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Volltext: Alte und Moderne Kunst XII (1967 / Heft 90)

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1 Ponikus der Basilika Sankt Peter im Vatikan (Sri: 
Giuseppc Vasi nach Franccsoo Pannini) 
Z Beminls Sczl: "Regia mit der Reilcrslatue des Knn: 
(Stich von (i. Vasi nach F. Pannini) 
ANMERKUNGEN l 7 B 
l Erwin Pinofsky. Die Scala Rcgia im Vatikan und die 
Kunsmnschauungen Beminis. Jahrbuch der preußischen 
Kunstsammlungen, XL, 1919, S. 241-278. 
1 Gcstochcn von (äiuscppe Vasi. 
3 Slanislao Fraschctti. ll Bcmini, 12 sua vira, 1a suz opcn. il 
suo tcmpo. Cun prcfazione di Adolfo Vcnturi, Mihnn 1911), 
S. 318. 
4 Rudolf Winkower. Gian Lorcnzo Bcrnini, thc sculptor 
cf (h: Roman Baroquc. London 1955, S. 233W. 
5 Nicephcri Callisti Xanthopuli Ecclesiasticac Historiac 
libri XVlll. 
6 Heinrich Brauer und RudnlfWinkowcr. Die Zeichnungen 
des Giaulorenzo Bernini, Berlin 1931, 13a. n, Abb. 71a. 
7 Hans Put! L'Orange, Der spätantike Bildschmuck des 
Korutaurinbogcurs, unter Mitarbeit von Amim von Gcrkau, 
Studien zur spitnntikcn Kimstgcschidltc, 10. Berlin 1939, 
Bd. l. S. 4G". 
' l-Chminn-Harllebvn Karl, Zum Relicfschmuck des 
Konstantinbogcns, Abdruck aus: Mitteilungen des Den!- 
sehen Archäologischen lnstilutcs. Römische Abteilung, 
Bd. XXXV, Berlin 1922. S. 1434151. 
Die Phantasie Gianlorenzo Berninis sprengte 
jedoch sofort die Fesseln und Größenvor- 
stellungen des Auftrages. Er wollte in der 
Gestalt des Konstantin vor allem den ersten 
und größten Schirmherrn des Christentums 
sehen. Eine Kolossalstatue von altrömischen 
Dimensionen schwebte ihm vor. Diese 
Vision der großen Reiterstatue wollte er 
ohne Rücksicht auf räumliche Beschrän- 
kungen verwirklichen. Die weitgehende 
architektonische Neugestaltung des Bezirkes 
von Sankt Peter stand wohl schon damals 
zugleich vor seinen Augen. Unter Inno- 
zenz X. konnte er jedoch kein so groß- 
zügiges Mandat erhoffen. Dennoch begann 
er die Statue des Konstantin in solchen 
Dimensionen, daß sie nur als wichtiges 
Element einer größeren Gesamtarchitektur 
aufgestellt werden konnte. 
Wie gründlich er ans Werk ging, zeigt ein 
Manuskript von seiner Hand in der Pariser 
Nationalbibliothek 4. Es ist eine Abschrift 
Berninis aus der zeitgenössischen Lebens- 
beschreibung Konstantins von Nikephorus, 
dem Patriarchen von Konstantinopeli Es 
behandelt das Kapitel 55, in welchem Nike- 
phorus das Aussehen des Kaisers beschreibt. 
Wenn wir die wenigen erhaltenen zeichne- 
irischen Vorarbeiten Berninis aus dieser 
Werdestufe des Konstantin betrachten, 
fällt uns ein Studienblatt zum Kopf des 
Kaisers auf, das sich heute im Cabinetto 
dellc Stampe in Rom befindetß (Abb. 4). 
Man sieht, wie es dem Künstler gelang, aus 
der Beschreibung des Nikephorus charak- 
teristische Züge zu gewinnen. Wir sehen 
den „Nasus subaduncus", den Bart, „medie- 
criter tenuis et rara, neque admodum de- 
missa", den männlichen, gnadenvollen Blick 
und das breite, großherzige Antlitz, wie es 
Nikephorus geschildert hat. Natürlich hat 
Bernini auch - wie später zu beweisen sein 
wird - in Rom vor den altrömischen Bild- 
wcrken nach Inspirationen gesucht. Vor 
allem lag für ihn das Studium des Konstan- 
tinsbogens nahe. Heute wissen wir, daß die 
Reliefs des Triumphbogens zum größten 
Teil aus vorkonstantinischer Zeit stam- 
mende, wiederverwendete Elemente sind7. 
Die Darstellungen des Kaisers in den 
Reliefmedaillons der Stirnseite sind aus- 
druckslos und idealisiert. Die Köpfe des 
Kaisers und seines Mitregenten Licinius 
sind einfach in ältere Reliefs aus hadriani- 
scher Zcit eingesetzt wordenß. Für das 
Antlitz des Kaisers boten sich hier wenig
	        

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