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Volltext: Alte und Moderne Kunst XII (1967 / Heft 91)

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mm dm Sudrrichlen Glabiu. Samuel Libay, 19.111"- 
hundert, Ncusohl (Banskä Bxstricz) 
Brosche. Samuel Libay, 1 . jzhrhundcrx. Ncusohl 
(Danskä Bysnricz) 
Filigrankörbchcn, Samuel 
Prcßburg (Brarislava) 
Ubay. w, jahrhundcrl, 
stimmend. Ein Zunftbecher der Preß- 
burger Handschuhmachergescllen, der im 
Städtischen Museum aufbewahrt wird, ge- 
hört zu den Arbeiten des Daniel Faber aus 
der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. 
Der barock gegliederte Pokal hat auf der 
Cuppa geprägte, mit Inschriften versehene 
Kartuschen. Am Deckel steht eine ge- 
gossene Knabenügur mit Kelch und Fahne 
in den Händen (Abb. 10). Den ehemaligen 
Zunftschätzen entstammt auch ein interes- 
santes Silberetui aus dem 18. Jahrhundert, 
das der Fischerirmung gehörte und in der 
Form eines mit ziselierten gegliederten 
Schuppen bedeckten Fisches ausgeführt 
ist. 
Das 19. Jahrhundert repräsentieren ein- 
fache, glatte Tischgeräte und andere Ge- 
brauchsgegenstände, deren schlichter Dekor 
sich auf feingeprägte Perlstäbe, Lorbeer- 
blattstreifen und andere, dem Ornament- 
schatz des Empire entnommene, bescheia 
dene Motive beschränkt. 
Einer der letzten einheimischen Meister 
der Goldschmiedckunst war der im 19. Jahr- 
hundert in Neusnhl tätige Samuel Libay, 
dessen Schaffen ein letztes Aufblühen 
dieses Handwerks bedeutete. Er war ein 
Meister der Filigranarbeit, der es wagte, 
aus einer Menge feiner Silberdrähte nicht 
nur Kleinschtnuck, sondern auch größere 
Porträtbildnisse - die des Kaisers Franz 
und Napoleon Bonapartes - zu ver- 
fertigen. Sein Fleiß und sein Können waren 
im ganzen Lande geschätzt, und überdies 
wurde er auch zum Ehrenmitglied der 
Wiener und Budapester Goldschmiede- 
zunft ernannt (Abb. 11-13). 
Die im 19. Jahrhundert aufkommenden 
neuen Produktionsmethoden bevorzugten 
vor allem die Fabriken, mit denen die 
kleinen Werkstätten nicht konkurrieren 
konnten. S0 bedeutete der Aufschwung der 
Industrie auch in der Slowakei das Ab- 
sterben des Handwerks und somit auch 
den langsamen Verfall der Goldschmiede! 
kunst. 
Mit diesem kurzen Überblick sollte ein in 
großen Zügen skizziertes Bild der Ge- 
schichte und der künstlerischen Vorstufen 
eines einst in der Slowakei zu hoher Blüte 
gelangten Handwerks gegeben werden. 
 
 
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