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Volltext: Alte und Moderne Kunst XII (1967 / Heft 90)

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ordnet die Erscheinungen einander zu. gibt ihnen 
Halt und Beziehungen, Komposition aus unmittel- 
barem Erleben. Man lasse sich nicht von der Zart- 
heit dieser Zeichnungen täuschen: hinter ihnen 
steht Strenge und Ernst. und ihre Anmut und Emp- 
iindsamkeit ist das Lächeln überwindender Härte. 
Die unermüdliche Suche nach plastischerWahrheit. 
die die Arbeiten Amanns als erstes künstlerisches 
Kriterium im Gegensatz zu seinen meisten öster- 
reichischen Zeitgenossen auszeichnet. hat im Ver- 
langen nach größerer räumlicher Tatalilüt auch 
Elemente des Kubismus, der hierzulande noch nie 
ganz verstanden wurde, einfließen lassen. Über 
die optischen Deformationen Cezannes hinaus 
werden die Kuben der Höuser gebrochen, ge- 
dehnt und verschachtelt. wechselt der Aufblick auf 
ein Dach in dieSeitensicht, fügt sichjedach trotzdem 
bruchlos in die gesamte Ordnung der Gestaltung 
ein. Diese Disziplin vor dem Motiv, die äußerste 
Konzentration verlangt, ist in den schönsten 
Blättern bewundernswert. erinnert an Feininger, 
geht aber in der malerischen Dichte der Strich- 
lagen mit rein graphischen Mitteln über ihn hinaus. 
Auch die fldchige Ordnung, von einem erstaun- 
lichen Reichtum und Wechsel in ihren Spannui 
zeugt von der großen Sensibilität dieses Küns 
dessen malerische Begabung in der Nuancie 
der Tonwerte zum Ausdruck kommt. Bei gl"! 
Reinheit der Mittel. fern aller bei uns so 
gesehenen Bizarrerie und fern allem provinzi 
Manierismus. entstanden hier Zeichnungen. di 
unmittelbarer Umsetzung der Natur zu Ekl 
reicher und reifer künstlerischer Gesta 
geworden sind. ln ihrem Verlangen nach Wahl 
in ihrer Besinnung auf künstlerische Grundge 
sprechen sie von einer heute selten geword 
Demut und Bescheidenheit und von einem et 
großen Mut. der unbeirrbar seinen Weg geht. 
wenn er der schwerste geworden ist. Oswin Ar 
geht es 7 wie es jedem Künstler gehen soll 
um jene Wahrheit, die hinter allen Dingen 
und die dann erst in Erscheinung zu treten ver 
wenn sich das Wesen des Sichtbaren. das in si 
plastischen Form liegt, arn höchsten erfüllt 
dadurch sein Inhalt leuchtend und transpare 
werden beginnt. Seine Arbeiten rechtfertigei 
Annahme, daß das große Versprechen, das in i 
liegt. sich erfüllen wird. 
)swin Amnnn. Hüuser im Graben. 1962. Feder
	        

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