungshalle, zum 
Turm. Auch in den späteren Kirchenbauten wird 
der Turm aus seiner fragwürdigen Attributslellung 
als das entscheidende Volumen des Hauptgebüudes 
zentral einbezogen. Er wird zum Chorturm als 
Umsetzung des überhöhten Altarraums (Kanzler- 
kirche, Abb. 3) oder zu einem Element im Gefüge 
der Massenblöcke, aus denen sich die Anlage auf- 
baut (Allerheiligen. Innsbruck, Abb.10). 
Schon die Skizzen für das Krematorium zeigen. 
wie die Bedeutung des ragenden Hauptraumes 
eine Steigerung erfährt durch sockelförmig vor- 
gelegte niedrige Nebengebäude. Die in rhyth- 
mischer Proportionierung bemessene Stufung er- 
reicht eine Maßstabssteigerung. Trotz aufstreben- 
der Motive herrscht die Wirkung wuchtiger 
Lagerung vor. Der sparsame Einsatz von Fenstern 
verstärkt die Geschlossenheit der Gesamterschei- 
nung. Die kubische Aufbaustruktur wirkt nicht 
starr. sondern ist aufgelockert durch Einbeziehung 
von Motiven, die zum Teil aus der Umgebung 
und dem Altbestand. zum Teil aus anderen heimi- 
schen Formerfahrungen angeregt sind, wie z. B. 
das Motiv der Böschungspfeiler, Zinnenbekrön 
und Spitzbogenarkaden. Ecktürme u. a. "Bis hi 
habe ich es mir nicht abgewöhnt. das von mi 
entwerfende Bauwerk dem Stadt- und Landsch 
bild in Ausmaß und Grundhaltung anzupassl 
schreibt der Jubilar. 
Die Grundrisse des Skizzenblattes zeigen i 
geradezu klassische Konzentriertheit. Diese Figi 
kehren wieder in der GrundrißGgur des Ra 
modells .,Weg zum Licht" (Künstlerhaus 1 
vgl. Abb. B) und sind über vier Jahrzel 
hinweg wiederzufinden im Skizzenblatt für i 
Landkirche aus dem Vorjahr (Abb. 7). C 
einem solchen Grundriß baut sich die Kapelle 
Telfs auf (Abb.12). Es scheint mir wichtig. 
solzhe Konstanten hinzuweisen. weil über 
Wandlungen der Technik, der Architekturau 
sungen und zeitbedingten lsmen hinweg 
Lebenswerk Holzmeisters sich immer neu 
stimmt zeigt van einem unverminderten Ge: 
für die Wirkung des in sich ruhenden und zugl 
stufenweise sich steigernden Raumes. Es füllt r 
schwer, von dem Skizzenblatt für das Kremator 
gewisse Beziehungen zu sehen zu der BGUQFL 
des Franziskanerklosters in Hermeskeil (Abi 
oder zum Aufbau des alten Festspielhauses (Abb 
sowie der schon erwähnten Kapelle bei 
(Abb.12). 
Bezeichnend ist bei einer Reihe von Bauten 
deutlich ablesbare Anfügung von Stiegenlüi 
oder Umgöngen (Abb. 11 . 10, 12) oder von Nel 
raum oder Betchor (Abb. 1. 2). Die in sok 
Wegführungen gefaßte Bewegung oder Maßst 
Steigerung macht das ln-sicheRuhen der Ha 
masse des Baukörpers nach deutlicher. Die 
fachheit wird auf diese Weise nie zur Dürftigl 
sondern ist belebt von einer reichen Dyna 
und Spannung in den Flächen, derzuliebe e 
am alten Festspielhaus Balkenköpfe, Kragsti 
und Konsolen sinnfüllig ihren Dienst zeigen. 
Man hat oft auf Holzmeisters graphische Mei: 
hand hingewiesen. die sich in unzähligen Stud
	        

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