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Volltext: Alte und Moderne Kunst XII (1967 / Heft 91)

1620 hatte er an die Meister eine um- 
"eiche Bestellung ergehen lassen. 
24 Haushaben wurden verlassen. Die 
: siedelte sich im westlichen Ober- 
rn (heute Slowakei) in der Gegend 
Sobotist (Ö-Szombat) und Hollitsch 
Einige Gruppen wurden nach West- 
rn verschlagen, und zwar in die 
itate Ödenburg und Eisenburg (heute 
Großteil dem Burgenland ange- 
1d). 
Herrschaften Güssing, Rechnitz und 
us Lobkowitzlschem Besitz stammende 
xaus gehörten dem Protestanten Ferenc 
1603: Grafen) Batthyany (1569-1625), 
n Gattin Eva Popel-Lobkowitz war. 
xr Bethlen, Fürst von Siebenbürgen, 
e bei Graf Batthyany 1620 zu Gast, 
dem dieser für den Fürsten Köszeg 
s) erobert hatte. Im Schlosse konnte 
Bethlen die Arbeiten der auf den 
lyany-Gütern angesiedelten Habaner 
tndern. Die Inventare von 1635, 
'63 zählen eine Anzahl von Habaner 
1cen auf. jedenfalls nahm Fürst Bethlen 
dem Frieden von Nikolsburg l62l]22 
zflehende Wiedertäufer in seinem 
e auf und wies ihnen die Ortschaft 
1c als Wohnsitz an. Hier entstanden 
in der Folge neben herkömmlichen 
Gefäße im türkischen Geschmack, 
mit weiß gezeichnetem Schuppen- 
er auf blauem Fond. Der fürstliche 
trat als Besteller auf. Ein Krug mit 
2m Fond aus dem Jahre 1662 zeigt 
{aköczi-Wappen, 1669 datiert ist das 
   
1641 versehen. Er wird in einer Prager 
Privatsammlung bewahrt. Zwei der be- 
kannten sogenannten „Steirischen Platten" 
tragen das Allianzwappen Eggenberg-Bran- 
denburg. Fürstin Anna Maria Eggenberg, 
geborene Prinzessin von Brandenburg- 
Bayreuth, war mit dem Fürsten Johann 
Anton Eggenberg vermählt. Sie erwarb 
1674 das Haus Sankt-Georgs-Gasse 14 in 
Sopron (Ödenburg) und genoß das Privileg, 
im Hofe ihres Hauses protestantischen 
Gottesdienst halten lassen zu dürfen. Die 
beiden Schüsseln sind Habanerarbeiten aus 
der Umgebung Soprons. Eine davon be- 
fand sich in der Sammlung Levi (Auktions- 
katalog, München, Weinmüller, Auktion 81, 
Nr. 364), die zweite besitzt das Bayerische 
Nationalmuseum, München (Inventarnum- 
mer 111169). Bisher galt als Entstehungs- 
jahr der Schüsseln 1639. Denkbar wäre 
aber auch das Jahr des Hauskaufes in 
Sopran, 16747, als Entstehungszeit, scheint 
doch der Stil der bekannten „Steirischen 
Platten" recht beharrend zu sein. 
Im Frieden von Linz, 1645, hatte Georg 
Raköczi, Fürst von Siebenbürgen, freie 
Rcligionsausübung für Ungarn erwirkt. 
Durch die große Emsigkeit der Jesuiten 
wurden jedoch alsbald die protestantischen 
Städte Westungarns, so Ödenburg gerade 
scit 1674, rekatholisiert. 
Eine Vierkantflasche vom Wappentier der 
Familie Pälffy gekennzeichnet, 1667 datiert, 
befindet sich im Nationalmuseum Budapest. 
Die Grafen Pälffy hatten ihre Güter unweit 
Preßburgs, im wichtigsten Siedlungsgebiet 
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Schüssel mit Uäckeremblem. Noxdungarxx-Slosvakc 
dnl. 1671 
(icrippter Krug, Faßbinderzeichcn. Noxdungam-Slowa 
k . dal. 1679 
Schüssel mit Lamm in der Mulde. Nordungaxu-Slowa 
kci, da. 1709 
Schüsrl mit Bäckercmblem und Chxistusmonogramrr 
Nordungarn-Slowakci, du. 1714 
Schüssel rm: Schneiderzeichen. Groß-Schützen (Velk 
lcväry). dat. 1731 
ANMERKUNGEN 7 - 9 
1 CsaLkai Bidrc - Dercänyi Dezsö. Sopran es kömyek 
müemlökzi. 2. Ausgabe. Budapest 1956. 
' Anton SChulKCS. Deutsch-Slawische Nachbarschaft in d: 
March. Wien 1954. 
9 Josef Vydn 7 Ludvik Kunz, Malerei auf Volksmajulikz 
Prag 1956.
	        

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